Bunte Tonnenprügelei

In Born am Darß ist nicht nur im Sommer Tonnenabschlagen, sondern auch im Februar. Jeweils am dritten Sonnabend im Februar trifft sich eine besonders bunte Schar, die mit Knüppeln bewaffnet um den Titel des Tonnenkönigs wetteifert.

Beim Fastnachtstonnenabschlagen gibts zunächst einen bunten Festumzug durch den Ort, und dann treten sowohl Reiterinnen und Reiter, als auch entschlossenes Fußvolk an. Einzige Voraussetzung: Verkleidung muss sein. Zwischendurch ruft die ganze Festwiese “Gut Schluck! Gluck, gluck!” Unter Gejubel und Applaus und ja: auch Gelächter hunderter Zuschauerinnen und Zuschauer gehts dann jeweils einem baumelnden, bunt bemalten Holzgefäß ans Rund. Der Spannungsbogen beim Tonnenabschlagen verläuft dabei wohl in der Regel so: Zunächst können die kühnen Reiter auf das Faß einschlagen, wie sie wollen – es scheint nichts zu passieren. Es baumelt einfach nur wild hin und her. Dann geht plötzlich alles ganz schnell: Spiltter fliegen, Dauben purzeln, Reifen bersten. Aber irgendein Stück Holz bleibt gefühlt ewig hängen. Da ein Tonnenabschlagen erst dann vorbei ist, bis das komplette Fass vom Haken heruntergeprügelt worden ist, zieht es sich dann doch etwas. In diesem Jahr hat ein reitender Teufel den letzten Schlag gesetzt – und darf sich nur Tonnenkönig nennen – gemeinsam mit einem übergewichtigen Engel, der beim zweiten Durchgang den alles entscheidenden und somit abschließenden Knüppel-Angriff auf die Tonne gestartet hatte.

Autor: Christian

Christian Kohlhof - Lübeck, Rostock, Schwerin... in dieser Reihenfolge