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		<title>Song-Contest-Finale künftig wieder mit Jury</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Sep 2008 21:13:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Diaspora-Voting und Nachbarschaftshilfe &#8211; mit diesen beiden Schlagwörtern haben auch in diesem Frühjahr viele Fernsehzuschauer die Ergebnisse des Eurovision Song Contest, des Grand Prix also, kritisiert. Bei der europaweiten telefonischen Abstimmung der Fernsehzuschauer empfanden manche Länder das Ergebnis als ungerecht. Die ESC-Orgainsatoren haben deshalb beschlossen: Ab dem kommenden Jahr darf wieder eine Jury aus Fachleuten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diaspora-Voting und Nachbarschaftshilfe &#8211; mit diesen beiden Schlagwörtern haben auch in diesem Frühjahr viele Fernsehzuschauer die Ergebnisse des Eurovision Song Contest, des Grand Prix also, kritisiert. Bei der europaweiten telefonischen Abstimmung der Fernsehzuschauer empfanden manche Länder das Ergebnis als ungerecht. Die ESC-Orgainsatoren haben deshalb beschlossen: Ab dem kommenden Jahr darf wieder eine Jury aus Fachleuten mitentscheiden, welches Lied im Finale das beste war.</p>
<p><span id="more-989"></span>Es werde weiterhin eine telefonische Abstimmung der Zuschauer geben, aber auch die Jury habe ein Wörtchen mitzureden. Damit soll eine Regelung eingeführt werden, wie sie in diesem Jahr schon ähnlich im Halbfinale galt, teilte die EBU mit. Dabei konnte die Expertenrunde einen Beitrag aus jedem Halbfinale für die Endrunde nachnomieren &#8211; und zwar ein Lied, das in der Gunst der abstimmenden Zuschauer durchgefallen war. Außerdem hatte die Eurovision Broadcasting Union, die das Musikspektakel veranstaltet, die Teilnehmer der Halbfinals so zusammenzustellen versucht, dass es <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/2008/02/08/der-esc-soll-gerechter-werden/" title="Beitrag bei kohlhof.de">schwieriger sein sollte, Freundschafts-Punkte</a> an nahestehende Länder zu vergeben. Allerdings hatten Fachleute schon oft <a href="http://eurovision.ndr.de/hintergruende/modernemythen2.html" title="Beitrag von irving Wolther auf eurovision.de">angezweifelt</a>, dass diese Nachbarschaftshilfe tatsächlich einen nennenswerten Effekt aufs Endergebnis hatte (<a href="http://eurovision.ndr.de/hintergruende/modernemythen4.html" title="Weitere Versuche, Mythen über den ESC zu entkräften">weitere Mythen</a>). Das Urteil der Jury hat in diesem Jahr der Schwedin Charlotte Pirelli zur Teilnahme im Finale verholfen. Dort landete sie allerdings auf Platz 18 von 25.</p>
<p>Genaue Festlegungen, <a href="http://www.eurovision.tv/page/news?id=1363" title="Pressemitteilung der EBU vom 14.9.2008">welches Gewicht das Urteil der Jury haben wird und wie sie zusammengesetzt sein wird, gibt es noch nicht</a>. Im Dezember will sich die Reference-Group der EBU, die die Regeln des Wettbewerbs ausarbeitet, <a href="http://www.esctoday.com/news/read/12287" title="Beitrag auf der Fanseite esctoday.com">wieder treffen</a>. Die EBU-Hoffnung, die dahinter stecken dürfte, ist, dass die Teilnehmerländer, die einen großen Teil des ESC-Spaßes zahlen, nicht die Lust verlieren, weiterhin dafür Geld auszugeben. Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Spanien haben Dank ihrer Finanzkraft zwar automatisch einen Platz in jedem Finale, landen dort aber oft auf den hinteren Plätzen.</p>
<p>Die No Angels blieben in diesem Jahr mit gerade mal 14 Punkten gemeinsam mit Polen und Großbritannien auf dem letzten Rang. Allerdings hätte Deutschland wohl nur zwei Punkte bekommen, wenn nicht Bulgarien die beste Punktzahl an die No Angels vergeben hätte &#8211; eine der Sängerinnen hat ihre Wurzeln in Bulgarien. Auch diese zwölf Punkte waren also ein klarer Fall von Diaspora-Voting. Da haben Landsleute für ihre Sängerin gestimmt, die in der Diaspora lebt. Häufiger ist aber der Fall, dass ausländische Bevölkerungsgruppen für ihre Heimatland anrufen und so dem Teilnehmerland höhere Punktzahlen sichern könnten, obwohl jedes Land ja eigentlich nicht für sich selbst abstimmen darf. Wie auch immer. Es wäre interessant zu wissen, wie eine Jury die Darbietung der No Angels beurteilt hätte (bzw. hat, denn sozusagen zur Sicherheit beurteilt auch jetzt schon eine EBU-Jury die Darbietungen. Deren Urteil wird bislang aber nicht veröffentlicht).</p>
<p>Die Diskussion, ob eine parallele Entscheidung von Zuschauern und Juroren mehr Gerechtigkeit in den ESC bringt, ist eröffnet &#8211; ebenso wie die Debatte, ob das dann demokratisch ist &#8211; und ob die Abstimmungen der letzten Jahre demokratisch waren. ESC-Fachmann Jan Feddersen wertet das in seinem Blog als <a href="http://eurovision.blog.ndr.de/2008/09/15/die-ruckkehr-der-jurys/" title="Jan Feddersen über die neuen Regeln beim ESC-Finale 2009">notwendigen Kompromiss</a>.</p>
