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		<title>Rügen spontan</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 04:55:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auch mitten im Juli kann man als Kurzurlauber auf Rügen ein paar schöne Tage verbringen - wenn man weiß, wie man den zigtausenden anderen Feriengästen zeitweise aus dem Weg gehen kann.]]></description>
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<div id="attachment_2992" class="wp-caption aligncenter" style="width: 473px"><a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/wp-content/uploads/2010/08/Seebrücke_sellin.jpg"><img class="size-medium wp-image-2992 " src="http://www.kohlhof.de/kohlhof/wp-content/uploads/2010/08/Seebrücke_sellin-300x200.jpg" alt="Die Seebrücke von Sellin auf Rügen zu später Stunde. Foto: Christian Kohlhof" width="463" height="309" /></a><p class="wp-caption-text">Die Seebrücke von Sellin auf Rügen zu später Stunde. Foto: Christian Kohlhof</p></div>
<p>Wenn man sich in der allerhöchsten Hochsaison zu einem spontanen Kurzurlaub auf Deutschlands größter Insel entschließt, dann muss man damit rechnen, kein Quartier mehr zu bekommen – dachten wir jedenfalls. Und tatsächlich: Die zentrale Buchungsseite im Internet hatte gerade noch eine einzige Unterkunft im Angebot, als wir am Tag unseres Aufbruchs Richtung Insel online nachsahen. Auch die telefonische Buchungsanfrage brachte dasselbe Ergebnis: In einem Bungalow-Dorf auf der Halbinsel Ummanz war noch ein Häuschen frei. Das bucht man natürlich, auch wenn es 108 Euro pro Nacht kostet.<br />
Wie sich später herausstellen sollte, kann man auch in der Hochsaison auf blauen Dunst nach Rügen  reisen – wir haben noch ein paar „Zimmer frei“-Schilder entdeckt: in kleineren Orten abseits der Hauptverbindungsstraßen auf der Insel und in entlegenen Ecken Rügens.<span id="more-2991"></span>Wenigstens mussten wir uns nicht mehr mit der Quartiersuche abgeben, sondern konnten gleich die Insel erkunden. Drei Tage hatten wir uns vorgenommen – und die haben wir hauptsächlich auf der Halbinsel Mönchgut verbracht. Wie nicht anders zu erwarten, waren die Strände, zum Beispiel zwischen Lobbe und Thiessow, dicht bevölkert. Ohne Strandmuschel lässt man sich dort ja heutzutage gar nicht mehr blicken – trotzdem liegt man dicht an dicht, was keine neue Erkenntnis ist. Aber als Küstenmensch ist man ja nicht automatisch auch ein Strandmensch – ich jedenfalls halte die Ferienenge zwischen Brandungszone und Dünen für wenig erholunsgfördernd.<br />
Wo begibt man sich also hin, wenn alle anderen am Strand sind? In einen kleinen, abgeschiedenen Ort seiner Wahl. In Alt-Reddevitz gibt’s ein Fischlokal in einer mächtigen Scheune – wenn man dort unter großen Sonnenschirmen auf der Terrasse sitzt und in absoluter Ruhe den Schwalben beim Tschilpen, den entfernten Welle beim Plätschern und einigen Treckern bei der Strohernte zuhört&#8230; dann kann man entspannen. Dazu leckerste Scholle – sehr schön.<br />
Und man kann sogar wandern, zur Strandburg, einer Zweigstelle des Restaurants, ein paar Hügel weiter auf einer der kleinen Landzungen, die zusammen das Mönchgut bilden (das früher einmal zum Kloster Eldena gehörte und daher seinen Namen hat).<br />
Ab und zu trifft man ein paar andere Urlauber, läuft vorbei an windschiefen Fichten und Obstbäumen, entspannt wiederkäuenden Rindviechern und sieht auf jeden Fall immer irgendwo vor, hinter oder neben sich die Ostsee in Form von Meer, Bodden oder Hafen.<br />
Abends kann man sich dann auch mal in eines der Ostseebäder begeben, nach Sellin etwa. Die Abendstimmung auf der Wilhelmstraße, die bergan zur Seebrücke führt, ist einerseits mondän, vermittelt aber andererseits auch eine lockere Gelassenheit – das ist wohl die Aura, die die vielen Urlauber versprühen.<br />
