Blaubeerkäse und Autobahn

Ich fühle mich geehrt: Auf Autobahnschildern ist sozusagen die Entfernung bis zu meiner Haustür nahezu exakt angegeben.

Es gibt Tage, da kommt man nach Hause und wird gefragt, ob es denn einer schöner Tag war, und ob man vielleicht sogar etwas Besonderes erlebt habe. Heute Abend ist so ein Abend, an dem ich endlich mal aus tiefstem Herzen nicken kann und sagen kann: “Ja, heute war ein derart außergewöhnlicher Tag, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.”

Und dann würde es nur so aus mir heraussprudeln: Ich würde davon berichten, dass es in der Kantine am Frühstücksbüffet heute – Achtung – Brötchenhälften mit Blaubeerfrischkäse gab. Sowas, also nee. Man muss dazu wissen, dass der Farbton von Blaubeerfrischkäse in etwa dem der Farb-Sonderling Mauve entspricht. Ein Anblick wie dieser lässt natürlich nicht automatisch auf eine Geschmacksexplosion der wohltuenden Art hoffen, aber ein zaghafter Test hat dann immerhin doch ergeben: Blaubeerfrischkäse ist… genießbar.

Wer will nach einem Highlight wie diesem überhaupt noch etwas erwarten. Sehen Sie, ich nicht. Trotzdem habe ich auf der Rückfahrt festgestellt – und ich kann sagen, ich war überrascht und entzückt, dass die Entfernungsangaben auf den Autobahnschildern, also zum Beispiel “Rostock 86 km” oder “Rostock 35 km”, dass also diese Angaben sich nahezu exakt auf die Entfernung bis zu meiner Haustür beziehen. Vom 86-Kilometer-Schild sind es tatssächlich genau 86 Kilometer Fahrtstrecke bis zur Haustür. Ist das nicht irre? Würden Sie nicht auch total ausflippen?

Und ausgerechnet heute ist hier niemand, dem ich es gleich erzählen könnte…

Autor: Christian

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2 Gedanken zu „Blaubeerkäse und Autobahn“

  1. Ich freu mich einfach mal für Dich mit über Deine Erlebnisse in Sachen Blaubeerfrischkäse und Autobahn-Stadt-Entfernungsangaben! :-D

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