{"id":2273,"date":"2009-09-14T07:22:26","date_gmt":"2009-09-14T05:22:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/?p=2273"},"modified":"2009-09-14T07:22:26","modified_gmt":"2009-09-14T05:22:26","slug":"flussiger-als-wasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/2009\/09\/14\/flussiger-als-wasser\/","title":{"rendered":"Fl\u00fcssiger als Wasser"},"content":{"rendered":"<div class='__iawmlf-post-loop-links' style='display:none;' data-iawmlf-post-links='[]'><\/div>\n<p>Das Albenrste am so genannten TV-Duell der beiden Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl war das Brimborium drumrum. Ich habe die Sendung im Ersten gesehen. Knapp eine Viertelstunde, bevor Kanzlerin Angela Merkel und ihr Herausforderer Frank Walter Steinmeier im Studio B in Adlershof aufeinandertrafen, lief unten rechts im Bild schon ein Countdown: Noch 14 Minuten und 38 Sekunden. &#8220;Das Erste Gefecht&#8221; war im Hintergrund eingeblendet. Gefecht &#8211; meine G\u00fcte. H\u00e4tte noch gefehlt, dass beide Kandidaten durch die Sicherheitsschleuse gehen.Man werde sich duellieren, deutete Will an. Die ganz genauen Regeln mit Zeitkonten f\u00fcr die beiden Auszufragenden taten ihr \u00dcbriges, um die Skepsis f\u00fcr dieses Zinnober wachsen zu lassen.<\/p>\n<p>Und dann folgten 90 Minuten sachliche Debatte zwischen zwei Kandidaten und vier Moderatoren aus privatem und \u00f6ffentlich-rechtlichem Rundfunk. Das war in Ordnung, um sich noch einmal die Positionen der beiden bisherigen Koalitionspartner zu verdeutlichen. Kein Wunder: Schlie\u00dflich m\u00fcssen sowohl SPD also auch die Union den Spagat hinbekommen, die zur\u00fcckliegenden gemeinsamen vier Jahre nicht doch zu schlecht zu machen. Die unterschieden dann auch zwischen dem milden Blick zur\u00fcck und dem \u00e4h, nun, ja: sich wohl trennendenWeg in der Zukunft.<\/p>\n<p>Unterschiedliche Positionen in Sachen Mindestlohn, Atomausstieg und Steuerfragen haben die beiden Kandidaten weitgehend sachlich und umfangreich argumentierend ausgetragen &#8211; zum Entsetzen des Moderatoren-Quartetts, das teilweise meinte, penetratntes Unterbrechen-Wollen sei gezieltes Nachfragen. Farbe sollte unter anderem durch das W\u00f6rtchen &#8220;Tigerenten&#8221;-Koalition in die Runde kommen, womit Maybritt Illner eine m\u00f6gliche Unions-FDP-Koalition illustrieren wollte. Frank Plasberg fragte sp\u00e4ter, wer denn in dieser Koalition der Tiger sein werde und wer die Ente. W\u00e4ren keine Kameras dabei gewesen, w\u00e4re die Kanzlerin wohl gern zu seinem Tischchen gegangen und h\u00e4tte ihrem Gastgeber ganz ohne Koalitionsaussage gern mal gegens Schienbein getreten &#8211; ihr genervter Gesichtsausdruck lie\u00df darauf schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Debatte blieb weiter sachlich. Ohne Beschimpfungen, man warf sich gelegetlich vor, nicht die Wahrheit zu sagen &#8211; aber \u00fcberpr\u00fcfen kann der Zuschauer das sowieso nicht. Wesentliches Neues gab es also nicht, man musste sich schon ein bisschen zwingen, dranzubleiben. Aber Politik und auch eine Bundestagswahl sollte man trotz des ganzen medialen Brimboriums im Umfeld nicht mit einer bunten Show verwechseln. Das ist nicht &#8220;Deutschland sucht den Superkanzler&#8221; &#8211; auch wenn nach der Aussprache eine 5-k\u00f6pfige &#8220;Jury&#8221; zu Gerichte sa\u00df.<\/p>\n<p>Trotzdem gabs gleich nach dem ausgebliebenen Duell dann schon mal die ersten repr\u00e4sentativen Umfrageergebnisse. Wer ist glaubw\u00fcrdiger, wer wirkte zur Halbzeit sympathischer, wer hat insgesamt besser \u00fcberzeugt, wie sehen das die Anh\u00e4nger der jeweiligen Kandidaten, hate es&#8230; KLICK. Da macht man dann aus. Als w\u00e4re es doch DSDSK.<\/p>\n<p>Das einzig Praktische an diesen TV-Duellen vor der Bundestagswahl ist der Umstand, dass man nicht zwangsl\u00e4ufig zu den Wahlkampfkundgebungen gehen muss, um Positionen zu h\u00f6ren,wo irgendwelche Wahnsinnigen mit Trillerpfeifen rumtr\u00f6ten &#8211; und das dann f\u00fcr die H\u00f6he der Demokratie halten.<\/p>\n<p>Insofern: Debatte in Ordnung. Brimborium durmrum absolut f\u00fcrchterlich &#8211; fl\u00fcssiger als Wasser: \u00fcberfl\u00fcssig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Albenrste am so genannten TV-Duell der beiden Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl war das Brimborium drumrum. Ich habe die Sendung im Ersten gesehen. 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