Flowerpower

Ja, ich gebe es zu: Ich mag Blüten. So, jetzt ist es raus.

Ich kann mir nicht helfen, aber zuweilen faszinieren mich Blüten. Ich kann dann gar nicht mehr aufhören zu fotografieren. Natürlich mache ich mir deshalb Sorgen: Wie lange wird es noch dauern, bis ich Westover trage, rechtzeitig ins Bett gehe und Stifte parallel zur Tischkante ausrichte? Zudem macht mir meine Begeisterung fürs Bahnfahren Sorgen. Ich ziehe mich jetzt auf eine Tasse Kaffee und ein Stück Butterkuchen zurück und bügele dann meine Socken – und Sie können sich in der Zwischenzeit ja diese Bilder ansehen.

Die nächste GA

Nach der IGA 2003 in Rostock und der LaGA 2002 in Wismar nun also die BUGA 2009 in Schwerin. Die Bundesgartenausstellung ist die dritte Schau, also die dritte GA mit Blüten, Pflanzen, Büschen und Gehölzen in Mecklenburg-Vorpommern binnen sieben Jahren.Das Schloss scheint nun in einem Blütenmeer zu liegen.

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Das Schweriner Schloss scheint aus dem richtigen Blickwinkel gesehen in einem Meer aus Tulpen zu liegen. Fotos: Christian Kohlhof

Mit sieben Gärten rund ums Schloss präsentierte sich die BUGA am Eröffnungstag unter leuchtender Frühlingssonne. 20.000 Besucher kamen nach Buga-Angaben, um die Chance zu nutzen, am ersten BUGA-Nachmittag kostenlos die Gärten besuchen zu können.

Das Gelände liegt mitten in der Stadt. Besondere Attraktion: Eine schwimmende Brücke, die zwei BUGA-Bereiche verbindet und einen Blick aufs Schloss bietet, der bislang Kapitänen und deren Fahrgästen vorbehalten war. Die Schau, zu der die Organisatoren mit 1,8 Millionen Besuchern rechnen, ist noch 171 weitere Tage geöffnet.

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Aus der Sicht des Schlosses sieht das in etwa so aus.

Frühlingsboten

Krokuspflanzen recken sich in die Frühjahrsluft 2008

Mal sehen, was oben los ist. Krokusse recken sich in der warmen Frühjahrsssonne über Mecklenburg-Vorpommern. Aufgenommen irgendwo im östlichen Mecklenburg. Warum dieses Foto genau jetzt? In dieser Sekunde ist Frühlingsanfang in diesem Jahr.

200 neue Blätter

Nachdem weltpolitische Ereignisse das Land gestreift haben, ist nun wieder Zeit für vergleichsweise belanglose Nachrichten. Los gehts: Gut zehn Monate machte der Hibiskus im Wohnzimmer keine Freude: In der vergangenen Woche hatte sich die Zahl seiner Blätter auf vier reduziert. Und auch die hingen schlaff und teilweise graubraun an den Zweigen. Ein Bild des Jammers, das die Entscheidung reifen ließ, das Ding auf dem Müllhaufen der Botanikgeschichte zu entsorgen. Ich hatte es mit Gießen, Düngen, Ausschneiden und kräftigem Gießen versucht: Nichts, die Pflanze wurde kahl. Auch die Aktion Umtopfen Ende April (siehe hier, ganz unten) brachte keinen Erfolg. Ich gab nicht auf und bohrte in den Boden des neuen Kübels zwei extra große Löcher, weil ich irgendwo im Internet gelesen hatte, dass der Hibiskus an sich keine nassen Füße mag. Auch Wochen danach passierte – nichts. Ich sah dem langsamen Pflanzen-Sterben verzweifelt zu. Meine letzte Verzweiflungstat war, die Warnungen vor nassen Hibiskus-Füßen in den Wind zu schlagen. Ich gab dem Ding Feuchtes, und nicht zu knapp. Einen Liter nach dem anderen flößte ich ihm ins Wurzelwerk ein, Tag für Tag. An Wasserknappheit sollte es jedenfalls nicht liegen, dass man mich für einen Hibiskusmörder hält. Und dann plötzlich, vor ein paar Tagen, als George W. Bush gerade auf dem Weg nach Mecklenburg-Vorpommern war (da kann ein, muss aber kein Zusammenhang bestehen), deutete sich zartes Grün am Stamm an. Ich hielt das für einen verkümmerten Rest des letztes zaghaften Sprosses aus dem vergangenen Jahr. Aber da! Und da! Und hier und dort und da und da und oben, unten, überall plötzlich neue kleine Blätter. Das ist eine Woche her. Inzwischen grünt es wieder im Wohnzimmer, geschätzt 200 Blätter sind aus dem verdorrten Geäst geradezu hervorgebrochen. Und mein Daumen schimmert auch schon leicht hellgrün…