Verdachtsmoment

Von der Leyen sagt, es gebe keinen General-Verdacht. Dann geht es wohl um alle Dienstgrade? #Bundeswehr

Familien-Magazin-Drama

Zweifellos kein schönes Thema: In Lübeck ist ein Ehepaar wohl direkt vor seinem Haus erschossen worden. Bis zu fünf Schüsse könnten gefallen sein. Die Nachbarschaft fürchtete zwischendurch sogar, mitten in einen Amoklauf geraten zu sein. Und der mutmaßliche Täter, der sich später selbst erschossen haben soll, war wohl der Exmann der getöteten Frau. Eifersucht, Liebe, Familienstreit? Tatmotive mag es mehrere geben. Auch die Schweriner Volkszeitung berichtet heute über die drei Toten von Lübeck. Eine Beziehungstat ist ja nicht auszuschließen. Aber darum gehört er doch nicht ernsthaft ins “Familien-Magazin”…

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Plünderungen

Aus Ägypten kommen seit Tagen beunruhigende und verstörende Bilder. Die Wut auf Mubarak entlädt sich in Straßenschlachten, Prügeleien – Menschen sterben, Häuser brennen. Die Schilderungen der Reporterkollegen in Kairo sind professionell und bewegend – wie ihnen inmitten dieses Revolutionschaos zumute ist, kann man wohl höchstens ahnen. Hier im Nordosten haben ich in den vergangenen Tagen schon öfter den Ausspruch gehört: “Mensch, was können wir froh sein, dass bei uns vor 21 Jahren alles friedlich abgelaufen ist – ohne Blutvergießen” (ja, auch bei einigen Montagsdemos gab es nach Volkspolizei-Einsätzen Verletzte  – aber deren Anzahl ist mit den vielen Todesopfern in Ägypten nicht zu vergleichen).

Was mich bei den Bildern aus Kairo – wie auch bei Berichten aus anderen Regionen, in denen sich Revolutionen ereignen oder die von Naturkatastrophen heimgesucht worden sind – verwundert: plötzlich gibt es Horden von Plünderern. Da ziehen marodierende Banden raubend und brandschatzend durch die Straßen. In der Tagesschau sah ich zum Beispiel einen jungen Mann, der mit einer Stehlampe unterm Arm durch die Trümmer von Ladeneinrichtungen auf einem Fußweg stapfte. Vermutlich sagt es nichts über die Not und die Unterdrückung der Menschen in Ägypten aus, dass nun einer von ihnen im größten Chaos ausgerechnet eine Stehlampe klaut – andere haben versucht, das Nationalmuseum auszuräumen oder wenigstens möglichst viel kaputt zu machen.

Was für ein Gemüt muss man haben, dass man gerade dann, wenn das eigene Volk versucht, die politischen Verhältnisse in absolutem Maße zu verändern, andere, also Mitmenschen um ihr Hab und Gut zu bringen, Angst und Schrecken zu verbreiten? Was geht in einem vor, wenn man nachts Schaufensterscheiben eintritt, Lebensmittelläden verwüstet, fremde Wohnungen heimsucht – bloß weil gerade keine Ordnungsmacht vorhanden ist? Gegen was oder für wen soll das gut sein? Warum kommt man auf die Idee, das man ausgerechnet in der Zeit der größten Not noch mehr Leid verbreitet. Und was sind das für Menschen, die Straßensperren errichten, die Türen aufbrechen, die alles klauen? Da brechen sich die niedrigsten Instinkte Bahn – oder ist das alles berechnend.

Ich bin sicher: Das hätte hier genauso passieren können. Wenn die Geschichte der Wende – möglicherweise nur durch einen dummen Zufall – hierzulande anders verlaufen wäre, dann hätte das alles 1989 hier vielleicht auch gegeben. Was für eine schreckliche Vorstellung.

Knetenhits 2010

ALso, manchmal haben die Damen und Herren von Schandmännchen echt gute Ideen – Der Titel für die neue CD mit Daten von angeblichen Steuersündern heißt demnach: “Knetenhits 2010“.

