Videoüberwachung am DJ-Pult

Was auf exklusiven Parties zu hören ist – und was es dann manchmal auch zu sehen gibt.

Musik für den Freitag, aufgenommen vor einem Jahr und einem Tag irgendwo in Mexiko, wenn ich das richtig verstanden habe. Der DJ ist Solomun aus Hamburg – man kann ihm auch bei der Arbeit zusehen: Das Projekt Boilerroom hat das Set gefilmt – so wie die meisten Sets gefilmt werden.

Drei Dinge fallen dabei auf:

1.) Man benötigt gar keine Lichteffekte. Ein paar Lampen unter der Decke reichen.

2.) Es ist erstaunlich, mit wie wenig Handgriffen man als Plattenunterhalter einen derartigen Mix hinlegen kann – es ist wohl alles eine Frage der Vorbereitung.

3.) Wenn man nicht dabei ist, kann sich der Einruck verfestigen, dass nicht alles elegant ist, was so auf Tanzflächen geschieht, selbst bei Boilerroom-Sets mit den wohl besten DJs wo gibt auffer Welt…

Zu Boilerroom-Parties kommt man dem Vernehmen nach nur mit Einladung, für alle ohne Ticket werden die Sets aber auch per Video gestreamt bzw. zum späteren Nachspielen online gestellt. Dabei zeichnen die Kameras alles auf. Alles.

Check, one, two – Boiler Room knows what you did last night.

Und darum ist auch der wunderbare Tumblr “Boiler Room knows what you did last night” entstanden. Herrlich. Das ist sicherlich ein großer Vorteil von Video-Überwachung.

Noch eins? Ok.

Oh. Mein. Gooooott. Nichts bliebt geheim.

Ja, das sind animierte Gifs – eigentlich eine Seuche. Was soll ich denn machen… ;-)

Unabhängig davon könnte ich mir vorstellen, dass es in Rostock bald eine ganz ähnliche Party-Reihe gibt mit ganz ähnlichem Titel: Broiler-Room.

Sein Rostock

Marterias neues Album mit Rostock-Song. Sowas gibts über Lübeck bisher jedenfalls nicht….

Das ist Song 14 auf dem neuen Album von Marteria – “Mein Rostock”, eine Liebeserklärung an seine Heimatstadt – und knallt auch schön rein, wie das restliche Album (“Zum Glück in die zukunft II”) auch. Und da passt dann auch der Text. Probe:

“Du blendest mich, bist einfach wunderschön.

[…]

Jeden Tag musst Du Dich beweisen,
ich verbreite Deinen Namen auf allen meinen Reisen.
Und nie wieder will ich von Dir weg.

Du bist so ehrlich zu jedem,
Du bist so herrlich dagegen.

[…]

Ich zieh los und such mein Glück,
doch Dein Licht zieht mich zu Dir zurück.
Mein Rostock.”

Ich musste lange überlegen, ob es denn einen vergleichbaren Song über Lübeck gibt.

Nun ja:

Und dann fiel mir noch dieser Song ein. Das Lied von Moisling TV, einem Internetvideoprojekt: Mein Moisling. Kenne ich ausm Radio, weil ich zur richtigen Zeit mal den Offenen Kanal eingeschaltet habe.

Immerhin sind jeweils die Titelzeilen vergleichbar. “Mein Rostock”, “Lübeck, mein Lübeck” und “Mein Moisling”.

Musik beamen

Audios mit Hilfe des Smartphones direkt vom Medienserver auf den UPNP-Player schicken. Mit Twonky Beam gehts.

Wie kommt eigentlich die Musik von der eigenen Mediathek elegant in die Stereoanlage? Und zwar, wenn man das alles via Smartphone steuern will. Ich habe wirklich lange nach einer funktionierenden Kombination aus Technik und Apps gesucht. “Twonky Beam” brachte heute unverhofft den Erfolg.

