{"id":1546,"date":"2009-02-12T05:13:30","date_gmt":"2009-02-12T04:13:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/?p=1546"},"modified":"2009-02-12T11:17:48","modified_gmt":"2009-02-12T10:17:48","slug":"veranderungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/2009\/02\/12\/veranderungen\/","title":{"rendered":"Ver\u00e4nderungen"},"content":{"rendered":"<div class='__iawmlf-post-loop-links' style='display:none;' data-iawmlf-post-links='[{&quot;id&quot;:596,&quot;href&quot;:&quot;http:\\\/\\\/www.youtube.com\\\/watch?v=hncib81oujE&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;checks&quot;:[],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:null,&quot;process&quot;:&quot;done&quot;},{&quot;id&quot;:597,&quot;href&quot;:&quot;http:\\\/\\\/www.rezepteblock.de\\\/article\\\/163\\\/limettentorte&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;http:\\\/\\\/web-wp.archive.org\\\/web\\\/20230921221559\\\/http:\\\/\\\/www.rezepteblock.de\\\/article\\\/163\\\/limettentorte&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;checks&quot;:[{&quot;date&quot;:&quot;2026-02-11 12:03:34&quot;,&quot;http_code&quot;:404},{&quot;date&quot;:&quot;2026-02-21 04:58:47&quot;,&quot;http_code&quot;:404},{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-14 15:28:05&quot;,&quot;http_code&quot;:404},{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-25 12:52:43&quot;,&quot;http_code&quot;:404},{&quot;date&quot;:&quot;2026-04-01 14:29:45&quot;,&quot;http_code&quot;:404},{&quot;date&quot;:&quot;2026-04-08 09:06:25&quot;,&quot;http_code&quot;:503},{&quot;date&quot;:&quot;2026-04-13 07:12:04&quot;,&quot;http_code&quot;:404},{&quot;date&quot;:&quot;2026-04-17 10:23:15&quot;,&quot;http_code&quot;:503}],&quot;broken&quot;:true,&quot;last_checked&quot;:{&quot;date&quot;:&quot;2026-04-17 10:23:15&quot;,&quot;http_code&quot;:503},&quot;process&quot;:&quot;done&quot;}]'><\/div>\n<p>Heute ist mein letzter Arbeitstag als Radioreporter im NDR-Ostseestudio in Rostock. Nach 11 Tagen Resturlaub werde ich ab 2. M\u00e4rz f\u00fcr die Magazinredaktion von ndr1 Radio MV in Schwerin arbeiten.<\/p>\n<p>Ich habe fast sechs Jahre lang im Studio in Rostock gearbeitet, haupts\u00e4chlich f\u00fcr ndr1 Radio MV, aber auch f\u00fcr andere NDR-Wellen und \u00f6ffentlich-rechtliche Anstalten. Da kommt einiges an Themen zusammen. Hier eine kleine Auswahl an Beitr\u00e4gen, die mir in Erinnerung geblieben sind, weil die Themen entweder besonders bewegend, beeindruckend, weitreichend, wichtig, ersch\u00fctternd oder unterhaltend waren.<!--more--><\/p>\n<p>Mai 2003: Der erste Beitrag laut Honorarabrechnung lief am 28.5. in der regionalen Umschau gegen 18:35. Thema &#8220;Bau-Ing-Konferenz&#8221;. Ich wei\u00df in diesem Fall aber beim besten Willen nicht mehr, worum es dabei ging.<\/p>\n<p>August 2003: Der erste Beitrag, der im Regionalfenster Rostock um 17:35 lief:\u00a0 Sozusagen meine Bewerbungsunterlage in akustischer Form: Die Stadtwerke Rostock lassen junge Graffiti-K\u00fcnstler Trafoh\u00e4uschen mit bunten Spr\u00fchbildern verzieren. Die Hoffnung geht auf, dass die bezahlten Bilder die wilden Schmierereien verhindern. Eine 2-Minuten-2-Sekunden-Reportage mit Dosensch\u00fctteln, Spr\u00fchdosenzischen, Sprayerin und beeindruckten Passanten.<\/p>\n<p>November 2003: Der erste Reporter-Einsatz auf einem \u00dc-Wagen. Beim Landesparteitag der FDP in G\u00fcstrow war der altgediente Technik-Kollege sehr geduldig und hat mit lautem Klatschen sogar die Kr\u00e4hen hoch oben in den Baumwipfeln vertrieben, die durch lautes Kr\u00e4chzen erste Aufnahmen unsendbar gemacht hatten.