Wohnbus

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Das ist doch mal ein Mobil zum Wohnen: Dieser Bus - mit zweifellos fragwürdigem Anstrich - war unlängst in Schwerin zu sehen. Sämtliche andere Wohnmobile haben sich gar nicht erst in die Nähe dieses rollenden Mehrfamilienhauses getraut. Was mir da allerdings fehlen würde: Der Anhänger für den Smart, den man immer dabei haben sollte, um komfortabel vom Campingplatz außerhalb in die Stadt cruisen zu können. Ein derartig erweiterstes Urlaubsmobil habe ich vor ein paar Jahren mal in Rostock gesehen, hatte aber keine Gelegenheit zum Fotografieren. Foto: Christian Kohlhof

Blatt auf Reisen

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Damit muss man in Mecklenburg-Vorpommern eigentlich immer rechnen: Hier und da schiebt sich ein Schwertransport mit Rotorblättern durch die Gegend. In diesem Fall ist an der Autobahnabfahrt Rostock-Südstadt vom Schwerlast-Wagen, der den riesigen Flügel trägt, gar nichts mehr zu sehen, weil er hinter einem Erdhügel verschwunden ist. So scheint das Bauteil für eine neue Windkraftanlage fast wie zufälig in der Gegend herumzuliegen. Für den Schwertransport war die Auffahrt für ein paar Minuten gesperrt, bis sich drei dieser Transporter durch die für sie viel zu enge Zufahrt manövriert hatten. Aber man wartet ja gern, wenns der Wirtschaft hilft.

Rostock vs. Schwerin II

Folge II im knallharten Vergleich aus eigener Erfahrung. Rostock gegen Schwerin. Heute: Parkplatzsituation

Rostock schafft den Ausgleich: In der Großstadt ist jedenfalls kein Anwohnerparkausweis notwendig, um das Auto in einigermaßen erträglicher Nähe zu den angemieteten vier Wänden abstellen zu dürfen – jedenfalls in dem Viertel, in dem ich lebe. Es gibt auch keine Parkscheinautomaten. Einziges Manko in Rostock: Die Suche nach einem ordnungsgemäßen Stellplatz kann manchmal recht lange dauern.

In Schwerin geht rings um meine Unterkunft ohne Anwohnerparkausweis allerdings nicht viel. Oder irgendwie doch – man kommt in Kontakt: Schon zum zweiten Mal wurde ich nun von wohlmeinenden Nachbarn – die wie zufällig an meinem gerade abgestelllten Wagen vorbeischelnderten – freundlich darauf hingewiesen, dass an jener Stelle ein Anwohnerparkausweis zwingend vorgeschrieben sei. Als Alternative gibt es dann noch ein paar kostenpflichtige Kurzzeit-Parkplätze um die Ecke.

Eine Suche auf schwerin.de nach “Anwohnerparkausweis” liefert als Ergebnis allerdings: 0. Das liegt daran, wie ich nach zehn Minuten Rumgeklicke auf der Seite des Bürgerbüros herausfand, dass ein Anwohnerparkausweis im Bürgerbüro wohl eigentlich Anwohnerparkberechtigung genannt wird. Jedenfalls falle das in den Zuständigkeitsbereich jener Abteilung. Allerdings finden sich an jener Stelle keine weiteren Links, weshalb ich erneut die Suchfunktion bemühe. Allerdings liefert auch die Suche über das Suchfeld nach diesem Begriff als Terffermenge eine glatte 0. Das liegt nun wiederum daran, dass die Anwohnerparkberechtigung eigentlich doch Bewohnerparkkarte genannt wird (wie ich nach weiterem freudlosem Herumgeklicke herausfinde). Zumindest steht auf dem Formular, das man sich herunterladen kann… Nein, stopp. Auf dem Formular steht: “Antrag auf Erteilung einer Sonderberechtigung für Bewohner nach $45 StVO”.

Nun habe ich also schon mal den Antrag gefunden. Wenn ich jetzt noch irgendwo eine Angabe dazu finde, welche Preise denn für diese Anwohnerparkausweisberechtigungskarte fällig werden, wäre ich glücklich. Aber die Suche auf Schwerin.de nach dem Begriff  “Bewohnerparkkarte” liefert – man ahnt es bereits  „Rostock vs. Schwerin II“ weiterlesen

Halten und greifen

Werbefilm für Winterreifen, wohl aus den 50er Jahren

Altes Werbefilmchen mit Matsch, Schnee und Frost in den Hauptrollen bei ihrem schandhaften Treiben (und wie man angeblich trotzdem auch bei widrigsten Straßenverhältnissen schwungvoll um jede Kurven fahren können soll):

[via]

Tanken

Ist es nicht verrückt? Jetzt wird man schon angerufen, wenn irgendwo Diesel und Benzin billig sind. “An der Südstadttanke kostet Diesel gerade nur 1,43. Hier stehen schon viele Leute. Mal sehen, wie lange das noch so ist!” Nun ja, “billig” muss man wohl in Anführungsstriche setzen. Um die Begeisterung über derart sinkende Preise zu verstehen, sollten die geneigten Leser allerdings wissen, dass Rostock offenbar eine Preishochburg für Treibstoffe aller Art zu sein scheint.

