Querer

“Sind Sie Querer?” rief mir der junge Mann atemlos zu. Das war heute früh auf dem Buga-Gelände in Schwerin. Was der hechelnde Mitarbeiter der Bundesgartenschau wissen wollte, war, ob ich denn im Besitz einer Dauerquerungskarte sei, die Berufstätigen und anderen Berechtigten gestattet, morgens auf dem Weg zur Arbeit das Blumengelände auf dem Rad zu durchqueren, um nicht einen kilometerweiten Umweg fahren zu müssen. Demzufolge entgegnete ich wahrheitsgemäß: “Ja, bin ich. Ich habe eine Dauerkarte mit Querungsberechtigung.” Ein wenig verwundert war ich allerdings schon, dass mir jemand hinterherläuft um mir exakt dieselbe Frage zu stellen, die man schon am Eingangstor beantworten muss, bevor einen der Kontrolleur aufs Gelände lässt. „Querer“ weiterlesen

Gut und schlecht

Gut: Morgens mit dem Intercity von Rostock nach Schwerin fahren und den Blick über Mecklenburgs Getreidefelder, Knicks und Wäldchen schweifen lassen, während die Sonne langsam höher steigt.
Schlecht: Feststellen, dass sozusagen über Nacht zwei wichtige Schrauben am Tretlager vom Schweriner Fahrrad verschwunden sind und mit jedem Tritt in die Pedale ein gnadenloses Knacken durch die Straßen schallt…
PS: Dann wiederum gut: Im Funkhaus feststellen, dass heute ja alles anders ist: Seit gestern Abend bis Freitag läuft der NDR1-Radio-MV-Hitmarathon, das sind 1000 Titel, die die Hörerinnen und Hörer per Internetabstimmung ausgewählt haben. Das Besondere: Hörerinnen und Hörer konnten sich als Mit-Moderatoren bewerben und nun steht fast jede Stunde Tag und Nacht ein Gast im Studio. Einige haben schon Kuchen mitgebracht. Sehr aufmerksam. Und jetzt ist gerade Heinz-Rudolf Kunze als Mit-Moderator aus Hannover zugeschaltet.

Rostock vs. Schwerin: Umweltbelastung

Das Umweltbundesamt hat heute einen neuen Internetdienst gestartet. Das Schadstoffregister PRTR soll eine möglichst umfangreiche Übersicht über Schadstoffquellen in der industriellen Nachbarschaft bieten. Dort kann nun jeder kostenfrei nachgucken, was die Fabrik gegenüber möglicherweise gerade an Schadstoffen in Luft, Wasser und Boden ablässt – und wo der ganze Abfall hinkommt, der den lieben langen Tag anfällt. “Verpflichtet dazu sind große Industriebetriebe und andere Organisationen, etwa aus der Energiewirtschaft, der chemischen Industrie, aber auch die Intensivtierhaltungen und große Kläranlagen”, heißt es in einer Mitteilung des Umweltbundesamtes von heute. 4000 Firmen müssen nun einmal im Jahr Angaben zu ihren Abfallprodukten an die Internetseite des “Pollutant Release and Transfer Register”-Projektes melden. Schon bald soll es europaweit ähnliche Projekte geben.

Wohlan, dann wollen wir mal testen, wo es sich unter diesem Gesichtspunkt angenehmer leben lässt, in Schwerin oder Rostock. Dies ist Folge IV des Städtevergleichs. In der Suchmaske kann man entweder eine Postleitzahl oder einen Ortsnamen eingeben. Die Suche für Rostock liefert 13 Treffer.

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PRTR-Ergebnis für Rostock: Industriestandorte in Rostock mit meldepflichtigen Emissionen

Da die Unternehmen nur einmal im Jahr ihre Daten übermitteln, sind die Angaben aus dem Jahr 2007 – und auch einige Firmennamen stimmen nicht mehr. Im Falle der Aker­-Ope­rations War­ne­münde haben sich in­zwischen Eigen­tümer und Name geändert. Die Werft heißt nun “Wadan Yards”. 2007 hat der Betrieb laut PRTR unter anderem 187.800 Kilogramm NMVOC in die Luft abgelassen – was auch immer das ist. Das verrät die Internetseite auf den ersten und zweiten Blick nicht. Das österreichische Umweltbundesamt verrät es: Hinter der Abkürzung stecken Flüchtige Organische Verbindungen ohne Methan, die unter anderem beim Verdunsten von Lösemitteln in Farben und Lacken entstehen. Aha. „Rostock vs. Schwerin: Umweltbelastung“ weiterlesen

Perlen aus der Nachbarschaft

Eine Liste mit Blogs aus und über Rostock will die Internetseite Rostock-Blogs bieten. Der Metablog listet zur Zeit gut 60 Weblogs auf, die sich mit der Hansestadt Rostock befassen oder deren Autoren hier leben. Schöne Idee – und längst fällig obendrein!