Das Mönchgut ist nicht nur bei sonnigem Wetter als Ausflugsziel geeignet. Es ist auch bei Regen und Sturm ein lohnenswertes Ziel – und geradezu zu empfehlen, auch aus folgendem Grund: Sobald sich nämlich graue Wolken über Rügen ballen, erfasst die Urlauber aus Ost und West eine Art Herdentrieb.</p>
<div id="attachment_3000" class="wp-caption alignleft" style="width: 273px"><a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/wp-content/uploads/2010/08/Feuerwerk_Störtebeker.jpg"><img class="size-full wp-image-3000 " src="http://www.kohlhof.de/kohlhof/wp-content/uploads/2010/08/Feuerwerk_Störtebeker.jpg" alt="Abschlussfeuerwerk. Wenn Störtebeker auf der Naturbühne Ralswiek mal wieder jede Menge Gutes geta und ein Damenherz gewonnen hat, gibts einen schönen Funkenregen zu sehen. Foto: Christian Kohlhof" width="263" height="395" /></a><p class="wp-caption-text">Abschlussfeuerwerk. Wenn Störtebeker auf der Naturbühne Ralswiek mal wieder jede Menge Gutes geta und ein Damenherz gewonnen hat, gibts einen schönen Funkenregen zu sehen. Foto: Christian Kohlhof</p></div>
<p>Sie folgen wohl einer Art Urinstinkt, der sie dazu veranlasst, in einem Rudel geschlossen das Eiland zu verlassen. Wahrscheinlich wird beim Frühstück auf Zeltplätzen, in Pensionen und an Hotel-Buffets kollektiv beschlossen: „Heute schauen wir uns Stralsund an, das Ozeaneum und so – denn das Wetter ist ja heute nicht schön.“ Und dann staksen sie alle wie Zombis auf Urlaub im Gleichschritt zu ihren Autos und reihen sich ein in eine schier endlose Kolonne, die von Kap Arkona über alle Hauptstraßen der Insel bis zur Rügenbrücke reicht, während die Motoren ein Stralsund-Mantra brummen. Wir haben uns die Hansestadt zuvor schon bei Sonnenschein angesehen, sie ist auch dann sehr sehenswert. Insofern ist die Einschätzung der Urlaubermasse, Stralsund sollte man sich am  besten während eines Unwetters ansehen, wenn man gemeinsam panisch von der Insel flüchtet, natürlich falsch. Einerseits. Andererseits ist es natürlich sehr freundlich, für einen Tag die Insel zu verlassen – für all die, die sich dem Druck der Masse entziehen können und auf Rügen bleiben. Für diese Standhaften wird dadurch ein geradezu paradiesischer Tag auf der Insel möglich. Das Mönchgut ist dann noch ein bisschen ruhiger, die Servicekräfte in Cafes und Restaurants teilweise doch ein bisschen entspannter und überhaupt. Immerhin gibt es ja auch jede Menge Museen, Geschäfte und Attraktionen auf Rügen, deren Besuch sich auch bei durchwachsenem Wetter lohnt.<br />
Das gilt natürlich nur in eingeschränktem Maße für die Aufführungen der Störtebeker-Festspiele auf der Naturbühne Ralswiek. Wir hatten Glück und waren mit 8000 anderen Zuschauern an einem lauen Sommerabend dort. 2009 war die Story eher dünn, 2010 ist die Fortsetzung von „Störtebekers Gold“, die Episode „der Fluch des Mauren“ spannender und tiefgründiger gelungen, auch wenn weiterhin Freunde von kitschigen Liebesmomenten auf ihre Kosten kommen. Dazwischen rummst, poltert und klirrt es zünftig – man empfindet das Warten aufs allabendliche Abschlussfeuerwerk also 2010 nicht als allzu große Zumutung.<br />
Rügen ist also auch im Sommer einen Kurzurlaub wert – jetzt freuen wir uns auf den Winter, dann wollen wir noch mal hin – und werden rechtzeitig buchen.</p>

	Schlagwörter: <br /><a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/ferien/" title="Ferien" rel="tag">Ferien</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/fotos/" title="Fotos" rel="tag">Fotos</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/mecklenburg-vorpommern/" title="Mecklenburg-Vorpommern" rel="tag">Mecklenburg-Vorpommern</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/rugen/" title="Rügen" rel="tag">Rügen</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/urlaub/" title="Urlaub" rel="tag">Urlaub</a><br />