Sofa, so good?

In Rostock hat heute ein schwedischer Möbemarkt seine Filiale eröffnet. Man befürchtete angesichts dieser Sensation allgemeinen Ausnahmezustand. Jener blieb zwar aus, es kamen weniger Kunden als erwartet – allerdings setzte bei einigen etwas ganz anderes aus. Das Aktionssofa für 79, später 49 Euro hatten einige vor lauter Vorfreude wohl nicht mit eingeplant. Egal, Schnäppchen ist Schnäppchen, da spielen Verluste keine Rolle. Und so hat dieser Autofahrer sein neues Sofa einfach mit ein paar dünnen Tampen auf dem Dach seines Wagens festgezurrt. Wird schon nix passieren. Sicherlich ein Fall für die Damen und Herren vom Königsberger Ladungssicherungskreis. Mann, mann.

Ikea-Sofa auf dem Autodach

Angekreidet

Rostock, das ist die Stadt der Wunderlichen. So fiel mir heute am Straßenrand folgende Kritzelei auf den Gehwegplatten auf:
Botschaft aus Kreide auf dem Gehweg in Rostock

Kreide-Pranger: “Kein Parkschein. Keine Parkuhr. Pfui!” Vielleicht hatte die Politesse nicht genug Strafzettel dabei…

Der so Gebrandmarkte hatte sein Auto aber inzwischen fortgefahren. Der rosa Pfeil wies ins Leere.
Echt gut, wenn Leute aufpassen, dass alles mit rechten Dingen zugeht, gerade bei den kleinen Dingen des Alltags.

Botschaft von Piefke

Oster-Souvenir aus Lübeck: “Wie ein Steuerberater sehen Sie NICHT aus. Gruß!” Diese Brocken klemmten, hastig hingekritzelt, auf einem lieblos zerfransten Schnipsel Papier an meinem Scheibenwischer. Ich vermute, die Botschaft ist das Produkt eines Feiertags-Wochenendes, das für den unbekannten Verfasser ungewöhnlich arm an sonstigen Höhepunkten war. Aber dann passierte doch noch etwas, was in der kleinen Welt hinter hastig zugezogenen Häkelgardinen nicht sein darf und deshalb für hektische Flecken im Gesicht sorgt: Mein Auto stand auf dem Parkplatz eines Steuerberater-Büros.
Tatsächlich weist ein ordentliches Schild am Stellplatz vorm Haus darauf hin, wessen Wagen hier parken darf: Das Auto einer Mitarbeiterin im Steuerberater-Büro im selben Block. In der Woche jedenfalls. Aber auch ich parke dort immer, wenn ich am Wochenende dem Westen einen Besuch abstatte. Die gute Frau, die zu dem Steuerberater-Schild gehört und den Platz gemietet hat, weiß das. Sie hats erlaubt. Seit bestimmt sieben Jahren schon. Sie benötigt den Stellplatz am Wochenennde nämlich nicht.
Nun gut, dass kann der Langweiler-Piefke mit den kleinen Zetteln natürlich nicht wissen. Wenn Rostocker Autos auf Lübecker Privatplätzen rumoxidieren, da muss man doch einschreiten. Oder soll das immer so weiter gehen? Wo kämen wir denn da hin, wenn sich keiner mehr um die ordnungsgemäße Zuteilung von Parkplätzen kümmern würde? Erst stellen sie unsere Parkplätze voll, ‘ne Woche später zieht einer von denen bei uns ein – und eröffnet unter falschen Angaben ein Steuerberater-Büro.
Womit wir beim zweiten wesentlichen Punkt wären. Woran genau lässt sich an meinem Äußeren ablesen, dass ich definitiv nicht Steuerberater bin? Ich habe zwei Beine, gehe aufrecht, wasche und kämme mich täglich, ich trage sogar eine Brille, halte meine Kleidung in Ordnung und spucke nicht auf die Straße. Ich erfülle also die Grundvorraussetzungen, auch für einen Steuerberater gehalten zu werden.
Nur zu gern hätte ich mit dem Absender darüber diskutiert. Ich hätte ihm auch ein gutes Buch empfohlen oder aus einer TV-Zeitschrit ein paar spannende Sendungen herausgesucht. Damit kann man sich stundenlang beschäftigen ohne in gebückter Haltung durch die Miefvorhänge des eigenen Wohnzimmers auf betonierte Freiflächen blinzeln zu müssen.
Leider zog es der Verfasser vor, anonym zu bleiben. Wir werden also weiter vermittels kleiner Kassiber kommunizieren müssen. Ich habe meinen Zettel schon vorbereitet, den ich demnächst in Lübeck auf meinem Armaturenbrett auslegen werde. Meine Antwort an den Piefke wird in etwa lauten: “… und Sie sehen aus, als hätten Sie keine Ahnung! Gehen Sie weg! Gruß!”

Ab morgen auf zwei Rädern

Es reicht mir wieder mal: Diese elendige Parkplatzsuche rund ums Studio (Im Gegensatz zur Lage bei der Arbeitsagentur hat sich hier nichts geändert). Ich werde morgen mal aufs Fahrrad steigen.