Sommervormittag in Warnemünde

Ein Regenvormittag in Warnemünde – wenn der Ort wie ausgebremst wirkt.

Man nennt so etwas Regenband: Auf dem Regenradar ein malerischer blauer Streifen mit violetten Tupfen, der sich von Süd nach Nord brutal gemächlich übers Land wälzt. Wenn man darunter steht und die Tropfen auf einen niederprasseln, empfindet man das nicht als ganz so faszinierend – immerhin bietet das die Gelegenheit für ein paar Sommerfotos, Sommerfotos 2017… von einem schauerigen Vormittag in Warnemünde.

Rostock vs. Schwerin: Chillig

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Die Welt scheint in Ordnung: Schwerins Schloss im Abendlicht. Foto: Christian Kohlhof

Ein Biergarten direkt am Wasser, weiße Segel im Abendwind, laues Lüftchen, Blumen, Blüten, Wellenplätschern – dazu kühles Pils. Mit chilligen Abend-Impressionen und einem Blick aufs Schweriner Schloss vorm Sonnenuntergang punktet Schwerin im knallharten Städtevergleich. Weil man in Rostock nirgendwo eine Stelle finden kann, an der man im Grünen am Wasser sitzen kann, um einen Sommerabend zu genießen, herrscht nun wieder Gleichstand* geht Schwerin in Führung im Rostock-vs.-Schwerin-Town-Battle:

Rostock : Schwerin – 2 : 3

* Hatte mich leider verzählt, bitte entschuldigen Sie dieses für fünf Minuten hier hinausposaunte falsche Ergebnis – dankesehr.

Einsatz vor Warnemünde

Wie schon angedeutet, durfte ich ein Manöver der Bundespolizei mit Einheiten aus Polen, Finnland und Russland beobachten. Bei der Übung auf der Ostsee vor Warnemünde ging es darum, einen Frachter zu entern, auf dem so genannte illegale Einwanderer die Besatzung überwältigt hatten. An der Übung im Rahmen der “Baltic Sea Region Border Control Cooperation” nahmen die Kaper-1 aus Polen, die Minsk aus Russland, die Tursas aus Finnland und die Neustrelitz aus Deutschland teil. Außerdem wurden Einsatzgruppen per Hubschrauber auf dem “gekaperten” Frachter abgesetzt. Berichte davon heute früh im Radio, und zwar bei ndr1 Radio MV und auf Bayern 2. Die Bilder dazu in der folgenden kleinen Galerie:
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Es war ein beeindruckender Einsatz von Technik, der da vor Warnemünde über die Bühne ging. Besonders imponierend: Die Helikopter im Tiefflug über dem Szenario. Die Übrung war Abschluss einer Tagung von 60 Grenzschützern aus der EU, der Türkei, aus Russland und Kroatien. Dabei ging es darum, wie die Außengrenzen der EU auf See noch sicherer gemacht werden können und wie illegale Einwanderung, also das Schleusen von Menschen, verhindert werden könnte.
Der Kampf gegen Schleuser- und Schmugglerbanden sei nötig, weil sie die Not der Flüchtlinge ausnutzen würden, sagte Peter Altmaier, Staatssekretär beim Bundesminister des Innern. Die Flüchtlinge würden in oft veralteten Booten oder irgendwo im Laderaum von Schiffen versteckt lebensgefährlichen Situationen ausgesetzt. Dies gelte es zu verhindern. Gleichzeitig müsse sich die EU bemühen, mit einigen afrikanischen Staaten Abkommen zu schließen, um die illegale Migration (also ohne Papiere, Visa und Arbeitserlaubnis) einzudämmen. Dazu könnte künftig mit einigen europäischen Staaten vereinbart werden, dass sie Migranten aufnehmen, um den eigenen Mangel an Arbeitskräften zu mildern.
Die Übung vor Rostock fand weit ab vom Mittelpunkt der Flüchtlingsströme ab. Vor allem die Küsten der europäischen Mittelmeerländer sind immer wieder Schauplatz für dramatische Szenen, in denen erschöpfte Flüchtlinge aus Afrika an Land gehen oder von der Küstenwache aufgegriffen werden. Viele Flüchtlinge überleben die strapaziöse Reise in schrottreifen Schiffen nach Angaben von Hilfsorganisationen nicht.
Die deutschen Ostsee- und Nordseehäfen spielen aber bei Schleuserkriminalität keine übergeordnete Rolle. Die Zahl der entdeckten Fälle ist nach Angaben der Bundespolizie mit 300 bis 400 pro Jahr sehr gering.
Im Mittelmeer findet rund um Malt gerade ein ähnlicher Einsatz statt. Auch dort ist eine international besetzte Polizeiflotte gegen Schleuserbanden im Einsatz – das ist allerdings keine Übung, das ist Ernst.

Kleine Erfrischung gefällig?

Rekordverdächtige Hitze in Deutschland. Hier an der Küste weht heute aber ein recht strammes Lüftchen, es ist also gerade so auszuhalten. Wer bei dieser Hitze am Computer sitzt, hat dringend Abkühlung verdient. kohlhof.de tut seinen Besuchern etwas Gutes: Mit den aktuellen Titelbildern (die ich ja gerne mal der aktuellen Lage anpasse). Zu sehen sind diverse Aufnahmen von Swimming Pools, die in zufälliger Reihenfolge nach jedem Klick ausgewechselt werden:

Pool1

Hüpf …

Pool2

… plantsch …

Pool3

… glucker …

Pool4

… schwapp …

Pool5

… frisch

Land unter an der Kröpeliner Straße

Mein Feierabend war recht kurz. Gegen 19:30 Uhr beständiges Martinshorngeheuel auf der Hauptstraße – Anlass für einen Anruf bei der Leitstelle der Polizei. Siehe da: Ein Wasserrohrbruch in der Fußgängerzone an der Kröpeliner Straße. Einige Keller von Rostocker Geschäftshäusern waren überschwemmt. Habe schnell ein paar O-Töne gesammelt vom Einsatzleiter der Feuerwehr, Geschäftsleuten mit nassem Keller und Atmo-Töne von plätscherndem Wasser, brummenden Pumpen. Knapp eine Stunde später war ich schon damit in den Nachrichten.

Jetzt liege ich wieder zu Hause auf dem Sofa – bislang ist nichts zu hören… das bleibt hoffentlich so.

Wasser marsch!

Heute Abend auf ndr1 Radio MV präsentiere ich von 20.15 Uhr bis 21 Uhr das “Forum”, eine Schwerpunktsendung zum Thema “Wasser in Mecklenburg-Vorpommern”. In sechs Beiträgen geht es um Wasser als Rohstoff, Tourismusmagnet und Naturgewalt.

RadioMV