Monatliches Archiv für September, 2007

Kurze Umbaupause

Wenn was nicht funktioniert, dann liegts an mir.

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Geständnis unter Tränen

Die Meldung über einen Blumenkübel, den böse Buben im Schweriner Pfaffenteich versenkt haben, brachte in der Morgenkonferenz eine ganze Reihe von Geständnissen in Gang. Nach wild durchfeierter Nacht dummes Zeug zu veranstalten, scheint unabhängig von Biographien, sozialer Herkunft und Prägung, Einkommen, sexuellen Präferenzen, Wahlverhalten und Musikgeschmack gesellschaftlicher Konsens zu sein.

Auf dem Weg nach Hause früh morgens Mülltonnen umkippen – mit dieser “Beichte” begann das Massengeständnis. Viele der Anwesenden nickten wissend, mancher mit verklärtem Blick, als schwelge er in seligen Erinnerungen.

Und wer hat nicht schon mal ne Laterne ausgetreten? Also, bitte! Interessant wurde es, nachdem diese Bagatellfälle am Konferenztisch abgearbeitet waren. “Wir haben schon mal ne Boje geklaut”, gab mein Gegenüber nicht ohne Stolz zu. Ein bemerkenswerter Eingriff in den Schiffsverkehr, der wohl nur finanzielle Folgen für das zuständige Wasser- und Schiffahrtsamt hatte. Von Havarien auf Tümpeln, Bächen und Weihern in diesem Zusammenhang ist jedenfalls angeblich nichts bekannt geworden.

“Was ich mal gemacht habe”, fing dann die Kollegin am Kopfende an, “und das natürlich nicht alleine…” Sie machte eine Pause, rieb sich mit ihrem rechten Zeigefinger verlegen über die Nase und schaute sich um, als dürfe nach all den Jahren, die inzwischen vergangen sind, eigentlich immer noch niemand erfahren, was damals passiert ist in der Östlichen Altstadt – eines Morgens. Sie schlug die Augen nieder, sah dann wieder auf und gefasst in die Runde, grinste und gestand: “Wir haben… ich habe mal ein Kopfkissen geklaut, das aus einem Fenster hing.”

Erst sprachloses Entsetzen, vermischt mit einer gehörigen Portion Erstaunen über die Brutalität, Entschlossenheit und Unbarmherzigkeit des Verbrechens – und dann diese Blicke: “Also, das hätten wir ausgerechnet dir nun so gar nicht zugetraut”.

Ihre Erklärungsversuche zu Gelegenheit, Motiv, Opfer und Mitwisser gingen danach im allgemeinen Gejuchze unter. Was für ein Spaß – wir haben Tränen gelacht und natürlich fürs Protokoll festgehalten, dass derart schändliches Verhalten im höchsten Maße zu verurteilen ist.

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Da bin ich wieder

Nabend! 11 Tage Kroatien sind vorbei. Ich bin auf dem Rückweg. Was ich allerdings (Notiz an mich fürs nächste Mal) nie wieder machen werde: Wenn sämtliche Routenplaner, das Navigationsgerät und ein Fachforum im Internet empfehlen, für die Fahrt von Wien nach Dresden lieber den Umweg über die Autobahnen rund um die Tschechische Republik zu nehmen, anstatt doch mitten durch zu fahren… dann könnte es sein, dass da was dran ist. Spätestens als aus der österreicheischen Autobahn eine Schnellstraße, wenig später eine Landstraße und dann eine Dorfstraße wurde, hätte ich lieber umkehren sollen. Aber ich musste ja unbedingt an dem kleinen Grenzwärterhäuschen vorbeifahren (ist ja alles EU, dacht ich und hoffte…) in die Tschechische Republik hinein und fand mich wenig später in einem mit Plakaten, Werbeschildern, Bannern, Fahnen und Schildern zugepflasterten Achterbahnfahrt-Land wieder, in dem Autobahnen Glückssache und kurvige, hügelige Buckelpisten mit vier Millionen Lastwagen vorn und hinten die Regel und Ortsumgehungen unbekannt sind. Dass man die Sprache auf den Schildern nicht versteht und man zudem den Eindruck hat, alle anderen fahren wie die Wahnsinnigen (was auch den fetten Stau vor einem Unfall mitten in Prag erklärt), macht die bleibende Erinnerung an dieses kleine Off-Road-Abenteuer auch nicht besser. Nur das letzte Stück kurz or der Grenze nach Sachsen ist eine Autobahn mit Goldkante. Das stmmt einen milde, aber wenn man die Stecke in die andere Richtung fährt, wird man nach 30 Kilometern herb enttäuscht werden und nach weiteren 300 Kilometern feststellen, dass es noch Jahre dauern wird, bis man gelassen von Nord nach Süd durch die Tschechische Republik fahren kann…

Ja, ja, so sind die deutschen Michel. Hauptsache rasen können, Auto gut, alles gut. Es gibt in jedem Jahr einen Tag, an dem ich auch so bin – und das war heute.

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