Plätzchen-Experiment

Foto von Mandel-Vanille-Talern, goldbraune Plätzchen
Wenn man’s mit vollem Mund ausspricht, heißen diese Plätzchen “Mambl-Wammfe-Far”… oder so.
Die kohlhof.de-Experimental-Konditorei präsentiert: Mandel-Vanille-Taler, eine freie Interpretation dieser Bastelanleitung: Rezept Mandel-Vanille-Taler auf ndr.de – Puderzucker gibt es on demand.

Das Experiment kann als gelungen bezeichnet werden. Ich probier noch schnell einen, und noch einen, damm iff ar Fluff mibb Fromirn, ma fupp, eimrnoch fwmpf fwmpf fwmmmrf…

Ganz heißer Tipp

Ist das eine ganz perfide Form von Satire? Oder ein ernsthafter Hinweis? Ich lese also eben gerade online ein Rezept für “Soleier wie von Oma”. Und die Verfasserin weist ernsthaft darauf hin, dass man die Eier in kochendes Wasser am besten mit einem Löffel legt, weil man sonst riskiere, sich am kochend heißen Wasserdampf die Finger zu verbrennen. Schau an! Soll das also bedeuten, dass auch der Genuss eines Frühstückseis in Zukunft nicht mehr mit Notarzteinsätzen, Hauttransplantationen und Amputationen verbunden ist – und dass für mich nun nach jahrzehntelang durchlittener Eierkochqualen endlich eine Zeit sorgenfreien Genusses anbricht?
Tatsächlich, Leute! Ich habs ausprobiert, ich habe soeben ein Ei mit einem Löffel in kochendes Wasser gelegt. Was soll ich sagen? Meinen Fingern gehts gut. Ich kann sogar direkt nach diesem Schlüsselerlebnis mühelos und ohne fremde Hilfe diesen Text tippen. Was für ein schöner Tag! Eine Frage bleibt: Wie öffnet man diese Eier? Oder wird die Schale irgendwann weich und ich hab alles zu kurz gekocht? Bitte helfen Sie mir.

Das überdies reich bebilderte Rezept findet der geneigte Leser in der unschätzbar wertvollen Datenbank von brigitte.de

Hering im Mantel

Eine Hochzeit in Lettland, das ist auch für diejenigen etwas Besonderes, die keine einzige Silbe der Landessprache verstehen. Es zischt und säuselt und plappert und plätschert – aber sehr herzlich und liebenswürdig. Und wenigstens das entscheidende Wort klingt auch für deutsche Ohren vertraut: “Ja!”

Aber dann hörts auch schon auf. Ist aber egal, denn wir haben am Rande Europas eine sehr bunte Hochzeit erlebt. Man sah uns im Kreis zu lettischen Volksliedern hüpfen, rosa Wasser und klaren Wordka trinken – und Hering im Mantel essen. Es handelt sich dabei um eine der vielen Leckereien aus der vielfältigen lettischen Küche. Die Braut war so freundlich, das würzige, frische Gericht für die kohlhof.de-Fotokamera noch einmal zuzubereiten. Hier ist das Rezept, für das vor allem eines unerlässlich ist: eine Raspel.

Auch die russische Küche kennt ein ähnliches Rezept. Diese lettische Variante heißt “Siltja” oder so. Ahem, hier ist jedenfalls die Zutatenliste (ohne Mengenangaben, finden Sie es einfach heraus):

  • Kartoffeln, gekocht
  • Zwiebeln
  • Matjes-Filets
  • Rote Beete
  • Salz
  • Öl
  • Majonnaise
  • Hart gekochte Eier
  • Oliven

Frisches Backwerk

In der Redaktion gabs heute ein Frühstück – und jeder hat was dazu beigetragen. Ich habe meinen Teil outgesourced und die Dame meines Herzens gebeten, Brötchen zu backen – nach einem Rezept, das immer wieder für Aufsehen am Frühstückstisch sorgt. Die kleinen, kompakten, leicht süßen Brötchen entstehen so:

Zutaten:

1 Kilogramm Mehl, 2 Tüten Trockenhefe, 5 bis 6 Esslöffel Zucker, 2 Teelöffel Salz, 6 Esslöffel Öl, 500 Milliliter lauwarmes Wasser.