<p>Das Finale des Eurovision-Song-Contest 2009 wird am 16. Mai in Moskau stattfinden.</p>

	Schlagwörter: <br /><a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/ebu/" title="EBU" rel="tag">EBU</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/eurovision-song-contest/" title="Eurovision Song Contest" rel="tag">Eurovision Song Contest</a><br />
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		<title>Der ESC soll gerechter werden</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Feb 2008 09:11:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Balkan-Connection, befreundete Länder schanzen sich die Punkte zu, gute Musik hat keine Chance &#8211; und wir bezahlen dieses Theater auch noch.&#8221; Der Eurovision Song Contest (ESC) ist bei den Fans in Deutschland in den vergangenen Jahren etwas in Verruf geraten. Sie hatten den Eindruck, dass sich befreundete Länder immer, und unabhängig von der Qualität musikalischer Darbietungen, die Punkte schenken und dadurch andere Länder wie zum Beispiel Deutschland keine Chance auf die vorderen Plätze hatten. Kritik dieser Art gab es auch in anderen Ländern. Zwar verweisen Fachleute solche Mutmaßungen ins <a href="http://www.ndrtv.de/grandprix/hintergrund/20070901_wolther_mythen_1.html" title="Mythen über die Punktevergabe">Reich der Mythen</a>, trotzdem soll sich ab diesem Jahr und mit der Endrunde in Belgrad was ändern beim guten alten Grand Prix.</p>
<p>Jedenfalls hat die European Broadcasting Union (EBU) die Regeln für den ESC ans moderne Europa angepasst, wie es EBU-Generalsekretär <a href="http://www.ndrtv.de/grandprix/hintergrund/20080128_interview_stockselius.html" title="Interview mit Svante Stockselius">Svante Stockselius in einem Interview</a> auf den Grand-Prix Seiten des NDR erläutert: &#8220;Das neue Europa verlangt das ganz offensichtlich: Es ist eben nicht wie früher, als die Geschichte des ESC begann.&#8221;</p>
<p>Nichts ist mehr so, wie es mal war, sondern nunmehr eine &#8220;Mischung aus Bestimmung und Zufall&#8221;. Ergebnis einer langen Analyse der Punktevergabe der vergangenen Jahre ist jedenfalls ein kompliziertes System. Die EBU hat <a href="http://www.ndrtv.de/grandprix/news/20080128_halbfinal_auslosung_endstand.html" title="Liste der Teilnehmer der Halbfinals und der Zusammensetzung der sechs Töpfe">mehrere Töpfe</a> gebildet. Darin sind die Länder zusammengefassst, von denen man annimmt, dass sie sich mit hohen Punktzahlen gegenseitig begünstigen und so genannte Nachbarschaftswertungen abgeben.</p>
<p>So sind in Topf 1 Albanien, Bosnien &amp; Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Montenegro sowie Slowenien zusammengefasst, in Topf 5 Armenien, Weißrussland, Georgien, Israel, Moldau, Russland und die Ukraine. Diese insgesamt sechs Töpfe sind wichtig fürs Halbfinale, oder besser: Für die beiden Halbfinale. Weil es in diesem Jahr 43 Teilnehmer sind, finden aus Zeitrgünden diesmal zwei Vorrunden statt. Aus jedem Topf wurden nun jeweils die Hälfte der Länder in die erste Halbfinalausgabe gelost, der Rest in die zweite.</p>
<p>Bei den beiden Vorrunden dürfen zudem nur die Zuschauer abstimmen, deren Länder teilnehmen. Auf diese Weise soll die Wahrscheinlichkeit verringert werden, dass Nachbarschaftswertungen, fernab von jeglichen ästhetischen bzw. musikalischen Kriterien dem Abstimmungsergebnis einen faden Beigeschmack verleihen. Ganz ausschließen lässt sich das aber auch mit der neuen Regel nicht.</p>
<p>Aus diesem Grund wird diesmal deshalb auch eine Jury die Lieder beurteilen. Ein Lied aus jedem Semifinale, das die Experten zwar gut finden, welches aber von den Zuschauern nicht gewählt wurde, kann dann trotzdem mit Hilfe dieses Jokers ins Finale rutschen.</p>
<p>Das klingt kompliziert und fast so kompliziert wie die Reform der EU und ihrer Institutionen, aber es geht ja schließlich auch um Europa. Ob der ESC tatsächlich gerechter* wird, kann man dann am späten Abend des 24. Mai entscheiden, wenn die letzten 12 Punkte vergeben sein werden.</p>
<p><small>*Ja, ich weiß, gerecht kann man nicht steigern. Ich mache es trotzdem</small></p>

	Schlagwörter: <br /><a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/ebu/" title="EBU" rel="tag">EBU</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/eurovision-song-contest/" title="Eurovision Song Contest" rel="tag">Eurovision Song Contest</a><br />
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