Audio-Schnitt für 2 Euro

<Konfetti>Heute ist Welt-Radio-Tag.</Konfetti> Das ist nicht irgendein Tag, sondern ein Tag, der auf Initiative der Unesco 2012 zum ersten Mal abgehalten wurde.

Screenshot Hindenburg Journalist
“Hindenburg Journalist” ist eine Audio-Workstation für Hörfunkjournalisten. Foto: Hindenburg Systems

Zur Feier des Tages verkauft die dänische Softwarefirma Hindenburg-Systems ihre Schnittsoftware “Hindenburg Journalist” für 2 Euro, nur heute. Der Mehrspureditor ist speziell auf die Produktion von Hörfunkbeiträgen und Podcasts zugeschnitten. Er passt zur App Hindenburg-Field-Recorder, die Aufnahmen mit dem Smartphone für Radio-Beiträge möglich macht (so lassen sich dort zum Beispiel Marker setzen).

Hindenburg Systems will die Einnahmen des heutigen Tages wiederum komplett für weltweite caritative Zwecke spenden, vor allem, wenn sie die Bildung fördern.

Für 2 Euro lohnt der Blick. Wer sich auf der Internetseite für den Kauf entscheidet, bezahlt per Paypal und bekommt wenig später einen Downloadlink und einen Lizenzschlüssel zugemailt.

Einfach mal Dateien umtaufen

Ärger mit .MOD-Video-Dateien vom eigenen Camcorder? Einfach in .MPG umbenennen. Schon sind alle glücklich. Ganz ohne irgendwelchen Konverter-Firlefanz.

Was habe ich gesucht! Was habe ich geflucht! Was habe ich eben gelacht – verächtlich zwar, aber ich habe gelacht. Was war passiert? Mein alter Herr hält das Familiengeschehen nahezu lückenlos in bewegten Bildern fest. Inzwischen geht es auch darum, diese Filme auf dem kleinen Medienplayer am Fernseher wiederzugeben. Und da haben die Probleme angefangen: Der Camcorder legt Videos mit der Endung “.MOD” ab – damit kann kaum ein handelsüblicher Mediaplayer etwas anfangen, weder Soft- noch Hardware. Gut, der VLC-Player versteht sich darauf, und der Windows-Media-Player mit viel gutem Zureden und leicht verzerrtem Bildseiten-Verhältnis. Aber ein kleiner betagter Goflex von Seagate? Vergessen Sie’s.

Woran denkt man in seiner Not zuerst: Es gibt doch bestimmt eine Software, die die Dateien von “.MOD” in “.MPG” wandeln kann. Man sucht, lädt runter, installiert, konfiguriert, testet, wandelt – und ist mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Das liegt auch daran, dass der Konvertierungs-Prozess zuweilen eine halbe Ewigkeit dauert. Man verzweifelt, resigniert, verschiebt einen neuen Anlauf auf den Sankt-Nimmerleins-Tag und blickt in die flehenden Augen des eigenen Vaters.

Irgendwann, wenn man gar nicht damit rechnet, gibt man noch mal was bei google ein. Diesmal die Wörter “Media, Player, Mod, Files”. Einfach so. Und dann findet man den Link auf diese Seite bei Makeuseof. Die Anleitung, aus “.MOD”-Files allgemein verträglichere “.MPG”-Dateien zu machen, ist erschreckend einfach: Einfach umbenennen. Kamera-Hersteller wie JVC und Panasonic haben bei einigen Camcorder-Einsteigermodellen schlicht mal auf die Datei-Endung “.MOD” gesetzt, obwohl das technisch bereits “.MPG”-Dateien sind. Es muss also gar nichts konvertiert werden. Es reicht, die Dateiendung “.MOD” durch “.MPG” zu ersetzen. Da kann man schon mal bitter auflachen. Das habe ich dann auch getan – und dann mit dem Freecommander einfach mal 613 Videodateien auf einmal umbenannt. Das hat gut 17 Sekunden gedauert. Schon sind alle glücklich. Wie schön.

