{"id":855,"date":"2008-05-30T17:17:47","date_gmt":"2008-05-30T15:17:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/2008\/05\/30\/mangelware\/"},"modified":"2008-06-01T19:31:13","modified_gmt":"2008-06-01T17:31:13","slug":"mangelware","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/2008\/05\/30\/mangelware\/","title":{"rendered":"Mangelware"},"content":{"rendered":"<div class='__iawmlf-post-loop-links' style='display:none;' data-iawmlf-post-links='[]'><\/div>\n<p>Gestern beim Supermarkt: Im Milchregal klafft ein Loch:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kohlhof.de\/kohlhof\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/keine_milch.jpg\" alt=\"Leeres Milchregal: Die preiswerte Sorte war ausverkauft\" \/><\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen hatten Bauern die Molkerei Upahl im Westen Mecklenburg-Vorpommerns blockiert. Andere haben Milch auf ihre Felder gekippt.<!--more--> Sie wollen mit diesenProtesten erreichen, dass die Preise steigen, bzw., dass die Molkereien bereit sind, h\u00f6here Preise f\u00fcr Rohmilch zu zahlen (was dann auch auf die Verkaufspreise Einfluss h\u00e4tte). Die Landwirte argumentieren, dass sie nur rund 30 Cent por Liter kriegen, es aber rund 40 Cent sein m\u00fcssten, um wirtschaftlich arbeiten zu k\u00f6nnen. In Ordnung, aber Lebensmittel wegkippen, um zu protestieren &#8211; das ist nicht die feine Art, auch wenns die einzige M\u00f6glichkeit zu sein scheint. Finde ich.<\/p>\n<p>In Rostock haben heute B\u00e4uerinnen anders protestiert. Sie haben bei drei Discountern 660 Liter H-Milch gekauft und die T\u00fcten der Rostocker Tafel gespendet. Die Milchb\u00e4uerinnen wollen dadurch verhindern, dass Bed\u00fcrftige unter der Milchknappheit besonders leiden. Immerhin ein etwas anderer Ansatz, auch wenn da zwei Welten aufeinander trafen, als ich heute dar\u00fcber im Radio berichtete. Nat\u00fcrlich war das auch ein weiterer Weg, das Milch-Angebot im Land weiter zu verknappen. Bei manchen Discountern wussten die Kassiererinnen n\u00e4mlich nicht, wann sie die n\u00e4chste Lieferung H-Milch bekommen werden.<\/p>\n<p>Protest also. Schlie\u00dflich waren die Landwirtinnen entsetzt, dass H-Milch f\u00fcr teilweise gerade mal 54 Cent pro Liter angeboten wird. So sei es kein Wunder, dass f\u00fcr die Bauern kaum noch etwas von den Einnahmen der L\u00e4den und Milchverarbeiter \u00fcbrig bleibe (auch wenn der Vergleich zwischen Einkaufs- und Ladenpreis hinkt, weil ja zum Beispiel auch noch Steuern anfallen und im Vergleich herausgerechnet werden m\u00fcssten). Andererseits sind bei der Tafel gerade diejenigen die Empf\u00e4nger, denen h\u00f6here Preise f\u00fcr Lebensmittel wie Milch besonders zu schaffen machen w\u00fcrden<\/p>\n<p>Au\u00dferdem sind 660 Liter der sprichw\u00f6rtliche warme Tropfen Milch auf den hei\u00dfen Stein: Die Rostocker Tafel verteilt pro Woche an rund 4000 Menschen Lebensmittelspenden, zum Beispiel aus Superm\u00e4rkten. Sie wollen so die Bed\u00fcrftigen bei den Lebenshaltungskosten entlasten. Andererseits h\u00e4tten die B\u00e4uerinnen auch gern mehr mehr Milch gekauft, um sie dann zu spenden &#8211; &#8220;tut ja nicht weh&#8221;, war der sarkastische Kommentar angesichts der nach Auffassung der Bauern zu tiefen Preise &#8211; allerdings hatte ein Discounter in Rostock Milch schon rationiert. Pro Person durfte nur noch ein Zw\u00f6lfer-Karton mit Liter-T\u00fcten verkauft werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern beim Supermarkt: Im Milchregal klafft ein Loch: W\u00e4hrenddessen hatten Bauern die Molkerei Upahl im Westen Mecklenburg-Vorpommerns blockiert. 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