Einfach nur böse

Kurzzeitig gestern Abend in den Twitter-Trends: Der Hashtag #bösekinderfiguren – im Ergebnis eine lustige Wortspiel-Challenge. Hier eine kleine Auswahl gelungener Namensänderungen.

Konfetti-Kompromiss

Auf einem Kindergeburtstag erscheinen ohne Konfetti zu werfen? Jetzt mal im Ernst, da wird man doch von der jungen Kernzielgruppe gesellschaftlich geächtet. “Geht ja wohl mal gar nicht”, würde man sich zuraunen und verächtlich ein paar Smarties einwerfen und sich angewidert abwenden. Dieser Schmach möchte ich heute Nachmittag gern entgehen, aber, ach: es gibt ja immer Bedenkenträger.

“Auf einem Kindergeburtstag auftauchen und Konfetti werfen? In der Wohnung? Das geht ja wohl mal gar nicht!” bedeutete mir meine Buchhändlerin- und ich konnte das Ausrufezeichen im letzten Satz regelrecht fühlen.

Diverse Szenarien wurden angedeutet, welche zusätzlichen Mühen im Haushalt die Eltern der jungen Gastgeberin auf sich nehmen müssten, sollte ich meinen perfiden Anschlagsplan tatsächlich folgenschwer und verheerend umsetzen. Vor dem inneren Auge dürften sich Bilder von qualmenden Resten zertrümmerter Einrichtungsgegenstände abgezeichnet haben, ein paar bunte umherschwebende Papierschnipsel hier und da und mittendrin die weinende Gastgeberin, die einen überhitzten Staubsauger anklagend in die Höhe reckt.

Nun gut, wie wahrscheinlich ein derartiges Szenario ist, ist unerheblich. Ohnehin gilt für Kindergeburtstage dasselbe wie für Politik: Sie sind in erster Linie Ergebnisse von Kompromissen.

Darum werde ich selbst-ver-ständ-lich alle in mich gesetzten Erwartungen erfüllen. Ich werde nachher Konfetti werfen und es gleichzeitig nicht tun. Ein wie zufällig mit bunten Kreisen bedrucktes  Blatt Papier wird dafür sorgen, dass mich niemand hinauskomplimentieren muss – und dann kann die junge Gastgeberin später selbst entscheiden, ob sie die bunten Punkte noch ausschneidet. Zeit genug wäre ja: Staubsaugen ist ja nicht nötig.

kohlhof.de-Konfetti zum Ausdrucken

In der Plüschzentrale

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Wenn man ausnahmsweise sonntags mal in einer Spielwarenabteilung zu Besuch sein darf… wirken die Gastgeber irgendwie starr. Naja, ist eben ihr freier Tag.

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“Verdammter Sommer – jetzt macht er unsere Kinder verrückt”

Wäre kohlhof.de ein Boulevard-Magazin, obige Überschrift wäre sicherlich angemessen. Anders wäre es mir gar nicht möglich, das Erlebte zu verarbeiten – vor allem wäre es aber eine willkommene Möglichkeit, mit dem Leid anderer Leute Geld zu verdienen… ich schweife ab. Folgendes ist passiert. Soeben kam mir ein kleines Mädchen entgegen, rosa von den Hello-Kitty-Schuhen bis zum Fahrradhelm, und es hat gesungen. “Komm setz Dich ans Fenster, Du lieblicher Stern, malst Blumen und Blätter, wir haben Dich gern”. Erschütternd, bestürzend, aber was soll dieses Kind auch anderes vermuten, als dass es streng auf den Winter zugeht, jetzt im Juli-Spätherbst.

Und aus Rostock wird mir soeben berichtet, dass ein Fünfjähriger einfach nicht wahrhaben wollte, dass gerade Sommer ist. Die Folge war eine erbitterte Diskussion um Jahreszeiten und Kalender – der Knirps hatte allerdings die besseren Argumente, als er aus dem Fenster deutete und einfach nur “Herbst” sagte.

Echt Schaf

Wird Shaun klappen - Szene aus dem Schafspiel
Wird Shaun klappen - Szene aus dem Schafspiel

Sie müssen jetzt ganz tapfer sein und versuchen, ihren Arbeitstag trotzdem irgendwie über die Runden zu kriegen, ohne dass zu viel liegen bleibt. Shaun, das Schaf (“…ist Shaun das Schaf, es macht gern Dinge, die es eigentlich nicht darf…”) braucht Hilfe. Das überdurchschnittlich intelligente Trickfilm-Tier wandert mit Schwergewichts-Schaf Shirley und Kuschel-Lamm Timmy über die heimischen Ländereien. Und dort gibt es Dinge, die man ja auf jedem Bauernhof findet: Gähnende Schluchten, herabfallende Treckerreifen, Trampolinanlagen. Um all dies überwinden zu können, muss der Nutzer helfend an der Tastatur eingreifen. “Home Sheep Home” ist ein wunderbar animiertes online-Spiel, akustisch angereichert und die Problemlösungen verlangen schon jede Menge Kreativität, um Schafe und Utensilien richtig zu kombinieren. Gute Pausenunterhaltung (auch bei längeren Pausen von drei, vier Stunden… hüstel)

Definiere: Liebe

Was ist eigentlich Liebe, wie funktioniert die? Nun, sie ist zwar manchmal kompliziert, oft vielfältig, zuweilen seltsam, mal stürmisch, mal abwartend, mal ungewöhnlich – oder plötzlich wieder verschwunden… verwirrend jedenfalls- aber man kann ja mal versuchen, sie einfach zu erklären. Öffentlich-rechtliches Hintergrundstück aus dem Kinderkanal von ARD und ZDF:  “Wenn man sich traut: küssen!”