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		<title>Winter-Darß</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Feb 2010 06:22:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf dem Darß sieht es zur Zeit, wie immer noch in weiten Teilen Mecklenburg-Vorpommerns, so aus. Eine wundervolle Schnee- und Eis-Landschaft am Ostsee-Strand ist da in den vergangenen Wochen entstanden. Ideale Kulisse für Wochenendausflüge. Inzwischen gibt es sogar Langlauf-Loipen am Strand und dicke Eisklumpen schwappen im Brandungsbereich. In der Nacht sind dann wohl auch wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2733" class="wp-caption alignleft" style="width: 480px"><img class="size-full wp-image-2733" title="eisostsee" src="http://www.kohlhof.de/kohlhof/wp-content/uploads/2010/02/eisostsee.jpg" alt="eisostsee" width="470" height="277" /><p class="wp-caption-text">Die eiskalte Ostsee bricht sprudelnd am gut 30 Zentimeter dicken Eispanzer, der sich auf den Strand von Prerow auf dem Darß gelegt hat.</p></div>
<div id="attachment_2734" class="wp-caption alignleft" style="width: 292px"><img class="size-full wp-image-2734" title="eisstrand" src="http://www.kohlhof.de/kohlhof/wp-content/uploads/2010/02/eisstrand.jpg" alt="eisstrand" width="282" height="423" /><p class="wp-caption-text">Spaziergänger am Eis-Strand hinterlassen deutliche Spuren.</p></div>
<p>Auf dem Darß sieht es zur Zeit, wie immer noch in weiten Teilen Mecklenburg-Vorpommerns, so aus. Eine wundervolle Schnee- und Eis-Landschaft am Ostsee-Strand ist da in den vergangenen Wochen entstanden. Ideale Kulisse für Wochenendausflüge. Inzwischen gibt es sogar Langlauf-Loipen am Strand und dicke Eisklumpen schwappen im Brandungsbereich.</p>
<p>In der Nacht sind dann wohl auch wie hier in Rostock noch einmal gut zehn Zentimeter Neuschnee hinzugekommen&#8230; Hört das denn nie auf? ;-)</p>
<div id="attachment_2732" class="wp-caption alignleft" style="width: 480px"><img class="size-full wp-image-2732" title="eishaus" src="http://www.kohlhof.de/kohlhof/wp-content/uploads/2010/02/eishaus.jpg" alt="eishaus" width="470" height="252" /><p class="wp-caption-text">Von da oben hat man bestimmt einen schönen Blick auf die eiskalte Ostsee - hoffentlich ist gut geheizt. Fotos: Christian Kohlhof</p></div>

	Schlagwörter: <br /><a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/fotos/" title="Fotos" rel="tag">Fotos</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/mecklenburg-vorpommern/" title="Mecklenburg-Vorpommern" rel="tag">Mecklenburg-Vorpommern</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/schnee/" title="Schnee" rel="tag">Schnee</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/wetter/" title="Wetter" rel="tag">Wetter</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/winter/" title="Winter" rel="tag">Winter</a><br />
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		<title>Zeitplan</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 16:18:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das letzte Stück der Autobahn 14 zwischen Jesendorf und Cambs soll am 21. Dezember 2009 eröffnet werden. Das möchte man gern glauben. Allerdings habe ich den Eindruck&#8230; also, ich formuliers mal positiv: Die Arbeiter scheinen in den letzten Tagen wohl noch besonders viel zu tun zu haben. Auf den 14 Kilometern, auf denen Bagger, Lastwagen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das letzte Stück der Autobahn 14 zwischen <a title="ddp-Meldung auf ad-hoc-news.de zur Autobahn 14" href="http://www.ad-hoc-news.de/kilometer-letzes-teilstueck-der-a-14-wird-am-21-dezember--/de/Wirtschaft-Boerse/20719105">Jesendorf und Cambs soll am 21. Dezember 2009 eröffnet</a> werden. Das möchte man gern glauben. Allerdings habe ich den Eindruck&#8230; also, ich formuliers mal positiv: Die Arbeiter scheinen in den letzten Tagen wohl noch besonders viel zu tun zu haben.</p>