<\/p>\n<p>April 2004: Vom 16. bis 17. April kriecht ein Schwertransport im Konvoi vom Rostocker \u00dcberseehafen zu einer Brauerei nach Dargun. F\u00fcr die Strecke von gut 70 Kilometern ben\u00f6tigen die drei Laster 37 Stunden. Die Kolonne muss an nahezu jedem Alleebaum an der Bundesstra\u00dfe 110 stoppen, weil Zweige zu tief h\u00e4ngen. Irgendwelche Vorschriften hatten es verhindert, dass Arbeiter pauschal alle \u00c4ste vorher k\u00fcrzen. Ich fahre zwischendurch sogar nach Haus, um zu schlafen. Als ich am n\u00e4chsten Morgen wiederkomme, haben sich die Laster gerade mal 6 Kilometer vorw\u00e4rts bewegt.<\/p>\n<p>Juli 2004: Bei Rerik st\u00fcrzt am 16. Juli ein Ultraleichtflugzeug ab. Der Pilot stirbt, das Wrack brennt aus.<\/p>\n<p>August 2004: Ein Baukran st\u00fcrzt am 21. August in Rostock um und rei\u00dft am Doberaner Platz zwei Arbeiter in die Tiefe, die das schief stehende Gestell sichern sollten. Einer der M\u00e4nner stirbt.<\/p>\n<p>Februar 2005: Am 27. Februar w\u00e4hlen die Rostocker den parteilosen Roland Methling zum neuen Oberb\u00fcrgermeister. Der Sieg im ersten Wahlgang ist \u00fcberraschend. In einem Lokal im Hafen singen die Anh\u00e4nger des Siegers: &#8220;Unsern Roland Methling, den brauchen wir seeeehr. Wie die Schiffe den Hafen und die Fischeeee das Meer&#8221;. Was Rostock seitdem braucht, ist vor allem die nachhaltige Einsicht von Verwaltungschef einerseits und B\u00fcrgerschaft andererseits, dass Politik vor allem die Kunst des Kompromisses ist. Dieser Lernprozess dauert noch an&#8230;<\/p>\n<p>Mai 2005: Die Bahn stellt einen neuen Service vor: In der Regionalbahn von Rostock nach Wismar erkl\u00e4rt ein Reisef\u00fchrer per Lautsprecher die Sehensw\u00fcrdigkeiten entlang der Strecke. Ein super Radio-Thema. Allerdings: In dem fast voll besetzten Triebwagen auch O-T\u00f6ne von Reisenden einzufangen, gestaltet sich unerwartet schwierig: Den gr\u00f6\u00dften Anteil an den Passagieren hat am 30. Mai eine Gruppe Taubstummer&#8230;<\/p>\n<p>Juli 2005: Carolin aus Graal-M\u00fcritz wird vermisst. Ein Gro\u00dfaufgebot der Polizei sucht die 16-J\u00e4hrige. Wenig sp\u00e4ter steht fest: Das M\u00e4dchen wurde brutal ermordet. Der T\u00e4ter wird im Herbst zu lebenslanger Haft mit anschlie\u00dfender Sicherungsverwahrung verurteilt.<\/p>\n<p>August 2005: Anfang des Monats verschwindet in der \u00f6stlichen Altstadt die Katze einer Rostockerin. Tage sp\u00e4ter h\u00f6rt die Frau auf dem Dachboden ein Maunzen, das von au\u00dfen zu kommen scheint. Die Feuerwehr schickt ihr Fahrzeug f\u00fcr Tierrettung. Die Feuerwehrleute decken einen Teil des Daches ab, seilen einen Kollegen in einen Spalt zwischen zwei Altbauten ab und f\u00f6rdern das ausgemergelte und ersch\u00f6pfte Tier wieder ans Tageslicht.<\/p>\n<p>September 2005: Eine Drachenbootmannschaft wagt einen Rekordversuch: Die 18 M\u00e4nner und Frauen paddeln quer \u00fcber die Ostsee von Gedser nach Rostock. Ich fahre auf dem Begleitboot mit. Das Guinnessbuch erkennt den Versuch aber nicht an. Die Gr\u00fcnde fallen mir nicht mehr ein.