Droste und Rücker

Also, das ist eine sensationelle Kombination: Wiglaf Droste, Journalist und Satire-Autor unter anderem bei der taz und Urheber wirklich gelungener Kolumnen, hat Ende Februar 2005 eine wahrlich liebevoll ausformulierte Betrachtung über Joschka Fischers Verhalten in der Visa-Affäre und das Selbstverständnis der Grünen veröffentlicht. Kleiner Ausschnitt:

Joseph Fischer weiß, was er an Claudia Roth hat: Die Frau ist eine intellektuell befreite Zone. … Zumal auf ihrer Kriechspur ein weiterer Gollum wandelt: Franz Josef Wagner, der bei Springer die Rolle der nicht immer ganz sauberen Unterhose einnimmt,…

Wunderbar. Dieser Text wiederum diente als Vorlage für eine Hörprobe auf earpaper.de, womit ich nun also zur Kombination komme. Auf dieser Internetseite bieten drei NDR-Mitarbeiter ihre Sprech-Stimmen für die Vertonung von Podcasts an. Nachrichten-Sprecher (und Schauspieler) Alfred Rücker (bei dem auch ich vor Jahr und Tag mal ein paar Sprechstunden nehmen durfte), hat sich den Text von Droste ausgewählt. Und der Vortrag ist einfach nur herrlich (auf dieser Seite gibt es den Text zum Hören).

Sie können es einfach, die Herren Droste und Rücker… Und deshalb ist dieses wohl leider einmalige Tondokument heute die Akustik des Tages.

Autor: Christian

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2 Gedanken zu „Droste und Rücker“

  1. Ja, das ist alles richtig, wie Christian das geschrieben hat: Droste und Rücker – beide Könner!

    Wer sich interessiert und mehr will, sollte sich auch Droste himself, als Vorleser der eigenen Texte nicht entgehen lassen! (Erhältlich im Handel und über andere dunkle Kanäle)

    Wiglaf Droste ist auch Songschreiber und -interpret. Da sieht die Sache nun wieder anders aus. Die Beurteilung dessen, was dabei rausgekommen ist, bleibt wohl Geschmackssache.

    Btw. Droste klingt für mich immer, wie ein Teil was am Dach angebacht wird … weiss auch nicht.

  2. Das habe ich mir eben auch mal angehört und muss sagen totale Zustimmung – zu Claudia, Joschka und dem Zustand der Partei! Schön, wer solche Texte verfassen kann, wie beim Scheibenwischer oder bei M. Riechling (Zwerch triff Fell) (gibt fast nichts Schöneres als politisches Kabaret – unseren Volksvertretern aufs Maul ge(hauen), pardon -geschaut.
    Und jetzt weiß ich auch, warum Claudia immer diese grässlichen Schals trägt, da passte er ja auch noch drunter, wenn er mal wieder dicker war (was ihn aber bedeutend besser kleidete als dieses Hungergesicht – da hätte ich ihn glatt füttern mögen). Nur die Haarfarbe, an Grün hat sie sich leider noch nicht rangetraut.
    Aber ich denke, er war ein anerkannter Außenminister, vor allem im Ausland – und das ist ja schließlich seine Aufgabe gewesen und so wichtig, das konnte er immer wunderbar zeigen. A b e r kennt man noch einen, der sich selbst so inszenieren konnte wie er, sein Mienenspiel, seine Stirn in Falten, das kann ihm keiner nachmachen. Ich stelle ihn mir gerade als Prof im Hörsaal vor. Danke, mehr solcher Hörproben!

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