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Das gibts ganz ähnlich – und optisch noch ein wenig ansprechender, auch für Schwerin. Der Blog-Block sammelt die Meldungen aus Blogs aus oder über Schwerin und stellt sie nach Aktualität sortiert dar.

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Beim Stöbern in diesen Linklisten kann man echte Perlen finden – und die schreibt vielleicht jemand, der nebenan wohnt, und man selbst weiß davon gar nichts. Viel Spaß beim Klicken – ich werde jetzt mal Stöbern.

Rostock vs. Schwerin III

Heute: Musik in der Nachbarschaft.

Es ist noch gar nicht lange her, da wackelte in Rostock die Wand. Und der Fußboden bebte. Und die Stifte, die auf meinem Schreibtisch lagen, zitterten im Takt der Beats, die der Party in der WG unter meiner Wohnung ordentlich einheizten. Es war mittlerweile kurz nach 4 Uhr in der Nacht und ich saß gerädert am Computer. Die Einweihungsparty meiner neuen Nachbarn zog sich hin, die Stimmung war ausgelassen – und die Musik ohrenbetäubend laut. In dieser Nacht erfuhr ein ganzer Stadtteil, welche Energie zusammenkommt, wenn angehende Akademiker die entbehrungsreichen Mühen des fordernden Studentendaseins für ein paar Stunden, also etwa elf, vergessen wollen.

Jeder halbwegs vernünftige Mensch wird mir zustimmen, dass man nur verbal in ein Wespennest stechen würde, wenn man versucht, eine derart aufgeheizte Menge zu forrtgeschrittener Stunde um Ruhe zu bitten. Außerdem fand ich das Getöse und die Wucht, die ein druckvoller Bass-Laustprecher heutzutage entwickeln kann, um durch Hauswände und Decken hindurch Gegenstände hüpfen zu lassen, auch in gewisser Weise faszinierend. Wenn ich am nächsten Tag Frühdienst gehabt hätte, wäre ich aber wohl nicht so duldsam gewesen.

Jedenfalls dachte ich aber auch, dass es nicht schlimmer kommen kann. Bis jetzt. Heute hatte ich Frühdienst und suche in meiner Kemenate Ruhe und Erholung vom aufreibenden Alltag in einem Landesfunkhaus. Doch angenehme Leichtigkeit will sich nicht einstellen, weil irgendwo nebenan, ein paar Häsuer weiter seit gefühlt drei Stunden irgendein Wahnsinniger auf einem Klavier oder Keyboard oder was auch immer für einem Folterinstrument nahezu pausenlos immer wieder dieselben Tonfolgen repetiert. „Rostock vs. Schwerin III“ weiterlesen

Die nächste GA

Nach der IGA 2003 in Rostock und der LaGA 2002 in Wismar nun also die BUGA 2009 in Schwerin. Die Bundesgartenausstellung ist die dritte Schau, also die dritte GA mit Blüten, Pflanzen, Büschen und Gehölzen in Mecklenburg-Vorpommern binnen sieben Jahren.Das Schloss scheint nun in einem Blütenmeer zu liegen.

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Das Schweriner Schloss scheint aus dem richtigen Blickwinkel gesehen in einem Meer aus Tulpen zu liegen. Fotos: Christian Kohlhof

Mit sieben Gärten rund ums Schloss präsentierte sich die BUGA am Eröffnungstag unter leuchtender Frühlingssonne. 20.000 Besucher kamen nach Buga-Angaben, um die Chance zu nutzen, am ersten BUGA-Nachmittag kostenlos die Gärten besuchen zu können.

Das Gelände liegt mitten in der Stadt. Besondere Attraktion: Eine schwimmende Brücke, die zwei BUGA-Bereiche verbindet und einen Blick aufs Schloss bietet, der bislang Kapitänen und deren Fahrgästen vorbehalten war. Die Schau, zu der die Organisatoren mit 1,8 Millionen Besuchern rechnen, ist noch 171 weitere Tage geöffnet.

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Aus der Sicht des Schlosses sieht das in etwa so aus.