<\/p>\n<p>Januar 2006: Im Tonnenhof am Rostocker Hafen liegt ein totes Finnwal-Weibchen. Das 17 Meter lange Tier war vor der K\u00fcste verendet. Greenpeace bietet an, die Bergung zu \u00fcbernehmen und den Kadaver zum Meeresmuseum nach Stralsund zu bringen. Die Bergung im Schneegest\u00f6ber fr\u00fcher Morgenstunden am 18. Januar ist spektakul\u00e4r, unter anderem weil der tote Wal beim ersten Versuch zur\u00fcck ins Wasser st\u00fcrzt. Die Aktion ist aber auch ein gelungener Coup der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die den Wal zun\u00e4chst nach Berlin vor die Botschaft Japans bringt, um gegen die Jagd auf die Meeress\u00e4uger zu protestieren. Greenpeace hat damit bewiesen, wie geschickt die Organisation Kampagnen inszenieren kann<\/p>\n<p><object width=\"425\" height=\"350\" data=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/ZXKIEza4kmQ&amp;eurl\" type=\"application\/x-shockwave-flash\"><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/ZXKIEza4kmQ&amp;eurl\" \/><\/object><\/p>\n<p>Februar 2006: Meinen Urlaub breche ich ab. Ab dem 15. Februar stehe ich mit vielen NDR-Kollegen neben einem \u00dc-Wagen an der Wittower F\u00e4hre auf R\u00fcgen. Die <a title=\"Beitr\u00e4ge auf kohlhof.de \u00fcber die Vogelgrippe\" href=\"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/?s=vogelgrippe\">Vogelgrippe<\/a> hat zahlreiche Schw\u00e4ne get\u00f6tet. Sammel-\u00dcberspiele kurz und lang, Live-Einblendungen im 5-Minuten-Takt mit nahezu allen ARD-Anstalten &#8211; und das \u00fcber mehrere Tage. Die bis dahin wohl aufregendsten Radiotage beginnen. Aufreibender war nur 2001 die wochenlange Ausnahmesituation nach den Anschl\u00e4gen vom 11. September. Damals war ich bei ndr2 als Aktuell-Reporter, habe dort im Studio gearbeitet.<\/p>\n<p>M\u00e4rz 2006: Vor dem Landgericht Rostock wird gegen sechs M\u00e4nner aus dem Rotlichtmilieu verhandelt. Der Prozess wird von Polizisten in Kampfanz\u00fcgen und schwarzen Wollmasken gesichert.<\/p>\n<p>April 2006: Osterratgeber. Zum Thema &#8220;Eier k\u00f6pfen&#8221; berichte ich unter anderem \u00fcber den <a title=\"Beitrag bei kohlhof.de\" href=\"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/2006\/03\/13\/eierschalensollbruchstellenverursacher\/\">Eierschalensollbruchstellenverursacher<\/a>.<\/p>\n<p>Juli 2006: US-Pr\u00e4sident George W. Bush besucht Mecklenburg-Vorpommern. Ich bin drei Tage lang in Stralsund im Einsatz. Statt \u00dc-Wagen gibt es diesmal ein ganzes Pressezelt mit Reporterkabinen. Live-Einblendungen und Beitr\u00e4ge fast im Vogelgrippe-Takt.<\/p>\n<p>November 2006: Vor dem Landgericht beginnt der Prozess gegen die Eltern von Lea-Marie aus Teterow. <a title=\"Bericht \u00fcber das Urteil auf kohlhof.de\" href=\"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/2007\/01\/12\/missbrauchsprozess-9-jahregefangnis-fur-lea-maries-mutter\/\">Die Mutter hatte das Kleinkind<\/a> immer wieder gezwungen, Essig und Kalkreiniger zu trinken. Im Laufe der Verhandlung konnte man nicht den Eindruck gewinnen, dass die Frau tats\u00e4chlich begriffen hat, was sie ihrem Kind angetan hat.<\/p>\n<p>Februar 2007: Ein Autodieb klaut in Rostock einen Wagen, f\u00e4hrt fr\u00f6hlich pfeifend durch die Lande, wird sogar mehrfach geblitzt &#8211; und die Eigent\u00fcmerin bekommt weiterhin die Strafzettel. Obwohl die Fotos den schnauzb\u00e4rtigen mutma\u00dflichen Dieb zeigen, kann die Polizei den Wagen nicht finden. Am Tag nach meinem Bericht \u00fcber diesen Fall meldet ein H\u00f6rer der Polizei, dass er den Ford am Stra\u00dfenrand gesehen hat. Auto wieder da.