{"id":293,"date":"2006-07-14T21:21:23","date_gmt":"2006-07-14T19:21:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/?p=293"},"modified":"2008-06-19T14:00:10","modified_gmt":"2008-06-19T12:00:10","slug":"so-war-das-mit-herrn-bush","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/2006\/07\/14\/so-war-das-mit-herrn-bush\/","title":{"rendered":"So war das mit Herrn Bush"},"content":{"rendered":"<div class='__iawmlf-post-loop-links' style='display:none;' data-iawmlf-post-links='[]'><\/div>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" src=\"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/wp-content\/uploads\/2006\/03\/aktuellmeldung.jpg\" alt=\"Aktuell\" height=\"16\" class=\"ohnerand\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" src=\"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/wp-content\/uploads\/2006\/03\/updatemeldung.jpg\" alt=\"Updatemeldungsbanner\" height=\"16\" class=\"ohnerand\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" src=\"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/wp-content\/uploads\/2006\/07\/airforceonetotale.jpg\" alt=\"airforceonetotale.jpg\" height=\"193\" \/><\/p>\n<p class=\"bu\">Die Air Force One wartet in Rostock-Laage auf ihren wichtigsten Pasasgier &#8211; und dass endlich mal jemand die verdammten Koffer an Bord bringt.<\/p>\n<p><strong>Die Belagerung sei nicht ganz so verheerend gewesen wie durch Wallensteins Truppen &#8211; aber anstrengend genug. So fasste eine Stralsunderin den Tag des Pr\u00e4sidentenbesuchs in der Hansestadt in Vorpommern zusammen, als sich Mr. Bush und Kanzlerin Merkel schon l\u00e4ngst und vor allem weit weg an gegrilltem Wildschwein labten.<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" src=\"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/wp-content\/uploads\/2006\/07\/bushroterteppich.jpg\" alt=\"bushroterteppich.jpg\" height=\"130\" \/><\/p>\n<p class=\"bu\">Schneller Abschied: Herr Bush schreitet forsch auf den Roten Teppich, um sich vom Ministerpr\u00e4sidenten Ringstorff zu verabschieden. Das Wachbataillon der Bundeswehr steht Spalier auf dem Weg zur Gangway.<\/p>\n<p>Ich war drei Tage lang im Reporterpool des NDR im Einsatz, um \u00fcber den Arbeitsbesuch des US-Pr\u00e4sidenten in Mecklenburg-Vorpommern zu berichten. Bemerkenswert an der Visite waren meiner Auffassung nach zwei Dinge:<\/p>\n<p>1.) Zur Kolonne des m\u00e4chtigsten und auch am gef\u00e4hrdetsten Mannes geh\u00f6rt auch ein Krankenwagen, das ist nachvollziehbar. Aber auch der ist schwarz lackiert. &#8220;Haben die da f\u00fcr den Fall der F\u00e4lle schon weiter gedacht?&#8221; stellte ein Technik-Kollege daraufhin in den Raum.<\/p>\n<p>2.) Trotz der Sicherheitsvorkehrungen mit drei Sicherheitszonen rund um den Schauplatz der Arbeitsvisite mit 12.500 Polizisten, Sicherheitsbeamten und Secret Service-Mitarbeitern, penibelsten Kontrollen und verhaltens-Vorschriften f\u00fcr die Innenstadtbewohner, die T\u00fcren und Fenster teilweise sogar versiegeln lassen mussten, war es Greenpeace-Mitgliedern gelungen, sich \u00fcber Nacht im Turm der Nicolai-Kirche zu verstecken und kurz, bevor Bush samt Krankenwagen auf den Alten Markt rollte, neben der Turmuhr eine Luke zu \u00f6ffnen und ein Transparent mit der Aufschrift &#8220;No Nukes, No War, No Bush&#8221; zu entrollen. Es dauerte nur wenige Minuten, und die Polizei hatte das Plakat, und alles, was damit zusammenh\u00e4ngt, vom Turm entfernt. Die Greenpeacer k\u00f6nnen blo\u00df froh sein, dass die Scharfsch\u00fctzen auf den D\u00e4chern ringsum einen guten Tag hatten. Mr. President jedenfalls hat von diesem ganzen Theater nichts mitbekommen und konnte wenig sp\u00e4ter mit Chancelor M\u00f6rkel die deutsch-amerikanische Freundschaft auffrischen.<\/p>\n<p>Er d\u00fcrfte auch von der Gegendemonstration nichts mitbekommen haben, an der am Rande der Altstadt und somit weit abgeschlagen vom Alten Markt, knapp 1000 Menschen teilnahmen. Das waren viel weniger, als die Organisatoren erwartet hatten. Die Deutsche Friedensgesellschaft hatte mit bis zu 5000 Demonstranten gerechnet.