Lieferservice

Irgendwie komisch: Man kehrt in einem Lokal ein, wundert sich ein wenig, dass man zur besten Zeit der einzige Gast ist – aber man bestellt schließlich. Und während der Koch die Pfannen brutzeln lässt, hört man so mit einem Ohr, wie die Serviererin telefoniert: “Ja, ich nehme die 34… bitte? Ja, mit Knoblauch. Nein, nichts zu trinken. Vielen Dank.” Und tatsächlich, 20 Minuten später geht die Tür auf, und ein Pizzabote bringt eine Funghi oder was auch immer…

Was zum…? Also echt jetzt mal. Die Bedienung in einem Restaurant wählt nichts aus der eigenen Karte, sondern bestellt sich ne Pizza. Passiert in Schwerin, gestern Abend. Da bekommt man doch Angst vorm Bauernfrühstück.

Ohne Worte.

Ungeduld

“Così fan tutte” gestern im Staatstheater. Die Herren prüfen bunt verkleidet die Treue ihrer Herzdamen – und die fallen auch noch darauf rein. Das alles wird ausführlich singend behandelt. Musikalisch toll, aber es dauert eben ein bisschen länger, bis eine derart amouröse Handlung erzählt ist.

Nachvollziehbar also, was der Mecklenburger Theaterbesucher zwei Sitze weiter seiner Begleitung gut 40 Minuten vor Schluss zuranzte: “Jetzt können die aber langsam auch mal zu Potte kommen.”

Im Regionalexpress nicht auffallen

Sie merken es beim Studieren dieser Zeilen möglicherweise nicht sofort, aber ich tippe diesen Text bei einer Geschwindigkeit von gut und gern 100 Kilometern in der Stunde. Dieser Eintrag entsteht also während einer wilden Fahrt durch die norddeutsche Nacht. Man muss das jetzt wohl so machen – jedenfalls hat hier oben im RegionalExpress eigentlich jeder einen von diesen Leuchtkästen, von diesen Streichelhandys in der Hand – da hinten sitzt sogar einer und telefoniert mit dem Ding… absolut verrückt.
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Komisch

Da denkt man an nichts Schlimmes, zieht die für diese Jahreszeit typischen Shorts und Hawaiihemden an und dann das: da liegt doch tatsächlich Schnee vor der Tür. Einfach so. Wer wäre da nicht verwirrt…