<div id="attachment_2492" class="wp-caption aligncenter" style="width: 480px"><img class="size-full wp-image-2492" src="http://www.kohlhof.de/kohlhof/wp-content/uploads/2009/11/bauarbeiten_a14.jpg" alt="bauarbeiten_a14" width="470" height="197" /><p class="wp-caption-text">Bau der Autobahn 14 zwischen Wismar und Schwerin. Das Foto entstand am Dienstag. Foto: Christian Kohlhof</p></div>
<p style="text-align: left">Auf den 14 Kilometern, auf denen Bagger, Lastwagen und Maschinen seit 2007 Fahrbahnen, Brücken und Wälle zusammensetzen, fehlt gut vier Wochen vor der geplanten Eröffnung noch einiges: Markierungen, Leitplanken, Zäune, Begrünung &#8211; stattdessen stehen überall noch Baustellenfahrzeuge, Bagger schaufeln hier und da am Rand.</p>
<p style="text-align: left">Ich sehne die Eröffnung geradezu herbei, weil sie die letzte Autobahnlücke zwischen Rostock/Wismar und Schwerin schließen wird &#8211; die Fahrtzeit dürfte sich um eine Viertelstunde verringern &#8211; aber ich habe in meinem inzwischen schon recht langen Leben schon die eine oder andere Autobahnbaustelle einen Monat vor deren Eröffnung gesehen. Da standen meiner Erinnerung nach keine Lastwagen mehr rum, Bagger waren auch längst abgerückt. Eigentlich erweckten andere neue Autobahnen eher den Eindruck, als könnte man sie auch schon vier Wochen früher eröffnen, weil sowieso schon alles fertig war. Nun, das ist hier anders, aber das muss ja nichts heißen, wenn der Zeitplan stimmt. Schließlich kenne ich mich mit dem Ablauf eines Autobahnbaus auch nicht im Detail aus &#8211; und drücke mit diesem Beitrag einfach nur meine Hoffnung aus, dass derjenige, der neulich behauptet hat, der 21. Dezember 2009 sei Freigabetermin, auch recht behalten möge.</p>
<p style="text-align: left">Das Foto entsand an jener Stelle:</p>
<p><a href="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;source=embed&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=%2B53%C2%B0+43'+20.82%22,+%2B11%C2%B0+32'+24.35&amp;sll=53.722507,11.539823&amp;sspn=0.001568,0.004823&amp;ie=UTF8&amp;t=h&amp;ll=53.728252,11.544313&amp;spn=0.01371,0.04034&amp;z=14&amp;iwloc=near">Größere Kartenansicht</a></p>

	Schlagwörter: <br /><a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/foto/" title="foto" rel="tag">foto</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/mecklenburg-vorpommern/" title="Mecklenburg-Vorpommern" rel="tag">Mecklenburg-Vorpommern</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/rostock/" title="Rostock" rel="tag">Rostock</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/schwerin/" title="Schwerin" rel="tag">Schwerin</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/verkehr/" title="Verkehr" rel="tag">Verkehr</a><br />
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		<title>Held 5002</title>
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		<pubDate>Mon, 25 May 2009 20:07:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Waschbär aus Mecklenburg-Vorpommernhat einen Weltrekord im Laufen aufgestellt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>Der tragische Held der folgenden Geschichte hat nicht mal einen Namen, nur eine Nummer: 5002. Unter dieser Ziffernfolge hat er aber immerhin einen Weltrekord aufgestellt. Und der ist typisch für Mecklenburg-Vorpommern: Es ist ein Rekord im Abwandern. Ein Phänomen, das seit der Wende im Nordosten ganze Landstriche entvölkert. Alles längst bekannt. Aber dieser Fall sorgt noch einmal bundesweit für Aufsehen. Der Protagonist allerdings erntet diesen Ruhm erst postum. Nummer 5002 ist&#8230; nein: war ein Waschbär. Und Nummer 5002 ist längst tot.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><br />