Wenn der Zweck, also der Kauf der auf illegale Weise zusammengetragenen Daten, nach Auffassung maßgeblicher Teile der Bundesregierung jetzt wohl endgültig die Mittel heiligt – wird Hehlerei dann salonfähig? Darf man künftig ohne Bedenken Dinge kaufen, die irgendwo vom Lastwagen gefallen sind, wenn man dadurch Geld spart? Schließlich könnte der ja an dieser Stelle gesparte Betrag an anderer Stelle wirtschafts-ankurbelnd investiert werden. Und als guter Staatsbürger sollte man schließlich auch das große Ganze im Blick haben.

Andererseits: Wie viele auf Steuerhinterziehung im Ausland spezialisierte Steuerfahnder kann man eigentlich von 2,5 Millionen Euro bezahlen?

Grossjackpot-Lotterie

Na, das geht ja gut weiter. Also, das könnte meine Methode werden, mit diesem Spam-Mist fertig zu werden: Vorlesen. Und dann gibts heute im Forum auf NDR1 Radio MV ab 20:15 noch mal ein paar Berichte zu den Themen unseres heutigen Servicetages.

Und wenn Sie auch ne seltsame Mail haben, die ich vorlesen kann, dann her damit. Müssen wir nur kucken, wie die Mail ,die Sie mir schicken, doch durch meinen Spamfilter kommt… Ein Teufelskreis…

Sofort Ausfullen!

Grob überschlagen habe ich in den vergangenen drei Monaten wohl an die 24 Millionen Euro gewonnen. Allein durch Gewinnspiele rund um die Fußball-WM im kommenden Jahr, durch unglückliche Todesfälle einsamer Deutscher in Nigeria oder durch Internetlotterien mit sensationellen Gewinnquoten – jedenfalls würde mir dieser Batzen Geld gehören, wenn die vielen Spamnachrichten denn wahr wären, die jede Woche in meinen Mail-Postfächern landen. Diese Angaben in diesen Nachrichten sind aber natürlich nicht wahr – das sieht man auf den ersten Blick. Und wenn nicht: Vielleicht wirds ja beim Hören deutlich. Bedienen Sie sich zu diesem Zweck bitte des angehängten Podcasts.

Schutz vor Spam und Viren, vor Betrug und bösen Buben im Internet, das ist am Dienstag auch das Thema beim Service-Tag auf NDR1 Radio MV. Von 8 bis 13 Uhr stehen drei Fachleute im Studio Rede und Antwort:

Rechtsanwalt Johannes Richard aus Rostock hat sich auf Streitfälle rund um Internetseiten und Online-Angebote spezialisiert.

Jörg Otto Czimczik vom Landeshochschulverband wird unter anderem Tipps geben, welche Computer-Programme wirklich nützlich sind und wie Anwender Sicherheitskopien von ihren Daten anlegen können.

Axel Friedrich vom Schweriner Systemhaus Planet-IC GmbH ist beim Servicetag unter anderem der Fachmann für den Schutz vor Viren und anderen Bedrohungen aus dem Internet.

Kostenlose Hotline zu NDR1 Radio MV: 0800/59 59 – 100.

Nagellackentferner-Pads

Man liest ja so viel. Und dann tragen auch noch die Leute in der Warteschlange an der Supermarktkasse zum latenten Gefühl der Unsicherheit ihren Teil bei. Vor mir legte ein massiger Typ mit langem, wirrem blonden Haar folgende Artikel aufs Förderband: Eine Flasche Body-Lotion, eine Sprühdose leicht entzündliches Haarspray, acht kleine Töpfchen mit je 25 Nagellackentferner-Pads und vier Batterien. Ich bin geneigt, dieser Aufzählung noch ein alarmierendes Ausrufezeichen hinzuzufügen: ! – Wer weiß, was man daraus alles basteln kann. Wer weiß, was passiert, wenn man Nagellackentferner-Pads unter Strom setzt, wenn sie erst einmal mit der blaugrünen Flamme aus einer Haarspraydose auf die notwendige Temperatur gerbacht worden sind. Vielleicht müssen wir bald wieder von aufgesprengten Geldautomaten, entgleisten Straßenbahnen und spurlos verschwundenen Tätern, dafür aber von kleinen, kreisrunden Aschehäufchen berichten…

Ich war echt beunruhigt, weil alle Waren, die das Kassenmädchen über den Scanner zog, überhaupt nicht zum Käufer zu pasen schienen (bis auf die Batterien vielleicht).