Die Ausgangslage: Ein betagter, aber hervorragend klingender Harman-Kardon-Verstärker, eine Fritzbox, die mit einer externen Festplatte auch als Medienserver fungiert, ein Apple-TV am Fernseher und einer Soundbridge von Roku am Verstärker. Von der Soundbridge kann man problemlos auf die Mediathek der Fritzbox zugreifen. Die Soundbridge ist super, aber das zweizeilige Display lässt sich nur für grundlegendes Blättern in Alben und Playlists nutzen. Ich habe nach einer App gesucht, mit der man vom iOS-Dings direkt bestimmen kann, welcher Song aus der Mediathek auf der Soundbrigde landet, um das traute Heim zu beschallen. Ich habe mehrere ausprobiert, es hat nicht funktioniert. Heute habe ich Twonky-Beam getestet. Es funzt. So gehts.

Twonky Beam gibts kostenlos im AppStore. Die App ist ein Teil aus der Produktreihe des Twonky Media Servers, der auf PCs eingesetzt werden kann. Die App findet automatisch Medien auf dem iPad bzw. iPhone und alle Medienserver im Netzwerk. Je nachdem, was diese Server unterstützen, kann man in Genre-, Titel-, Internpreten-, Alben- und weiteren Listen blättern. Mit einem Tipp darauf lässt sich das Audio herunterladen oder “Beamen”. Und das machts interessant. In einer Liste zeigt Twonky Beam auch alle Player im Netzwerk an. So lässt sich die Soundbridge auswählen. Und dann… meckert die App. Das Medium lasse sich nicht wiedergeben. Mit einem Klick in die Einstellungen setzt man ein Häkchen bei “Anderen Geräten im WiFi-Netzwerk den Zugriff auf dieses Gerät erlauben”. Unter “Konfiguration der Medienfreigabe” legt man noch fest, was alles verfügbar sein soll, Fotos, Videos und Musik…. Da es hier vor allem um Musik geht, ist ein Häkchen bei “Musik” die logische Konsequenz.

Wenn man jetzt auf einen Titel tippt, funktionierts. Die Soundbridge holt sich den Song vom Medienserver. Praktisch: Es gibt auch eine Warteschlange, man kann also sozusagen eine Playlist für den Moment anlegen.

“Twonky Beam” ist nicht nur für Audios geeignet, sondern vor allem für Videos und Fotos gedacht , um sie direkt auf den dazu fähigen Fernseher zu beamen. Dies soll auch direkt mit Online-Videos funktionieren. Wie gut das klappt, habe ich nicht getestet, denn dazu gibts hier ja das Apple-TV-Ding. Die App gibts auch für Android im Google-Play-Store…. und funktioniert hoffentlich auch mit anderen UPNP-Playern, denn die Soundbridge gibts höchstens noch bei Ebay.
Edit: Soeben festgestellt, dass Twonky Beam auch Airplay-Geräte unterstützt. Also kommt auch ein Apple TV als Beam-Ziel infrage. Zumindest von iOS-Geräten wird das aber sowieso schon selbst angesteuert, isjaklaa.

Bunter Niesel

Der “Wellenklang” in Schwerin ließ am Sonnabend viele Zuschauer direkt vor den tanzenden Fontänen duschen.

Zuschauer vor bunten Fontänen
Wer alles gut erkennen wollte, musste nah ran - aber ohne Schirm.

Wenn Sie morgen doch noch mal zum “Wellenklang” in Schwerin gehen wollen, dann nehmen Sie am besten wasserfeste Kleidung mit. Denn wenn der Wind am Sonntag aus derselben Richtung über den Burgsee fegt, dann werden die Zuschauer auch wieder nass. Mit dem Wellenklang, einer Wasser-Fontänen-Laser-und-Feuer-Show zu Musik, hat die Landeshauptstadt den Gartensommer eröffnet. Während gigantische Wasserdüsen das Wasser des Sees rhythmisch in den Nachhimmel nebeln, projizieren zig Scheinwerfer bunte Bilder in den Niesel, der sich sanft und unausweichlich auf die Zuschauer legte. Wer im Nieselschleier Fotos von weltbekannten Sehenswürdigkeiten und Computeranimationen wirklich gut erkennen wollte, musste sich direkt, also geradezu vor die Wasserwand stellen – von den Seiten aus betrachtet blieb von der blitzenden und leuchtenden Show nur der Blick auf ein paar farbige Springbrunnen. Andererseits blieb man an den Rändern auch trocken.