<\/p>\n<p>2007: Die Berichterstattung wird dominiert von den Vorbereitungen auf den G8-Gipfel, die Proteste und Demonstrationen, die Nachbereitung und R\u00fcckblicke. Neben den vielen bunten, friedlichen Demonstranten, die vielf\u00e4ltigen Protestveranstaltungen mit teilweise abstrus oder utopisch klingenden Vorstellungen, neben den vielen Polizisten und dem Zaun um Heiligendamm, sind mir aber vor allem die Ausschreitungen im Stadthafen in Erinnerung geblieben. So eine Brutalit\u00e4t habe ich noch nie erlebt. Wie ein Virus schien sich die Bereitschaft zum Steinewerfen auszubreiten. Scheiben splitterten, eine Auto ging in Flammen auf. Selbst Feuerwehrautos wurden mit Steinen beworfen (Brennts bei G8-Kritikern etwa nie?). Auch wenn manche Gruppen der Gipfelkritiker das anders darstellen: Meinem Eindruck nach ging die Gewalt eindeutig von einem kleinen Teil des Demonstrationszuges aus. Au\u00dferdem kann ich mir nicht vorstellen und kann nicht glauben, dass derart Protest- und Polizeiarbeit-erfahrene Demonstrationsteilnehmer immer noch so empf\u00e4nglich f\u00fcr angeblich Provokationen der Uniformierten gewesen sein sollen.<\/p>\n<p>Lehre aus dem ganzen Chaos und den Pressemeldungen, die beide Seiten verbreiteten: Erst recht in extremen F\u00e4llen, wenn viele Dinge unklar sind, Informationen nicht \u00fcberpr\u00fcft werden k\u00f6nnen und von dem einen oder anderen auch gezielt zur Steuerung von Entwicklungen eingesetzt werden k\u00f6nnten, ist die Arbeit f\u00fcr Reporter besonders schwierig und ebenso wichtig.<\/p>\n<p>Die Zahl der Live-Einblendungen aus dem Studio, von \u00dc- und Satelliten-Reportagewagen \u00fcberstieg die Menge der Vogelgrippe- und Bush-Besuch-Beitr\u00e4ge um ein Vielfaches. Am Tag der Proteste am Sperrzaun war ich au\u00dferdem mit dem Rad unterwegs, weil nicht damit zu rechnen war, mit dem Auto weit zu kommen. Einen z\u00fcnftigen Sonnenbrand und 60 Kilometer sp\u00e4ter hatte ich Wasserwerfer durch Kornfelder fahren, Clowns-Armee Polizisten provozieren, Sondereinheiten aus Hubschraubern springen sehen, habe beobachtet, wie Anwohner unter sengender Sonne mitleidsvoll Wasserflaschen an das bunte V\u00f6lkchen der vorbeiziehenden Demonstranten verschenkten&#8230;<\/p>\n<p>Juli 2007: Am 18. Juli \u00fcberf\u00e4llt ein bislang Unbekannter die Mutter Christin M., die mit ihrem Sohn durch ein Waldst\u00fcck in der N\u00e4he von K\u00f6rchow bei Kr\u00f6pelin radelt. Er schl\u00e4gt beide \u00e4u\u00dferst brutal nieder. Er missbraucht die Frau. Die 36-J\u00e4hrige stirbt kurz darauf. Eine Sonderkommission bittet mehrere tausend M\u00e4nner aus der Umgebung zu freiwilligen Speichelproben. Vom T\u00e4ter keine hei\u00dfe Spur. J\u00fcngste Entwicklung: Es scheint Zusammenh\u00e4nge zu \u00e4hnlichen F\u00e4llen in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern zu geben. Eine hei\u00dfe Spur ist das immer noch nicht. Der Fall war auch Thema in der ZDF-Sendung &#8220;Aktenzeichen xy, ungel\u00f6st&#8230;&#8221;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=hncib81oujE\"><\/a><object width=\"425\" height=\"350\" data=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/hncib81oujE\" type=\"application\/x-shockwave-flash\"><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/hncib81oujE\" \/><\/object><\/p>\n<p>August 2007: Die wohl aufw\u00e4ndigste Produktion: Der wichtigste Tag im Leben einer Postkarte. Das K\u00e4rtchen erz\u00e4hlt am 10. August in knapp 3 Minuten, wie es von Rostock nach M\u00fcnchen kommt\u00a0 in nur einer Nacht. Ger\u00e4usche vom Briefkasten, von Stempel- und Frankiermaschinen, Autos, O-T\u00f6ne vom Post-Sprecher, Drehbuch mit zwei zus\u00e4tzlichen, technisch verfremdeten Stimmen. Die Hilfe von gut einem Dutzend Menschen hat diese drei Minuten erst m\u00f6glich gemacht. Ergebnis: Ein viel gelobtes Kurz-H\u00f6rspiel.