Monthly Archive for April, 2006

Stasi-Statistik

kohlhof.de bleibt nichts verborgen. So erfasst ein kleines Script im Hintergrund unter anderem, wie Besucher auf diese Seiten aufmerksam geworden sind, beziehungsweise, was sie hierher gelockt hat, also welche Suchbegriffe sie bei google und anderen Suchmaschinen eingegeben haben.
Im April 2006 waren es insgesamt 45 Suchanfragen, die Internetnutzer zu kohlhof.de führten. Am häufigsten waren dies im April Suchbegriffe, die im Zusammenhang mit dem Film “Das Leben der Anderen” standen. Insgesamt 11 Anfragen führten zu diesem Eintrag.

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Die Bilder der Woche

Umfangreiche berufliche Verpflichtungen haben mich in der zurückliegenden Woche am Bloggen gehindert. Ich möchte diese Lücke gerne – wenn auch notdürftig – schließen mit den Bildern der Woche.

Neptun im Nebel

Knackiges, sonniges, warmes Frühlingswetter war angekündigt – und was bekommt man bei einem Gang über die Promenade von Warnemünde zu sehen? Das Hotel Neptun in dicker Tunke, fast erweckt der dicke Nebel den Eindruck, von der luxuriösen Herberge fehle ein Stück

Hotel Neptun Nebel

Hummel im April

Ein schwarzer Fleck auf dem Fußboden im Arbeitszimmer: Eine Hummel. Mit derartigen geflügelten Besuchern rechnet man ja eigentlich erst im Sommer. Das hätte auch die Hummel wissen können: Die Tiere fliegen erst ab einer Temperatur von 8 Grad Celsius. In meiner Wohnung war es wohl kälter. Das arme Tier jedenfalls hat den Ausflug in meine vier Wände wegen der Kälte nicht überlebt.

Hummel

Haushaltshelfer im Bonuspack

Darauf haben Verbraucher viel zu lange warten müssen. Doch jetzt endlich hat die Industrie dem Drängen des Marktes nachgegeben und Nivea-Creme und Krepp-Klebeband im Aktionspack im Angebot. Wie schön: Zwei unverzichtbare Haushaltshelfer endlich vereint! Dieses Angebot stammt aus einem Tapeten- und Teppichmarkt am Rande der Stadt. Vielleicht dauert es jetzt ja auch nicht mehr lange, bis man endlich Fotoecken und Hackfleisch in einer Packung kaufen kann, oder Gartenstühle und Reis, Textmarker und Instant-Kaffee…

Nivea und Klebeband Aktionsangebot

Gedrängel im Blumentopf

Schon mehrere Wochen lang sorgten die schlaffen Blätter des Hibiskus im Wohnzimmer für Verwunderung. Zu stark gegossen, zu wenig? Zu viel Licht, zu schattig? Zu warm, zu kalt? Schädlinge im Erdreich? Die Zeit war reif für neue Blumenerde – und dann auch gleich für einen größeren Topf. Diese Kaufentscheidung war eine besonders weise. Denn wie sich herausstellen sollte, hatte die arme Pflanze im Laufe der Jahre so viele Wurzeln gebildet, dass im geamten Topf fast kein Platz mehr für Erde und Granulat war. Eine Stunde hat es gedauert, das Wurzelgeflecht ein bisschen auszudünnen, zu entwirren und von ausgelaugter alter Erde zu befreien und die Pflanze schließlich in 50 Litern frischer Erde zu verankern. Jetzt gehts hoffentlich bergauf mit den Blättern.

Hibiskus umtopfen

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Regen-Alarm nach Tschernobyl

Heute vor 20 Jahren explodierte ein Reaktorblock im Atomkraftwerk Tschernobyl. Es bestand die Gefahr, dass sich die Radioaktivität in weiten Teilen Europas ausbreitet. Das sorgte auch in Lübeck Ende April 1986 für Beunruhigung. An folgende Begebenheit erinnere ich mich:

Ein paar Tage nach dem Gau zogen Regenwolken aus dem Osten heran. Es begann zu schütten wie aus Eimern. Selbst wir Fünftklässler wussten, dass da irgendwas Seltsames und Gefährliches passiert war. Dementsprechend aufgeregt waren wir, als mitten im Unterricht das Klingelsignal ertönte, das nur in Ausnahmefällen benutzt wurde. An Einzelheiten erinnere ich mich nicht mehr. Es war das Zeichen, ins Hauptgebäude zu kommen. Wir liefen über den Innenhof, an den Pfützen vorbei. Ich hatte Pech. Vor mir lief eine Mitschülerin, deren Name hier nichts zur Sache tut. Sie wurde plötzlich langsamer, ich trat auf ihren Hacken, stolperte, strauchelte und fiel bäuchlings in eine Pfütze, aus der ich mich mit leicht panischem Gesichtsausdruck und pitschnass wieder aufrappelte. Besagte Mitschülerin drehte sich um und fragte doch tatsächlich: “Was machst Du denn da?!” Wäre ich damals schon so unglaublich cool gewesen wie heute, ich hätte ihr 937 Antworten nacheinander entegegengeschleudert. Zum Beispiel: “Ich bin scharf darauf, dass mir ein dritter Arm wächst, deswegen suhle ich mich hier in der Reaktor-Jauche. Komm herein, das Wasser ist herrlich. Vielleicht wächst Dir dann ein Buckel!” Nichts dergleichen. Ich gab den Kavalier, lächelte gütig und verlegen und war auch viel zu sehr damit beschäftigt, mit meinem Leben abzuschließen und pflichtschuldig meinen letzten Gang anzutreten: Zur Hausmeisterloge nämlich, vor der Direktor Bode schon auf einem Tisch stand und eine Messingglocke schwang. Mit dieser verschaffte er sich wild fuchtelnd nach geraumer Zeit Ruhe.

Wir standen weit hinten. Vor uns viele größere, ältere Katharineer. Um mich herum meine Klassenkameraden in respektvollem Abstand zu der Regenpfütze, die aus meiner Jacke rann. Ein zur Schule umgebautes, Jahrhunderte altes Klostergebäude hat eine miserable Akustik. Jedenfalls bekamen wir kaum etwas von dem mit, was Herr Bode vorne an Beruhigendem oder was auch immer zu sagen hatte. Nur eine Passage habe ich gehört: “Kommt nach Möglichkeit nicht mit dem Wasser in Berührung!”

P.S.: Ganz offensichtlich war der Regen nicht gefährlich… hoffe ich. Es gibt bislang auch keine Spätfolgen… hoffe ich.

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