Ich habe eben mal Onkel Google gefragt, ob der was weiß über Pads, Lotion, Spray und Strom und wie man das zusammenbasteln kann… nichts (außer Sonderangebote in diversen Drogeriemärkten). Das gibt nun wieder Hoffnung. Vielleicht liest man ja auch einfach zu viel…

Muhahahaaa!

Hallo, ich möchte gern ihre Zugangsdaten für ein Online-Bezahlsystem klauen. Deshalb schicke ich Ihnen diese Nachricht mit der Warnung, dass jemand angeblich bereits versucht hat, Ihr Konto zu knacken und einem gefakten Link auf meine Seite, die der echten Bezahlsystemseite täuschend ähnlich sieht, und wo sie dann bitte ihre echten Daten eingeben, damit ich diese dann tatsächlich klauen kann. Ich warne Sie hiermit also vor mir selbst. Damit Sie das auch erkennen, habe ich noch den einen oder anderen Fehler wie zufällig im Text versteckt. Viel Spaß beim Suchen. Sie werden jetzt wahrscheinlich wünschen, dass mir das Gemächt schrumpelt als Strafe für meine Dreistigkeit – hätte nicht gedacht, dass wenigstens das funktioniert.

Mit freundlichem Gruß,

Ihr Spammer vom anderen Ende der Welt.

Oder was genau soll man zwischen Zeilen lesen, wenn man eine Mail wie die hier nun zitierte – und was den Link angeht entschärfte – im Postfach findet?

Hallo Gast paypal,

Ihr Online-Konto wird ausgesetzt, weil wir ein Problem fest mit Ihrem Konto.

Wir stellten fest, dass jemand versucht, Ihr PayPal-Konto ohne Ihre Erlaubnis zugreifen darf. Zu Ihrem eigenen Schutz, beschr?nken wir den Zugriff auf Ihr Konto. Zur ?berwindung dieser Einschr?nkung, klicken Sie unten und folgen Sie den Anweisungen geben Ihr PayPal-Konto zu ?berpr?fen:

https://www.fieserlink.auf/falsche_Seite&?=muhahahaaa

Hinweis: Wenn Sie auf unsere Forderung ignorieren, lassen Sie uns keine andere Wahl als eure Accounts vorr?bergehend gesperrt.

Wir schatzen Ihre Zusammenarbeit in dieser Angelegenheit.

Danke,

PayPal


Ja, man könnte das auch einfach ignorieren, aber ich habe gerade was zum Aufregen gesucht, und da kam mir diese Grmblfjx-Mail gerade recht.

Freeware für Geld

Die Ostseezeitung meldet auf ihrer Intenetseite (der Artikel ist hier vorerst auch für Nicht-Abonnenten sichtbar) heute Abend vorab, dass sie morgen über eine dreiste Abzocke im Internet berichtet. Ein Mann aus dem Stadtteil Lütten Klein habe auf seiner Seite Software, die eigentlich kostenlos ist, gegen eine Anmelde-Gebühr von 34,95 Euro zum Download angeboten. Darunter unter anderem der Browser Firefox, der Mailclient Thunderbird und der CD-Ripper Audiograbber.

Die Internetseite gibt es noch – der auch in der Meldung erwähnte  Betreiber residiert jetzt laut Impressum in Güstrow. Tatsächlich bietet er auf seiner Seite Software an und gibt sogar an, dass es sich um Freeware handelt. So gibt es in der jeweiligen Beschreibung sogar einen Link auf die Definition von Freeware bei wikipedia, wo es unter anderem heißt:

“Typische Vertragsbedingungen vom Autor sind etwa, dass die Verbreitung gegen ein Entgelt untersagt ist oder die Nutzung nur für Privatpersonen kostenlos ist, d.h. der Einsatz im kommerziellen Umfeld bedarf einer Lizenzgebühr.”

Angeblich sind viele Internetnutzer in diese Freeware-Falle gegangen. Das ist kaum nachzuvollziehen. Nun gut, die Seite sieht professionell aus. Aber wie landet man auf so einer Seite? Selbst wenn man Audiograbber sucht, ist der dritte google-Treffer gleich die Homepage des Programms. Und wer zahlt 35 Euro, um Freeware downloaden zu können?

Die Programm, die dort zum Download bereitstehen, sollen der OZ zufolge auch persönliche Daten abfragen. Der Browser sei außerdem derart manipuliert, dass er die online-Seiten von Verbraucherschutzorganisationen nicht abrufen kann.