So standen die tausenden Zuschauer in respektvollem Abstand im Halbkreis um die Fontänen am Burgsee, während der Wind genau aus der falschen Richtung kam. Wer den Naturgewalten und dem computergesteuerten Nieselregen standhielt, bekam eine nette Show zu sehen, mit zahlreichen Animationen in allen Regenbogenfarben zu kurzen Musikschnipseln, die allerdings eher lieblos aneinandergeklöppelt schienen. Die Show war in drei Teile gegliedert. Zwischen den ersten beiden gab es fünf Minuten Pause – die Lautsprecherdurchsage, dass die Pause bis zum dritten Teil 20 Minuten dauern würde, nutzten viele Schaulustige, um den Weg nach Hause anzutreten – wahrscheinlich, um trockene Hosen anzuziehen.

Einen Anblick wie diesen gabs nur für diejenigen, die bereit waren, sich durchnässen zu lassen.

Udo am Strand

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Udo Lindenberg in Timmendorf

Die Aufregung war wohl recht groß gestern, in Timmendorfer Strand. Dort steht nämlich seit gestern eine Art Udo-Lindenberg-Skulptur. Eigentlich sind es sogar zwei, eine die zeigt, wieesaussieht, wenn man Udos Silhouette inklusive Hut und Lippe aus einer rostigen Metallplatte herausflext, und die andere zeigt dann, wie das Herausgeflexte aussieht: Auch wie Herr Lindenberg, nur eben mit anderem Vorzeichen. Udo-Positiv und Udo-Negativ – und da der am Strand Verewigte gestern nun persönlich sein Standbild enthüllte, war der Andrang entsprechend, wie die Lübecker Nachrichten heute schildern: Die Promenade sei schwarz vor Menschen gewesen, als Udo beim sechsten Schlag mit der Champagnerflasche diese am Kunstwerk endlich zum Bersten brachte um somit dem metallnen Abbild gewissermaßen ein offizielles Siegel zu verpassen.
“Horizont” wurde als Schriftzug ebenfalls in den Stahl geschnitten, und tatsächlich, man sieht ganz deutlich: dahinter gehts weiter.

IMzUSfB

Die deutsche Vorauswahl zum Eurovision Song Contest habe ich nicht verfolgt. Mir geht dieses ewige Rumgecaste auf die Nerven. Aber die treue Leserschaft verfolgt natürlich alles. Den Kommentar von Pierichen stelle ich hiermit zur Diskussion bei IMzUSfB – Ihre Meinung zu Unser Star für Baku:

“Wo ist dein Beitrag zum ESC??? Weiß ja gar nicht wo ich hier was ablassen soll. Nehmen wir mal diesen hier, weil ich denke, der Sieg beim ESC ist auch schon Geschichte. Habe ich schon eine langweiligere Sendung gesehen und eine Jury, die sich nicht mehr einbekommen hat vor Lobhudelei, wofür?, mein Gott wie furchtbar langweilig alles. Musste man da live dabei gewesen sein, damit man ausflippen konnte wie das anwesende Pubikum???
Vorletztes Jahr habe ich vorausgesagt, dass “unsere” Lena das schafft, denn sie hatte das Besondere, man konnte schon alleine von ihr begeistert sein (was man ja auch an den Kommentaren der einzelnen Ländersprecher am Tag X gehört hat) und dieses Jahr sage ich, niente nulla, gar nix wird dabei rauskommen. Und der Kommentar der Zeit bringts genau auf den Punkt. Was sagt denn der Fachmann dazu??? Ist das eine Party wert? Ich hab zwischendrin weggezappt, damit ich nicht einschlafe und am Schluss nochmals reingezappt, na ja, na ja …
http://www.zeit.de/kultur/musik/2012-02/eurovision-roman-lob