Rostock vs. Schwerin II

Folge II im knallharten Vergleich aus eigener Erfahrung. Rostock gegen Schwerin. Heute: Parkplatzsituation

Rostock schafft den Ausgleich: In der Großstadt ist jedenfalls kein Anwohnerparkausweis notwendig, um das Auto in einigermaßen erträglicher Nähe zu den angemieteten vier Wänden abstellen zu dürfen – jedenfalls in dem Viertel, in dem ich lebe. Es gibt auch keine Parkscheinautomaten. Einziges Manko in Rostock: Die Suche nach einem ordnungsgemäßen Stellplatz kann manchmal recht lange dauern.

In Schwerin geht rings um meine Unterkunft ohne Anwohnerparkausweis allerdings nicht viel. Oder irgendwie doch – man kommt in Kontakt: Schon zum zweiten Mal wurde ich nun von wohlmeinenden Nachbarn – die wie zufällig an meinem gerade abgestelllten Wagen vorbeischelnderten – freundlich darauf hingewiesen, dass an jener Stelle ein Anwohnerparkausweis zwingend vorgeschrieben sei. Als Alternative gibt es dann noch ein paar kostenpflichtige Kurzzeit-Parkplätze um die Ecke.

Eine Suche auf schwerin.de nach “Anwohnerparkausweis” liefert als Ergebnis allerdings: 0. Das liegt daran, wie ich nach zehn Minuten Rumgeklicke auf der Seite des Bürgerbüros herausfand, dass ein Anwohnerparkausweis im Bürgerbüro wohl eigentlich Anwohnerparkberechtigung genannt wird. Jedenfalls falle das in den Zuständigkeitsbereich jener Abteilung. Allerdings finden sich an jener Stelle keine weiteren Links, weshalb ich erneut die Suchfunktion bemühe. Allerdings liefert auch die Suche über das Suchfeld nach diesem Begriff als Terffermenge eine glatte 0. Das liegt nun wiederum daran, dass die Anwohnerparkberechtigung eigentlich doch Bewohnerparkkarte genannt wird (wie ich nach weiterem freudlosem Herumgeklicke herausfinde). Zumindest steht auf dem Formular, das man sich herunterladen kann… Nein, stopp. Auf dem Formular steht: “Antrag auf Erteilung einer Sonderberechtigung für Bewohner nach $45 StVO”.

Nun habe ich also schon mal den Antrag gefunden. Wenn ich jetzt noch irgendwo eine Angabe dazu finde, welche Preise denn für diese Anwohnerparkausweisberechtigungskarte fällig werden, wäre ich glücklich. Aber die Suche auf Schwerin.de nach dem Begriff  “Bewohnerparkkarte” liefert – man ahnt es bereits  „Rostock vs. Schwerin II“ weiterlesen

Rostock vs. Schwerin

Jetzt habe ich also auch eine Adresse in Schwerin – damit ich nicht zwangsläufig um 2:30 Uhr nachts in Rostock aufstehen muss, um pünktlich zum Frühdienst in Schwerin zu sein. Künftig reicht es also, wenn der Radiowecker bei Bedarf um 4 Uhr in Schwerin losträllert. Ist das nicht fantastisch?

Aber davon mal ganz abgesehen stellt sich natürlich die Frage, was denn nun besser ist: Großstadt an der Ostsee oder Kleinstadt in einem Meer aus Seen. Und wo bietet sich eine bessere Gelegenheit, das zu vergleichen als hier. Der knallharte Städte-Check und -Vergleich – und das aus der Sicht eines Zugereisten. Da ich meine Wurzeln nicht leugnen kann, werde ich zwischendurch auch mal den Lübeck-Joker ziehen.

Vergleich Nummer 1: Direktes Wohnumfeld

– Rostock bietet einen ehemaligen Friedhof als üppige Grünanlage direkt in der Nähe, dazu ein optisch leicht missratenes Ärzte- und Geschäftshaus aus Glas und Stahl. Der Hauptbahnhof ist auch nah dran. Das Kneipenviertel in der Nähe. Dachgeschoss im Mietshaus: Alter etwa 100 Jahre.

– Schwerin: altes Innenstadthaus, wohl aus dem 19. Jahrhundert, Hochparterre. Gewissermaßen in direkter Nachbarschaft: Ein Innenministerium, ein rechteckger Teich und eine Kirche mit Fürstengruft. Richtung Schloss gibt es mehrere Lokale.

– Fazit: Schwerin liegt leicht vorn, aber nur weil a) Fürstengruft schon unschlagbar ist und b) in meiner Rostocker Nachbarschaft etwas Vergleichbares fehlt (nun gut ein ehemaliger Friedhof, aber das ist was anderes).

Rostock : Schwerin – 0 : 1