</strong></p>
<div id="attachment_1940" class="wp-caption alignleft" style="width: 239px"><img class="size-full wp-image-1940" src="http://www.kohlhof.de/kohlhof/wp-content/uploads/2009/05/waschbaer01.png" alt="waschbaer01" width="229" height="344" /><p class="wp-caption-text">Vorher: Die Biologin Berit Köhnemann mit dem zwölf Wochen alten Rekordhalter in spe am Tag seiner Markierung im Müritz-Nationalpark. Foto: Projekt Waschbär</p></div>
<div id="attachment_1941" class="wp-caption alignright" style="width: 240px"><img class="size-full wp-image-1941" style="margin-top: 12px; " src="http://www.kohlhof.de/kohlhof/wp-content/uploads/2009/05/waschbaer02.png" alt="waschbaer02" width="230" height="345" /><p class="wp-caption-text">Nachher: Jägerin Helga Will mit demselben Tier am Tag seiner Erlegung im knapp 300 km entfernten Revier Oerel. Foto: Rolf Kröger</p></div>
<p style="text-align: left;">285 Kilometer Luftlinie Richtung Westen ist Waschbär Nummer 5002 gewandert &#8211; und damit wohl so weit, wie noch nie ein Waschbär zuvor. Nach allem, was Fachleute über das Herumstreunen von Waschbären wissen, dürften es insgesamt wohl 800 Kilometer Fußmarsch gewesen sein, die Nummer 5002 zurückgelegt hat, während er durch weite Teile Norddeutschlands mäanderte. Wie auch immer: Jedenfalls gibt es weltweit keine Aufzeichnungen über ähnliche Laufleistungen bei Kleinbären. Nun gibt es sie &#8211; aber wer weiß, wozu 5002 noch imstande gewesen wäre? Denn ausgerechnet eine niedersächsische Jägerin sah in dem pelzigen Wandergesellen nicht den wissenschaftlichen Leistungsträger, sondern nur den Problembären und bereitete dem Ausflug in den vermeintlich Goldenen Westen ein waidmännisches Ende. Irgendwo in der Nähe von Oerel bei Bremen war der Wanderbär in eine Tierfalle getappt. Und &#8220;Oerel&#8221;, das dürfte so in etwa auch der letzte Laut gewesen sein, den Bär 5002 von sich gegeben hat, als die Jägerin beherzt ans Problembeseitigen ging.</p>
<p style="text-align: left;">Das wird mindestens 90 Tage später gewesen sein, nachdem die Mitarbeiter vom &#8220;Projekt Waschbär&#8221; im Jahr 2006 im Müritz-Nationalpark Nummer 5002 im zarten Alter von zwölf Wochen auf seine Mission geschickt hatten. Sie hatten ihm winzige Marken ans Ohr gepinnt und einen kleinen UKW-Sender an einem Halsband umgelegt. <span id="more-1939"></span>Mit Hilfe dieser modernen Technik wollten die Leute vom Verein &#8220;Gesellschaft für Wildökologie und Naturschutz&#8221;, zu dem das Forschungsprojekt gehört, das Laufverhalten von Waschbärrüden besser verstehen.</p>
<p style="text-align: left;">Darüber weiß man in der akademischen Welt &#8211; so unglaublich es auch klingen mag &#8211; bislang so gut wie nichts. Nur soviel: Fähen stehen, Rüden gehen. Die Weibchen lassen sich dort nieder, wo Mutter Natur an plätschernden Flüssen den Tisch reichlich deckt. Und dann warten die maskierten Damen, wer so vorbeikommt. In der Regel sind das Waschbären-Herren aus der weiteren Umgebung.  Die nachtaktiven Wanderer legen pro Tag wohl acht bis zehn Kilometer zurück. Die längste bisher zurückgelegte, bekannte Strecke hatte den heute nahezu in Vergessenheit geratenen Rüden 3005 im Laufe seines Lebens gut 95 Kilometer weit weg vom heimischen Ufer geführt: Seine Reise endete an einem heranrasenden Autoreifen.</p>
<p style="text-align: left;">Wie er war auch Nummer 5002 nur auf der Suche nach ein bisschen Liebe, Geborgenheit, Zuwendung und der Frau fürs Leben &#8211; mit der er (so wollen es Hormone, Instinkte und überhaupt die Waschbärentradition) eine möglichst große Anzahl von Nachkommen hätte zeugen können. Diese triebgesteuerte Suche auf auffallend langen Freiersfüßen führte aber auf Umwegen ins Verderben.</p>