Jim Knopf heute

Was macht eigentlich… Jim Knopf? Die Pläne einer Museumsbahn musste er aufgeben. Aber die Tantiemen aus der Puppenkiste reichen noch eine Weile. Zum 50. Jubiläum gibts bei kohlhof.de eine exklusive Liste, was die wichtigsten Personen aus Michael Endes Roman heute tun.

Jubiläum für Jim Knopf: Die Kinderromanfigur von Michael Ende hatte 1960 ihre Buchpremiere. 50 Jahre sind seitdem vergangen. Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer waren auch die Helden meiner Kindheit, in Buchform, aber auch auf drei Hörspielkassetten. Die Augsburger Puppenkistenversion habe ich nicht gesehen. Aber was machen die Hauptfiguren eigentlich heute? Eine exklusive kohlhof.de-Liste.

Jim Knopf – lebt heute zurückgezogen auf Neu-Lummerland. Nach dem Ende der rasanten Abenteuer hatte er mit Prinzessin Li Si eine Familie gegründet. Li Si hat ihr Versprechen eingehalten und ihm Lesen und Schreiben beigebracht. Als Jim zum ersten Mal den längst unterzeichneten Ehevertrag las, verfiel er

Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer
Eine Geburtstagstorte, so groß wie eine Insel mit zwei Bergen. Die Abenteuer von Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer sind vor 50 Jahren zum ersten Mal als Buch erschienen. Quelle: Thienemann-Verlag (Klick aufs Bild)

automatisch in die Midlife-Crisis und schraubt nun an der alten Lokomotive “Emma” herum. Der Versuch, auf Lummerland eine Museumsbahn einzurichten und Touristen anzulocken, scheiterte nicht zuletzt wegen eine Rechtsstreits. So ist immer noch nicht geklärt, ob auch Lok “Molly” eingesetzt werden darf – wegen der starken Ähnlichkeit zur Museumsbahn “Der Molli” zwischen Bad Doberan und Kühlungsborn in Mecklenburg-Vorpommern. Knopf trifft sich regelmäßig mit seinen Weggefährten von damals – er trägt inzwischen aber Hosen mit Reißverschluss, weil’s praktischer ist. Noch immer lebt Jim Knopf von den Erfolgsfilmen der Augsburger Puppenkiste – die Einnahmen reichen für ein unbeschwertes Leben. „Jim Knopf heute“ weiterlesen

Zum Beginn des neuen Schuljahres…

… haben Pädagogen den Angehörigen und Freunden von Erstklässlern empfohlen, die Jungen und Mädchen nicht mit Geschenken zu überhäufen. Zwar sei der Beginn der Schulzeit zweifellos ein bedeutsames Ereignis in jeder Biographie, allerdings sei es in der Regel auch keine besonders herausragende Leistung allein durch fortschreitendes Alter und die damit verbundene Entwicklung die Schulreife zu erreichen.

In den bis zu einem dutzend Schuljahren, die dem ersten Schultag noch folgen sollen, sei viel Wichtigeres und damit Belohnenswerteres zu leisten, als einfach nur mal hinzugehen. Im Übrigen seien Geschenke, die künftig bei der Bewältigung des Schulalltages helfen können – wie etwa Stifte, Federtaschen und altersangemessenes Ähnliches – wohl zu den sinnvollsten Gaben zur Einschulung zu rechnen. Absprachen in der Kohorte der Schenkenden seien in diesem Zusammenhang unerlässlich, um ein unerwünschte Anhäufung von Anspitzern, Geodreiecken und dergleichen zu vermeiden…einschulung

… Diese Warnung verhallte in einigen Fällen nahezu ungehört. (Foto: Christian Kohlhof)

Überwachung

“Das Kind auf Kanal 2 hat Husten” ist mein Lieblingssatz des Wochenendes. Bei einem großen Gartenfest in Mestlin hatten die zahlreichen teilnehmenden Eltern ihren Nachwuchs mit heraufziehender Dämmerung in Zelten, Kinderzimmern und Wohnmobilen untergebracht. Weil es für Jungen und Mädchen im Vorschul- und Vorkindergartenalter ebenso aufregend wie unheimlich sein kann, an einem vollkommen fremden Ort zu schlafen, hatten Mütter und Väter selbstverständlich mitgedacht und vorgesorgt. Um Unmuts- und Unbehagen-Bekundungen nicht zu verpassen, hatten sie die Unterkünfte mit ihren Babyphones verwanzt, um am Lagerfeuer sitzen und trotzdem mit einem Ohr immer beim Nachwuchs sein zu können.

Angesichts von einem Dutzend schlafender Kinder wurden aber wohl die Funk-Kanäle knapp. Jedenfalls ging plötzlich ein Raunen durch die Elternschar, weil nicht ganz klar war, ob alle Jungen und Mädchen wohlauf sind und welches Kind auf welchem Kanal sendet. So war es nur logisch, dass plötzlich eine Mutter aufsteht und “Das Kind auf Kanal 2 hat Husten” ruft. Mehrere Väter sprangen auf, um in Zelten und Zimmern nachzusehen.

Es sollte der einzige Zwischenfall dieser Art bleiben. Die Kleinen schlummerten ansonsten friedlich weiter und ließen sich auch von frühmorgendlichem Gejohle nicht mehr aus der Ruhe bringen.