Flugbewegung

Der Flugverkehr über Großbritannien und dem restlichen Europa, wie sieht der eigentlich aus? Im Zeitraffer ziemlich cool: 30.000 Flugbewegungen in zwei Minuten können sehr beeindruckend aussehen. Und wenn man sich die dünnen, blauen leuchtenden Linien so anschaut, löst das besonderen Respekt für Fluglotsen aus.

Das Video ist eine Animation des britischen Unternehmens NATS, das den Luftraum über der Insel mit koordiniert. Der Film zeigt, was im Luftraum über Europa los war an einem ganz normalen Tag im Juli. Das Video ist 1440 mal schneller als Echtzeit – die blauen Linien, die wir dort sehen, das sind 25 Millionen echte Seemeilen zurückgelegte Distanz.

Guten Flug.

Special-Effects im Zeitraffer

Special-Effects-Zusammenschnitt aller Filme seit 1977, die dafür einen Oscar bekommen haben.

Oscars-Verleihung in Los Angeles. Ist ja ganz nett. Kaum etwas macht aber die Entwicklung der Kino- und Film-Technik deutlicher als der Vergleich von Visual-Effects-Szenen im Verlauf der Jahrzehnte. Hier gibt es einen Zusammenschnitt aller ausgezeichneten Produktionen seit 1977. Während vor 30 Jahren Schauspieler noch mit großen Plastikkugeln hadern oder in Gummi-Körper greifen mussten, müssen sie sich jetzt mit grünen Leinwänden arrangieren, in die jegliche Effekte hineingebaut werden.
Unabhängig davon bieten die folgenden gut 4 Minuten jede Menge Gelegenheiten für wehmütige Erkenntnisse aus der Rubrik “was, so lang ist das schon her?”.

Und um noch mal zu verdeutlichen, wie der aktuelle Stand der Dinge in Sachen Effekttechnik ist, hier noch mal ein paar Eindrücke von den Dreharbeiten zum großen Gatsby, zusammengestellt vom Visual-Effects-Chef des Films, Chris Godfrey.

Ncht gng Pltz fr Vkl

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Für fremde Ohren wirkt die deutsche Sprache zuweilen irgendwie sperrig. Das wird spätestens dann deutlich, wenn Elektronik-Weltkonzerne versuchen müssen, deutsche Wörter in Bildschirmmenüs fixer Größe einzufügen. Aber es gibt ja für alles eine Lösung. Nfch n pr Vkl rsnhmn. Nch Frgn?

Ganz früh im Funkhaus

Fotos aus dem Funkhaus, wenn alles noch dunkel ist – kurz bevor die Show beginnt.

Studiouhr mit roten Leuchtdioden
Radio ist in der Regel mit frühem Aufstehen verbunden.

Die Uhrzeit sagt alles: Für Radiomenschen beginnt der Arbeitstag zuweilen um 4 Uhr. Wer als Redakteur vom Dienst eine Morgensendung begleitet, muss sich den Wecker eben auf 3 Uhr stellen. Abgesehen davon, dass man an Tagen wie jenen mit einem frühen Feierabend belohnt wird (und dem Gefühl, um 15 Uhr langsam mal Abendbrot essen zu wollen), findet man unter Umständen das Funkhaus nahezu im Dunkeln vor. Nur ein paar Lämpchen leuchten.

Grüne und gelbe, leuchtende Schalter
Schaltfeld im Hörfunk-Cockpit

Das hat etwas Heimeliges und Gemütliches. Die Studiouhr, auf deren Rand die roten Dioden im Kreis von Minute zu Minute kriechen, das Schaltfeld der Technik, mit der schon wenig später Studios, Korrespondenten und Ü-Wagen zugeschaltet werden. Und auch im Dunkeln wird deutlich: Viele Tasten werden häufig benutzt.

Leuchtende Pfeiltasten am Studiomischpult
Nix Fahrstuhl, sondern Steuertasten für die Audio-Wiedergabe im Studio.