<p style="text-align: left;">Ich kann es nur mutmaßen, aber wahrscheinlich ist die Überwachungszentrale vom Projekt Waschbär so etwas ähnliches wie der Tower auf einem großen Flughafen. Überall Monitore, Telefone, Menschen, die wie gebannt auf Bildschirme blicken. Auf den Mattscheiben bewegen sich kleine grüne Punkte. Ein blinkendes, nächtliches Gewusel: Mecklenburgs Waschbärenrüden im Überblick. Und irgendwann &#8211; im Dezember 2006 &#8211; wird alles anders gewesen sein: Erst durchbricht ein Ausruf die routinierte Stille; ein Ausruf, den seit der 3005er-Geschichte hier eigentlich niemand wieder hören wollte: &#8220;Wir haben hier einen Code Red!&#8221; Das ganze Team stürzt zum Monitor, ungläubig dreinblickend. Kopfschüttelnd. Sie sehen, was sie nicht mehr verhindern können. Aus dem Schwarm der grünen Punkte setzt sich ein kleiner Kreis ab &#8211; erst kaum erkennbar, dann immer rasanter. Der Schichtleiter versucht, Ruhe auszustrahlen: &#8220;Der kommt wieder. Der will nur mal allein sein.&#8221; Doch schon bald ist klar: Nichts hält den Punkt auf. &#8220;Welcher ist es?&#8221;, wird schließlich jemand fragen. &#8220;Es ist 5002.&#8221; Hängende Schultern, ratlose Blickwechsel, und dann klopft irgendjemand erst kraftlos, dann immer heftiger gegen den Westrand des Monitors &#8211; als ließe sich damit das Unabwendbare doch noch verhindern&#8230; Während Kollegen den Klopfer vom Bildschirm wegdrängen, wird der wandernde grüne Leuchtfleck immer schwächer, blinkt noch einmal müde auf und scheint dann nach rechts aus dem Monitor herauszuschweben. Nummer 5002 hat eine Grenze überschritten.</p>
<p style="text-align: left;">Denn dort, wo der kleine Racker so beharrlich hinstrebt in jener kalten Dezembermond-Nacht (und in etwa 90 weiteren Nächten), gibt das, wonach er sucht, nicht: Das Weibchen fürs Leben &#8211; es gibt ja nicht mal eines für eine Nacht. In Mecklenburg-Vorpommern leben hunderte, tausende Waschbären-Weibchen. Aber im Westen? Fehlanzeige. Aus diesem Grund wird 5002 am 5. März 2007 in Oerel auch zum Tagesgespräch. Waschbären kannte man dort bislang nur aus dem Fernsehen. Auch der Knopf im Ohr des erlegten Bären ließ niemanden aufmerken. Der Heimatstation in <a href="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;source=s_q&amp;hl=de&amp;q=Goldenbaum,+17237+Carpin,+Mecklenburg-Strelitz,+Mecklenburg-Vorpommern&amp;sll=54.058654,11.74114&amp;sspn=0.007506,0.022745&amp;ie=UTF8&amp;cd=1&amp;geocode=FS29LQMd37rJAA&amp;split=0&amp;ll=53.325004,13.241744&amp;spn=0.015277,0.04549&amp;t=h&amp;z=15">Goldenbaum</a> jedenfalls hat niemand Bescheid gesagt, dass man deren vierbeinigen Botschafter mit einem Kopfschuss fachgerecht erlegt hatte. Erst jetzt, über zwei Jahre später, war die Geschichte vom Waschbären in der niedersächsischen Öd&#8230; Wildnis so weit rum, dass man auch im Müritz-Nationalpark davon erfuhr.</p>
<p style="text-align: left;">Die Wildbiologen sind über den gewaltsamen Tod ihres Forschungsobjekts aber nicht sehr erschüttert. Das gehöre zu einem Waschbärenleben dazu. Allerdings hatte man ja auch viel Zeit, sich an diesen Gedanken zu gewöhnen. Die Pressemitteilung vom &#8220;Projekt Waschbär&#8221; jedenfalls bilanziert euphorisch: &#8220;Mit dem hierbei zurückgelegten Weg hat der Kleinbär nun einen neuen Weltrekord aufgestellt – es ist die längste Abwanderungsstrecke, die je für diese Tierart nachgewiesen werden konnte&#8221;. Fest steht jetzt: Der Weltrekordler hat nur deshalb überhaupt diese Leistung erbracht, weil er auf dem Irrweg war.</p>
<p style="text-align: left;">Wir werden ihn nie vergessen.</p>
