Malchow Lights, Volksfest-Edition

Das Volksfest ist der Höhepunkt jedes Sommers – seit 165 Jahren. In Malchow treffen sich dann irgendwie alle. Erst zum Umzug über die Altstadtinsel – und dann zwischen Karussells und hohen Bäumen, um bis spät in die Nacht Malchow im Allgemeinen und feucht-fröhliches Wiedersehen im Speziellen zu feiern. Gelegenheit für ein paar farbenfrohe Betrachtungen dieses ganzen Rummels.

Wenn Buchstaben sich gehen lassen

Der erste Gedanke: Der Maler hat zu früh Feierabend gemacht. Der zweite Gedanke: Niemand hat’s bemerkt. Teilweise falsch.

In diesem Supermarkt in Malchow sehen die Buchstaben überm Kühlregal zwar aus wie gemalt, sind sie aber nicht. Das sind Papp-Lettern, die da über den Regalen an den Wänden hängen – oder im Falle des “t” hingen. Der braune Papp-Haken hat sich einfach gehen lassen. Dieser Buchstabe fristet nun ein unbeachtetes Dasein auf dem Dach des Wurst-Schranks. Und noch hat’s niemand bemerkt.

Brückentag

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Die Drehbrücke in Malchow. Seit gut einem Jahr ist die Innenstadtdurchfahrt gesperrt, weil die Wasserquerung erneuert wird. Heute war nun sozusagen Brückentag in Malchow: die neue Brücke wurde gefeiert. Allerdings ist die noch nicht ganz fertig. Aus diesem Grund wurde die neue Brücke gefeiert, obwohl man sie noch nicht betreten konnte – nur eine Auswahl an Models durfte für eine abendliche Modenschau über den schwenkbaren Straßenabschnitt stolzieren. Das gemeine Malchower Fußvolk muss bis zum Jahresende weiterhin mit dem parallel errichteten Provisorium Vorlieb nehmen. Denn: die Zufahrten zur neuen Malchower Drehbrücke sind noch längst nicht fertig.
Aber immerhin: Die Poller, die nachts die Zufahrt regeln sollen, funktionieren schon. Und sehen auch als Laternen-Stativ recht schön aus. Und so dient dieses Foto sozusagen als Zusammenfassung des Abends.

Klassifiziert

Warteraum, Klasse 2
Das einzig Schöne am Bahnhof Malchow.

 

Vom Bahnhof Malchow ist eigentlich nicht mehr viel übrig. Die Reste eines Bahnsteigs, ein verrammelter Ziegelbau, eine zerschmetterte Normaluhr und doofe Graffiti. Wenn einen die auch noch orange-grün lackierten Triebwagen der Ostdeutschen Eisenbahn dort ausspucken, hat man unweigerlich das Gefühl, man gehört zum allersten Spähtrupp, der im Katastrophengebiet abgesetzt wird um zu prüfen, ob überhaupt irgendwas oder irgendwer das entsprechende Inferno überlebt hat. Die Antwort müsste, dem ersten bis neunundzwanzigsten Eindruck nach eigentlich “nein” lauten. Aber immerhin gibt es etwas, das wenigstens noch ansatzweise daran erinnert, dass hier mal ein Bahnhof stand: Der Hinweis auf die Warteräume, in denen schon seit Ewigkeiten niemand mehr gewartet hat. Inzwischen ist der gesamte Flecken ein Warteraum unterster Klasse…

Umzug im Regen

Traditionsreich