<\/p>\n<p>Drei aufregende Tage liegen hinter mir. Ein derartiges Gro\u00dfereignis habe ich noch nie erlebt. Das ging vielen Kollegen \u00e4hnlich. Der logistische Aufwand, der betrieben werden musste, um in Bild und Ton von dem Treffen in Mecklenburg-Vorpommern zu berichten, ist immens. Ich habe das bestimmt nicht vollst\u00e4ndig durchschaut, aber dies sind meine Eindr\u00fccke und Erkl\u00e4rungsversuche.<\/p>\n<p>Wer \u00fcber ein Treffen von Regierungschefs der Kategorie wie in Stralsund berichten will, muss sich akkreditieren, also anmelden. Das Bundespresseamt hat 1600 Mitarbeiter von Medien aus aller Welt akkreditiert, nach einer genauen \u00dcberpr\u00fcfung der Personalien bereits Wochen vorher. Die unglaublich hohen Sicherheitsanforderungen und -vorschriften haben die Arbeit vor und w\u00e4hrend des Pr\u00e4sidentenbesuchs entscheidend bestimmt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" src=\"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/wp-content\/uploads\/2006\/07\/akkreditierungsliste.jpg\" alt=\"akkreditierungsliste.jpg\" height=\"555\" \/><\/p>\n<p class=\"bu\">Illustre Liste: F\u00fcr besondere Programmpunkte waren nur einzelne Reporter zugelassen &#8211; aus Platzgr\u00fcnden.<\/p>\n<p>1600 Redakteure, Techniker und Assistenten, das ist zuviel, um alle \u00fcberall hinzulassen. Bei Ereignissen dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung werden deshalb f\u00fcr die entscheidenden und wichtigsten Protokolltermine sogenannte Pools gebildet. Ein Kamerateam darf ganz nah ran, alle andere bleiben weit ab, zum Beispiel bei der Pressekonferenz, beim Grillen oder beim Eintrag ins Goldene Buch. Die Poolbilder werden allerdings live allen anderen Stationen zur Verf\u00fcgung gestellt. F\u00fcr das Treffen Merkel-Bush hatte das NDR-Fernsehen die Poolaufgabe. Die Livebilder von den besonders wichtigen Programmpunkten kamen also alle von NDR-Kameras, waren aber weltweit auf allen Kan\u00e4len zu sehen.<\/p>\n<p>Auch die H\u00f6rfunkredaktionen der ARD haben einen Pool genutzt, der ebenfalls vom NDR zusammengestellt worden war. Das Team bestand auf redaktioneller Seite aus Kollegen (auch von anderen Anstalten) aus dem Hauptstadtstudio Berlin, von NDR Info, aus dem Landesfunkhaus Schwerin und aus den Regionalstudios Greifswald und Rostock. Um diese Eins\u00e4tze zu koordinieren, waren drei Producer und Redakteure n\u00f6tig &#8211; und nat\u00fcrlich jede Menge Techniker.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" src=\"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/wp-content\/uploads\/2006\/07\/reporterkabine-innen.jpg\" alt=\"reporterkabine-innen.jpg\" height=\"271\" \/><\/p>\n<p class=\"bu\">Blick von einer Reporterkabine in eine andere Reporterkabine mit Schnittplatz und Bildschrim f\u00fcr die Poolbilder.<\/p>\n<p>In einem Zelt des Pressezentrums am Hafen hat der Pool zehn Reporterkabinen genutzt. Jede einzelne war mit einem Schnittplatz, Mikrofon und Bildschrim f\u00fcr die Poolbilder ausgestattet. Hier sa\u00dfen &#8211; besonders in den Morgenstunden &#8211; bis zu vier Redakteure gelichzeitig und haben Livegespr\u00e4che mit den ARD-Anstalten aus dem gesamten Bundesgebiet gef\u00fchrt, teilweise im 20-Minuten-Takt. In den anderen Kabinen wurden lange und kurze Sammelberichte, die automatisch an alle Stationen \u00fcbermittelt werden, produziert. Die Beitr\u00e4ge wurden von fr\u00fch bis sp\u00e4t st\u00fcndlich aktualisiert. Ich war mittendrin. Habe Sammelangebote produziert und auch einige Live-Gespr\u00e4che gef\u00fchrt, sowohl mit RadioMV, als auch mit dem Nordwestradio in Bremen und dem Inforadio vom RBB.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" src=\"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/wp-content\/uploads\/2006\/07\/reporterkabinenaussen.jpg\" alt=\"reporterkabinenaussen.jpg\" height=\"268\" \/><\/p>\n<p class=\"bu\">Von au\u00dfen sehen die Kabinen nicht mal ann\u00e4hernd so interessant aus.