<p style="text-align: left;">Links:</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.projekt-waschbaer.de/">Projekt Waschbär</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.projekt-waschbaer.de/fileadmin/user_upload/PM_TierischeSpitzenleistung_ProjektWaschbaer.pdf">Pressemitteilung vom Projekt Waschbär</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/2034775_0_9223_-tragischer-weltrekord-der-heldenhafte-tod-von-waschbaer-5002.html">Bericht der Stuttgarter Zeitung</a></p>

	Schlagwörter: <br /><a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/glosse/" title="Glosse" rel="tag">Glosse</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/mecklenburg-vorpommern/" title="Mecklenburg-Vorpommern" rel="tag">Mecklenburg-Vorpommern</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/tier/" title="Tier" rel="tag">Tier</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/wissenschaft/" title="wissenschaft" rel="tag">wissenschaft</a><br />
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		<title>Glücksvögel</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Mar 2009 22:29:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Einen entscheidenden Vorteil hat die tägliche Reiserei quer durchs Land ja: Jeden Morgen sehe ich derzeit Kraniche in großen und kleinen Gruppen majestätisch am Frühlingshimmel von Mecklenburg-Vorpommern schweben. Ein paar Artgenossen im grauen Federkleid stehen derweil auf den schon saftig grünen Feldern, wo die ersten zarten Pflänzchen sprießen und picken mit ihren langen Schnäbeln seelenruhig, wie es scheint, nach Futter. Ich staune immer wieder, wie groß diese Vögel doch wirken. Daneben sehen selbst manche Rehe, die jetzt im Frühling besonders gut zu entdecken sind, eher winzig aus. Mecklenburg-Vorpommern, Naturland Nummer eins. Und dann meldet der Müritz-Nationalparkauch noch, dass die ersten Fischadler aus ihren Winterquartieren im Süden zurückgekehrt sind. Die Abwanderung scheint vorerst also gestoppt &#8211; in einigen Bereichen. <a title="wikipeida über Brain-Drain" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Braindrain">Bird-Drain</a> ist das Stichwort &#8230;</p>

	Schlagwörter: <br /><a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/mecklenburg-vorpommern/" title="Mecklenburg-Vorpommern" rel="tag">Mecklenburg-Vorpommern</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/natur/" title="Natur" rel="tag">Natur</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/tagebuch/" title="Tagebuch" rel="tag">Tagebuch</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/tier/" title="Tier" rel="tag">Tier</a><br />
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		<title>Nandus</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Aug 2008 18:15:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Eben auf der Fahrt von Lübeck nach Rostock am Rande der A20 gesehen: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nandus" title="Wikipedia-Eintrag über Nandus">Nandus</a>. Kurz vor dem Rastplatz Schönberger Land. Eine Gruppe von bestimmt fünf Tieren stand in einem Kornfeld. Die grau gefiederten Laufvögel sind seit einigen Jahren im Wakenitztal <a href="http://www.zeit.de/2003/13/Nandu" title="Bericht auf zeit-online">heimisch</a> <a href="http://www.kn-online.de/artikel/1673148" title="Bericht auf der Internetseite der Kieler Nachrichten">geworden</a>, nachdem sie wohl von einem Bauernhof ausgebüxt waren. (Für ein Foto von der Überholspur aus war allerdings keine Gelegenheit, ich hoffe auf Verständnis der Leserschaft&#8230;)</p>

	Schlagwörter: <br /><a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/lubeck/" title="Lübeck" rel="tag">Lübeck</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/mecklenburg-vorpommern/" title="Mecklenburg-Vorpommern" rel="tag">Mecklenburg-Vorpommern</a> - <a href="http://www.kohlhof.de/kohlhof/tag/vogel/" title="vögel" rel="tag">vögel</a><br />
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