Aber wer weiß, vielleicht startet ja schon in weniger als einer Stunde DsdnB. Deutschland sucht den nächsten Bundespräsidenten…

Soundtrack

In iTunes zeigt meine Playlist gerade Songs wie “Thunderball”, “Dances with wolves” und “Moviola” – und das liegt am Komponisten: John Barry. Gerade eben kam die Nachricht, dass er gestorben ist. Seine Kompositionen hat jeder schon gehört bzw. gesehen. Der Soundtrack zu “Out of Africa” zum Beispiel klingt so bombastisch nach großer Leinwand, nach Abenteuer, Sehnsucht, Natur, nach Hass und Liebe – es ist einfach meisterhaft, was Musik ausdrücken kann, oder vielmehr: Wie John Barry es geschafft hat, mit seiner Musik die Handlungen auf der Leinwand zu untermauern. Dazu scheint auf jeden Fall ein gigantischer Bläser-Satz mit Hörnern, Posaunen und Tuben recht nützlich zu sein, wenn man gleichzeitig auch noch eine Armee an Streichern im Filmorchester hat. An Auszeichnungen hat ihm das ja immerhin auch fünf Oscars eingebracht.

Neben den vielen James-Bond-Soundtracks (“From Russia with love”, “Diamonds are forever”, “Goldfinger”) beeindruckt mich vor allem seine Komposition “Moviola” (zu finden als letzter Track auf diesem Album). Einfach nur sensationell.

Übrigens, selbst wenn Sie noch nie im Kino waren, keine Filme sehen und überhaupt optischen Vergnügungen abgeneigt sind, unfähig sind, Radios zu bedienen, sich aber immerhin dazu herabgelassen haben, als einzigen Tonträger eine Faith-no-More-Platte zu besitzen…. selbst dann haben Sie schon mal eine John-Barry-Komposition gehört. Die Indie-Band hat Anfang der 90er die Melodie von “Midnight Cowboy” gecovert, was im Vergleich zu anderen Songs auf dem Album “Angel Dust” doch recht züchtig klingt.

In der Interpreten-Datensammlung der BBC finden sich jede Menge Infos – und die zuletzt in den BBC-Wellen gespielten Barry-Nummern kann man sich da noch mal in kurzen Ausschnitten anhören (was – nebenbei bemerkt – ein faszinierendes Feature ist).

John Barry wurde 77 Jahre alt.

Nikolaus mit Madcon

“Sing-along” oder “Soundalike” – ich kann mir einfach nicht merken, wie im Radioredaktions-Sprech die korrekte Bezeichnung lautet für neu eingetextete Coverversionen von aktuellen Songs. Wie auch immer: Einslive vom WDR hat in dieser Disziplin mit Tony Mono eine ganz besondere Kapazität am Start, die mit Mono-Tonie nun wirklich nichts gemeinsam hat. Der coolste Musikproduzent von allen veröffentlicht im “Sektor” adventstäglich eine ganz spezielle neue Cover-Version eines weihnachtlichen Volksliedes. Die aufwändig arrangierten und penibelst produzierten Songs mit teilweise doch sehr guten Texten gibts zum Nachhören auf einslive.de.

Für besonders gelungen halte ich die neue Version von Madcons “Glow”, die angesichts des Veröffentlichungsdatums 6. Dezember allerdings “Froooh” heißt. Madcon waren ja die eigentlichen Gewinner des Eurovision-Song-Contests in diesem Jahr – obwohl ihr Song außer Konkurrenz zu hören war. Von diesem Duo stammt das Pausen-Flashmob-Lied, das während der TED-Abstimmung beim ESC-Finale lief, und bei dem tausende Menschen teilweise live in mehreren europäischen Großstädten mittanzten. Kein Wunder, dass dieser Song auch als eine der vielen Vorlagen für die sehr gut produzierte Advents-Musik-Comedy-Reihe bei Einslive diente (der Link öffnet eine Übersichtsseite, einzelne Songs lassen sich nicht verlinken. Bitte den Song zum 6. Dezember von Hand raussuchen).