Der “PFL End”-Knopf ist schon abgenutzt – bedeutet wohl: Moderatoren hören besonders oft das Ende eines Beitrags oder Songs vor. Denn genau das verbirgt sich hinter den blauen Tasten. Damit steuert der Moderator auf seinem Studiomonitor einen von zwei Cursorn, und zwar den, mit dem er Audios auswählt, um sie sich anzuhören, bevor sie gesendet werden, also wenn der Mischpultregler noch geschlossen ist. “Pre Fader Listening” verbirgt sich hinter PFL. Die grünen Knöpfe verschieben den On-Air-Cursor. Auf welches Audio er auch immer zeigen mag, sobald dann der nächste Regler hochgezoggen wird, starten Beitrag oder Musik.

Vom Heimeligen und Gemütlichen bleibt ein paar Minuten später nichts mehr übrig, wenn Schreibtischlampen und Deckenfluter in Redaktion und Studio leuchten, Telefone klingeln, Kollegen plaudern, Musik läuft, Bildschirme flackern, Zeitungen rascheln, Durcker surren, Kaffeetassen klimpern. Auch schön – finde ich.

Google ohne Auftauhauben

Google weiß doch nicht alles. Wenn man mal eine ganz alltägliche Frage stellt, zum Beispiel nach “Auftauhauben”, dann wankt der Gigant. Das ist tatsächlich mal ein Wort, zu dem der Suchmaschine bislang nichts einfällt.

Google gibt sich ahnungslos: von Auftauhauben keine Spur.

Gut, dann eben ich: Bei Auftauhauben handelt es sich um besondere Wannen, die einige Friedhofsverwaltungen einsetzen, um tief gefrorenes Erdreich aufzutauen. Stellen Sie sich eine alte Badewanne vor, die mit der Wölbung nach oben liegt, darunter glimmt über Nacht Holz – und siehe da: Presslufthammer unnötig.

(nun gut, wenn man nur nach “Tauhauben” fragt, gibts immerhin ne Handvoll Links, aber naja ;-)

Welche Wörter kennt Ihr, die bei Google noch keine Treffer haben?

Backup

“Mach ein Backup”, ist fast schon ein Mantra, das ich mir oft selbst vorbete und auch gern beherzige. Manchmal bin ich sogar kurz davor Menschen in der Fußgängerzone anzusprechen: “Haben Sie schon ein Backup von ihren wichten Daten und Computerprojekten gemacht?” Nur mühsam kann ich mich bremsen. Dabei meine ich es doch nur gut – auch mit mir selbst. Wie schnell ist sonst die Arbeit von Monaten im digitalen Nichts verpufft, wenn man mal im entscheidenden Moment gerade keine Sicherheitkopie gemacht hat.

Nun ist es so: Ich habe gerade ein Backup vom Ergebnis monatelanger Arbeit gemacht. Es geht um die Erneuerung der Internetseite der Schweriner Rudergesellschaft. Und just nachdem ich dieses Baackup heruntergeladen und ein Update des CMS hochgeladen hatte, raten Sie, was passiert ist. Ach, ich sags Ihnen: Einfach alles zerschossen. Mir scheint sogar, MySQL hat sich extra für mich noch ein paar neue Fehlermeldungen ausgedacht und lacht sich irgendwo im Backend kaputt.

Aber kein Problem: Ich habe ja ein Backup. Das habe ich soeben hochgeladen und musste nun feststellen, dass der FTP-Client die Dateien nicht wie versprochen ersetzt, sondern einfach jeweils hintendran gehängt hat. Damit kann ja nun niemand etwas anfangen. Alle Dateien sind nun alsso doppelt so groß.

Es ist jetzt 19:39. In wenigen Sekunden wird sich herausstellen, ob es geholfen hat, noch einmal alles zu löschen und das Backup in ein jungfräuliches Verzeichnis hochzu laden… Sie werden es erleben. Ich schreibe dann nur eines dieser beiden Wörter hier rein: Uffff oder Arrrglwarrrgl. Bleiben Sie dran…

19:41: …

19:43: .. .  .   … .

19:43:43: Ufffffff… fffff ….ff. f…ffff