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr Reporter war die \u00e4u\u00dfere, gelbe Sicherheitszone der einige Bereich, in dem sie sich frei bewegen konnten. Wer zu einem speziellen Termin n\u00e4her ran wollte, musste sich gesondert anmelden und viel Wartezeit mitbringen. Hintergrund auch hier: Die Sicherheitsbestimmungen. So mussten die Kollegen, dier abends vom Grillen in Trinwillershagen berichten wollten, bereits vier Stunden vor her zum Sicherheitscheck ins Pressezentrum, um von dort aus dann in geschlossenen Gruppen per Bus zum Grillplatz gebracht zu werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" src=\"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/wp-content\/uploads\/2006\/07\/pressezentrum.jpg\" alt=\"pressezentrum.jpg\" height=\"215\" \/><\/p>\n<p class=\"bu\">Arbeit im Pressezentrum. F\u00fcr die Reporter vonZeitungen und Agenturen hatte das Bundespresseamt ein Zelt mit hunderten Schreibtischen, Telefonen und Steckdosen ausger\u00fcstet. Die Fernseher zeigen die Poolbilder, damit man sozusagen trotzdem sieht, was Angie und Georgy geraden machen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Stralsund nach dem Besuch schon wieder aufatmete, galt am Flughafen Rostock-Laage heute morgen noch immer die h\u00f6chste Sicherheitsstufe: Dort stand die Air Force One auf dem Vorfeld. Heute morgen war ich mit einem \u00dc-Wagen dort, um \u00fcber den Abflug des Pr\u00e4sidenten zu berichten.<\/p>\n<p>Mehrere dunkle Punkte am Himmel k\u00fcndigten an, dass der Pr\u00e4sident samt Mitarbeitern nun aus Heiligendamm einschwebt. Die Delegation hatte dort im Kempinski \u00fcbernachtet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" src=\"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/wp-content\/uploads\/2006\/07\/bushstafflandet.jpg\" alt=\"bushstafflandet.jpg\" height=\"206\" \/><\/p>\n<p class=\"bu\">Erst landeten die eher unbequemen Hubschrauber mit dem Personal<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" src=\"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/wp-content\/uploads\/2006\/07\/bushheligelandet.jpg\" alt=\"bushheligelandet.jpg\" height=\"173\" \/><\/p>\n<p class=\"bu\">und dann der elegante Helikopter mit Herrn Bush und Condoleezza Rice an Bord.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" src=\"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/wp-content\/uploads\/2006\/07\/pressetribuene.jpg\" alt=\"pressetribuene.jpg\" height=\"187\" \/><\/p>\n<p class=\"bu\">Da waren schon l\u00e4ngst alle Objektive auf der Pressetrib\u00fcne auf die Ausstiegsluke des Pr\u00e4sidenten-Helikopters gerichtet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" src=\"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/wp-content\/uploads\/2006\/07\/bushwinktausschnitt.jpg\" alt=\"bushwinktausschnitt.jpg\" height=\"345\" \/><\/p>\n<p class=\"bu\">Bush (li. ;-) stieg das recht schnell nebst Gattin zu seiner fliegenden Regierungszentrale hinauf, um noch einmal schnell zu winken&#8230;<\/p>\n<p class=\"bu\">Wenig sp\u00e4ter hob die Maschine ab mit dem Ziel St. Petersburg. Die Sicherheitsbestimmungen wurden schlagartig aufgehoben. Und auch dieser spezielle Bundeswehrwagen, der sich direkt vor mir aus einer Seitenstra\u00dfen neben dem Flughafen auf die Stra\u00dfe schob, konnte in die Kaserne zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" src=\"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/wp-content\/uploads\/2006\/07\/bundeswehrpanzer.jpg\" alt=\"bundeswehrpanzer.jpg\" height=\"192\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Air Force One wartet in Rostock-Laage auf ihren wichtigsten Pasasgier &#8211; und dass endlich mal jemand die verdammten Koffer an Bord bringt. Die Belagerung sei nicht ganz so verheerend gewesen wie durch Wallensteins Truppen &#8211; aber anstrengend genug. 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