Und so gehts:

Alle trockenen Zutaten vermischen, dann Öl und Wasser unterkneten. Was macht man dann? Klar: Aus dem Teig eine Kugel formen,  mit einem Tuch abdecken und gehen lassen. Danach noch mal durchkneten und dann aufs Blech legen. Weil das Auge ja mitfrühstückt, sollte man die Brötchen optisch aufpeppen. Zum Beispiel, indem man aus kleinen Teig-Schlangen Knoten knotet oder so. Oder man verschwurbelt den Teig zu einem einzigen großen Zopf – das ist dann die Brot-Option bei diesem Rezept.

Noch was? Ach ja, die Backzeit. Bei Heißluft-Öfen reichen 180 Grad, bei Ober- und Unterhitze müssen es 200 Grad sein. Ein Zopf benötigt etwa 30 Minuten in der Hitze – Brötchen sind nach etwa einer Viertelstunde fertig. Man sollte das auf jeden Fall im Auge behalten.

Elefanten-Gulasch

Kennen Sie die Geschichte über die beste Art, Grünkohl zuzubereiten von Hans Scheibner? Ist eine Art Advents-Geschichte. Seitenweise parliert Scheibner darüber, wie Mutters Grünkohl sein Leben geprägt hat und wie seine Frau immer wieder vergeblich versuchte, den Grünkohl genau so zu kochen, wie es Scheibners Mutter vermochte – denn nur sie sei in der Lage gewesen, Grünkohl perfekt, also schmackthaft, optisch ansprechend, mit den passenden Zutaten und sowieso und überhaupt genial zuzubereiten. Allein die Erinnerung an den Grünkohl seiner Mutter versetzt den Verfasser in Zittern und Erregung, lässt ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen. Denn nur dieser Grünkohl sei echter Grünkohl gewesen. Und dann trifft er seinen Nachbarn, Herrn Möhlmann, glaube ich. Und eben jener Herr Möhlmann behauptet im Brustton der Überzeugung: Nur seine Mutter sei in der Lage gewesen, richtig Grünkohl zu kochen. Scheibners Glosse endet mit den empörten Worten :”Was manche Leute sich so einbilden!”

So geht es mir mit Gulasch. Meine Oma konnte Gulasch kochen wie niemand sonst. Das Fleisch zart, die Sauce dunkelbraun und sähmig, das Aroma würzig, die Kartoffeln dazu mehlig, Anblick und Verzehr ein Genuss für alle Sinne. Vermutlich lag es daran, dass dieses Gulasch tagelang auf dem Herd köchelte, bevor Oma es servierte. Das kann man aber nur vermuten, denn schriftliche Überlieferungen gibt es nicht. Und ich habe bislang auch noch niemanden getroffen, der die Behauptung, dass es in der Behringstraße in Lübeck das beste Gulasch der Welt gab, je hätte widerlegen können. So. Seit mehreren Jahren gibt es dieses Gulasch aber nun leider nicht mehr… Sie verstehen.

In der Überzeugung, dass ich das nun auch mal versuchen könnte, habe ich mich entschlossen, heute selbst Gulasch zu kochen. Mein Kochbuch gibt kein Rezept dazu her, was ich, nun ja, kurios finde. Also habe ich das Internet bemüht – Und tatsächlich, ich habe ein Rezept gefunden, das mir zusagt. Ich benötige einen Elefanten, notfalls auch ein Kaninchen und ein paar Wochen Zeit. Bis der Elefant durch den Zoll kommt, werde ich mir die Zeit heute noch mal mit Rindfleisch vertreiben.