{"id":391,"date":"2006-08-24T23:28:45","date_gmt":"2006-08-24T21:28:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/?p=391"},"modified":"2006-08-24T23:30:10","modified_gmt":"2006-08-24T21:30:10","slug":"blos-gut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/2006\/08\/24\/blos-gut\/","title":{"rendered":"Blo\u00df gut&#8230;"},"content":{"rendered":"<div class='__iawmlf-post-loop-links' style='display:none;' data-iawmlf-post-links='[]'><\/div>\n<p>&#8230; dass mir das nicht passiert ist: Fegen vor \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden an runden Geburtstagen.\n<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Treppe fegen\" src=\"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/wp-content\/uploads\/2006\/08\/treppefegen.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"bu\">Der Kollege Oliver S. (30) musste das tun, wogegen ich mich seinerzeit erfolgreich gewehrt habe.<\/p>\n<p>Der Kollege Oliver S. hingegen durfte heute die Treppen des Rostocker Rathauses von einer Melange aus Kronkorken und Kaninchenstreu befreien, Freunde und Verwandte hatten das zu seinem 30. Geburtstag organisiert und verfolgten die Fegerei weitgehend stumm und schweigend. Der Feger selbst schien von seiner Aufgabe nicht vollends begeistert. So war nur das Schrappen der Kronkorken und das Rauschen der Besenborsten auf dem Granit der Rathausstufen zu h\u00f6ren.\n<\/p>\n<p>Als ich unl\u00e4ngst 30 wurde, hat man mich vor derlei Gebaren verschont. Das war Folge und Erfolg einer mehrere Jahre w\u00e4hrenden Kampagne. So hatte ich schon im zarten Alter von 25 Jahren mehrfach \u00f6ffentlich darauf hingewiesen, dass ich zu derlei Schm\u00e4hungen nicht zur Verf\u00fcgung stehe, weil ich zwischen dem Beseitigen mutwilliger Verschmutzungen und meinem runden Geburtstag keinen Zusammenhang erkennen mochte. Ich hatte deshalb mehrfach angek\u00fcndigt, dass ich, sollte ich unter falschen oder richtigen Angaben zu einem f\u00fcr Aktionen dieser Art geeigneten Ort gelockt werden, wortlos die Szenerie verlassen w\u00fcrde um sp\u00e4ter allen Beteiligten die Freundschaft zu k\u00fcndigen.<\/p>\n<p>Zwar gab es immer wieder Andeutungen und Nachfragen, aber schlie\u00dflich verbrachte ich einen angenehmen Geburtstag ohne l\u00e4stiges Putzen und Fegen (also wie jeden anderen Tag meines Lebens ;-)). Nur hartn\u00e4ckiges, \u00fcber Jahre andauerndes Anprangern s\u00e4mtlicher Andeutungen, die auf irgendwelche Fege-Vorbereitungen hindeuteten, hat mich vor diesem Irrsinn, den auch niemand witzig zu finden scheint, bewahrt. Mein Hauptaugenmerk lag dabei auf unsicheren Kantonisten aus dem weiteren Bekanntenkreis, bei denen ich die gr\u00f6\u00dfte Bereitschaft f\u00fcr Anschl\u00e4ge auf meine freie Selbstbestimmung vermutete. Mit einer beispiellosen PR-Offensive in eigener Sache ist es mir gelungen a) jegliche Bestrebungen im Keim zu ersticken und b) in weiten Teilen meines sozialen Umfeldes nachhaltiges Verst\u00e4ndnis f\u00fcr meine Haltung zu wecken und mir dadurch c) trotz der diffizilen argumentativen Lage Sympathien zu sichern.<\/p>\n<p>Kann ich nur empfehlen und allen, die noch 30 werden und von diesem seltsamen Brauch \u00e4hnlich viel halten wie ich, raten, rechtzeitig gegenzusteuern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; dass mir das nicht passiert ist: Fegen vor \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden an runden Geburtstagen. Der Kollege Oliver S. (30) musste das tun, wogegen ich mich seinerzeit erfolgreich gewehrt habe. 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