Wetten, Mozart?

“Wetten, dass ..?” muss man nicht mögen. Und man muss es auch nicht anschauen – das lehrt die Erfahrung aus zahlreichen eher langweiligen Sendungen in der Vergangenheit mit belanglosem, ewigem Gelaber und überdrehten Showgästen. Zufällig habe ich heute Abend reingezappt und bin hängen geblieben. Und das kam so: Die Sugababes traten gerade auf. Danach kam ein Typ, der Schirme reihenweise mit nur einer Hand schließen konnte, Boris Becker war als Mozart verkleidet. Depeche Mode wurden von ihren Fans bejubelt. Dann kam ein junger Mann, der hoch konzentriert jeden Ton von vier gleichzeitig angeschlagenen Klaviertasten benennen konnte. Thomas Gottschalk sang daraufhin mit Cecilia Bartoli eine Arie aus der Zauberflöte (gar nicht mal so schlecht) – und dann traten auf einem Salzburger Platz zur Außenwette 49 kleine Österreicher mit ihren Geigen auf und spielten herzerweichend, aber durchaus erkennbar und mehrstimmig die kleine Nachtmusik. Zur Strafe musste Thomas Gottschalk den Rest der Show in österreichischem Dialekt präsentieren. Eine gute Mischung aus Leistung und Spaß. Da fiel dann auch Cora Schumacher nur selten unangenehm auf, die mit flaschen Haaren wirkte, als wollte sie eigentlich in einer Gerichtsshow von Sat.1 als hintergangene Geliebte auftreten und hätte sich in der Studiotür geirrt. Also: Daumen hoch für die Mozart-Jubiläums-Ausgabe von “Wetten, dass..?”, zumindest für die zweite Halbzeit.

Autor: Christian

Der Verfasser aller Beiträge auf kohlhof.de (außer in der Kategorie "Schmidt, Schanghai")

3 Gedanken zu „Wetten, Mozart?“

  1. … jetzt isses raus: Ich bin nicht der einzige Zuschauer gewesen: Es waren 13,7 Millionen. Das entspricht einem Marktanteil von 41,6 Prozent aller Deutschen, die am Sonnabend Abend den Fernseher eingeschaltet haben. Die Sendung war damit die mit Abstand erfolgreichste an diesem Tag.

  2. Kleine Richtigstellung zum vorherigen Kommentar auch im Sinne der Völkerverständigung: Es sind nicht nur deutsche Zuschauer, die die GfK mittels ihres GfK-Meters erfasst, sondern auch in Deutschland lebende Ausländer.
    Zur Sendung braucht ja wohl nichts mehr gesagt werden: Allgemeines Geblubbere und schlüpfrige Zoten wie: An Eichel (ehem. Finanzminister)war ja nur der Name erotisch… sagen alles. Die Frauen waren nur als Beiwerk geladen, Boris spricht vom Heiraten und das ZDF lädt freiwillig einen Ziehsohn vom Rechtspopulisten Jörg Haider ein. Man könnte noch viel über Wettendass schreiben, aber das könnte man nach jeder Ausgabe der letzten großen Samstagabendshow. Dabei gruselt es, wenn man an “Verstehen Sie Spass?” denkt oder an alle Shows bzw. Werbeveranstaltungen der Privaten…

  3. also ich habe es auch geschaut, gehörte also auch zu den über 13 Mio, habe es nur bedauert, das Cecilia Bartoli nicht zuerst auf der Couch saß, hätte sie den beiden anderen erst keine Chance gelassen, aber zumindest hat sie ihnen dann sofort die Show gestohlen und mit Gottschalk ein schönes Duett abgeliefert, na dann .. . bis zum nächsten Mal

Kommentare sind geschlossen.