Monthly Archive for Januar, 2006

Pflanzen-Order

Nach einem wunderbaren Theaterabend in Schwerin mit einer musikalischen Inszenierung über das Schicksal der ersten, international erfolgreichen Boygroup aus Deutschland empfehle ich heute – vor allem wegen der genialen Texte:

Comedian Harmonists: Ich hab’ für dich ‘nen Blumentopf bestellt

Ich hab´ für dich ‘nen Blumentopf, ‘nen Blumentopf bestellt
und hoff´, daß dir der Blumentopf, der Blumentopf gefällt.
Es ist der schönste Blumentopf, der schönste auf der Welt,
drum gieß´ mir meinen Blumentopf, daß er sich lange hält.

Emil war der Lieb´ entflammt, vom Scheitel bis zur Sohle
und sein armes Herze brannt´,glühend wie ne Kohle.
Doch daß jemand Gold gebraucht, zu kaufen Nerz und Zobel,
er zu seiner Holden sprach, einfach aber nobel:

Ich hab´ für dich ‘nen Blumentopf, ‘nen Blumentopf bestellt…

Rosen und Nelken, alle Blumen welken.

Ich hab´ für dich ´en Blumentopp, ´nen Blumentopf bestellt…

Eines Abends, wutentbrannt vom Kopf bis zu der Zehe schrie die Holde:
Sei bedankt, lieber Freund, ich gehe! Und den Worten folgt die Tat,
Emil stand bekümmert und er wußt´ sich keinen Rat, hat bloß leis´ gewimmert :

Mein Schatz ist durchgegangen, aidaaa, mein Schatz ist durchgegangen,
aidaaa, behüt´ dich Gott, es wär´ so schön gewesen, behüt dich Gott.

Ich hab´ für dich ‘nen Blumentopf, ‘nen Blumentopf bestellt
und hoff´, daß dir der Blumentopf, der Blumentopf gefällt.
Es ist der schönste Blumentopf, der schönste auf der Welt,
drum gieß mir meinen Blumentopf, daß er sich lange hä-hä-hä-hä-hält.

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Blinde Melone

Ein pummeliges Mädchen hüpft als Biene verkleidet über eine Blumenwiese. Dazu Gitarren und der leicht jaulige Gesang. Das war 1993 eines der interessantesten Videos auf MVT und Viva. Ein eingängiger, leichter Independent-Song, an dessen Singsang man sich erst gewöhnen musste. Gute Unterhaltung. Die Musik des Tages ist heute also:

Blind Melon: No Rain

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Placebo-Schinken

Ein Germanistik-Professor aus Rostock ist vom Amtsgericht Bonn zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung von 18 Monaten verurteilt worden. Er hatte in der Unibibliothek in Bonn alte, wertvolle Bände gestohlen und die alten Schinken teilweise durch wertlose andere Bücher, gewissermaßen als Placebo, ersetzt. Die Bibliothek beziffert den Wert der gestohlenen Bände auf 250.000 Euro, berichtet die Berliner Zeitung. Der Hochschullehrer hat angekündigt, dass er in Berufung geht. Es besteht wegen des Urteils von über 12 Monaten die Möglichkeit, dass er seinen Beamtenstatus verliert, berichtet der Spiegel (in der online-Ausgabe allerdings nur gegen Cash). Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann über mehrere Jahre die Buchattrappen hergstellt und für die entwendeten Bücher sogar Kaufquittungen gefälscht hatte.

(Und er wurde am 17. Januar 2007 auch in zweiter Instanz verurteilt… )

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