<\/p>\n<p>Januar 2008: Die Mannschaft von Bundesligist FC Hansa Rostock steckt im Iran fest. W\u00e4hrend eines Trainingslagers hat sich das Wetter so verschlechtert, dass tagelang kein Flugzeug in Teheran starten und landen kann, um die Mannschaft zur\u00fcck in die freie westliche Welt zu bringen. Am 9. Januar l\u00e4uft unser <a title=\"Eintrag vom 9. Januar 2008\" href=\"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/2008\/01\/09\/ausreise\/\">Hansa-Tagebuch mit einem finktiven Blick in die Zukunft<\/a>. Gemeinsam mit den Kollegen David Pilgrim und Oliver Schubert habe ich mir weitere H\u00fcrden f\u00fcr die R\u00fcckreise ausgedacht. Unsere \u00dcberlegungen, was die Abreise noch verhindern k\u00f6nnte, gipfelt in der Tatsache, dass nach knapp einem Jahr Hans-Dietrich Genscher zum Lager der Mannschaft im Iran reist und die legend\u00e4ren Worte ruft: &#8220;Wir sind heute zu ihnen gekommen, um ihnen mitzuteilen, dass heute ihre Ausreise&#8230;&#8221;<\/p>\n<p>September 2008: Am Rostocker Fu\u00dfballstadion ist St. Pauli zu Gast. Teile der Fanszene sehen sich gegenseitig traditionell eher feindselig. &#8220;Nur zur Sicherheit&#8221; sollte ich im Auftrag der Redaktion mal beobachten, wie die Abreise der Fans abl\u00e4uft. Die Polizei hatte vorher schon klar gemacht, dass sie Randale auf jeden Fall verhindern will. Als dann doch Steine und Flaschen auf eine Polizeisperre flogen, lie\u00df die Einsatzleitung die Wasserwerfer sprechen. Ich stand weit abseits, aber so ein Wasserwerfer hat eine erhebliche Reichweite. Eine kurze Dusche wie bei einem sanften Sommerregen reichte aus, mich vollkommen zu durchn\u00e4ssen, daraufhin das Geburtstagsessen mit der Freundin im feinen Lokal absagen zu m\u00fcssen und einen Tag sp\u00e4ter im Nordmagazin auftreten zu d\u00fcrfen&#8230;<\/p>\n<p>Februar 2009: Heute ist mein letzter Tag im Studio Rostock. Hier arbeiten Kolleginnen und Kollegen, die ich einfach nur empfehlen kann und die man gern haben muss. Sie sind n\u00e4mlich genau das, was sie sind: kollegial. Die gestandenen Redakteurinnen und Redakteure haben jederzeit Tipps und Hinweise gegeben und haben neue Kollegen wie mich vor ein paar Jahren immer aufmunternd und fordernd unterst\u00fctzt. F\u00fcr sie und auch f\u00fcr die Reporterinnen- und Reporter-Kollegen gilt, dass sie wirklich wissen, was es\u00a0bedeutet, wenn man sagt &#8220;wir arbeiten zusammen&#8221;.\u00a0 O-T\u00f6ne austauschen, mit Hintergrundinfos auf den aktuellen Stand bringen\u00a0 &#8211; das alles war jederzeit mit den H\u00f6rfunk- und Fernsehkollegen m\u00f6glich. Das l\u00e4uft besonders gut, weil auch die Techniker in den Studios und auf dem \u00dc-Wagen dabei mithelfen und auch die Verwaltung und Sekretariate stets wissen, wie sie helfen k\u00f6nnen. Mir ist es jeden Tag leicht gefallen, ins Ostseestudio zu gehen, weil es hier auch in gro\u00dfer Hektik ebenso fr\u00f6hlich wie fair zugeht. Vielen Dank f\u00fcr die sch\u00f6ne Zeit im Ostseestudio!<\/p>\n<p><em>Zum Abschied gab es heute unter anderem die vierfache Menge der <\/em><a title=\"Rezept f\u00fcr Limettentorte auf Rezepteblock.de\" href=\"http:\/\/www.rezepteblock.de\/article\/163\/limettentorte\"><em>hier verlinkten Zutaten, die &#8211; geschickt zusammenger\u00fchrt &#8211; eine Limettentorte ergeben<\/em><\/a><em>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ist mein letzter Arbeitstag als Radioreporter im NDR-Ostseestudio in Rostock. Nach 11 Tagen Resturlaub werde ich ab 2. M\u00e4rz f\u00fcr die Magazinredaktion von ndr1 Radio MV in Schwerin arbeiten. Ich habe fast sechs Jahre lang im Studio in Rostock gearbeitet, haupts\u00e4chlich f\u00fcr ndr1 Radio MV, aber auch f\u00fcr andere NDR-Wellen und \u00f6ffentlich-rechtliche Anstalten. 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