Weitere Apfel-Erfahrungen

Erfahrungsbericht mit iTunes und iPod: Beim Playlisten-Management fehlen praktische Funktionen – und iTunes verschluckt den Maus-Pfeil. Von diesen Problemen kann man sich aber wunderbar mit einer Flipper-App ablenken.

Vor gut einem Monat habe ich öffentlich zugegeben, dass ich jetzt auch ein Produkt aus dem Hause Apple besitze. Meine ersten euphorischen Einschätzungen des iPod-Touch kann ich nun etwas relativieren. Apple kocht auch nur mit Wasser. Aber es ist doch sehr edles Wasser. Beim Playlisten-Management fehlen meiner Meinung nach praktische Funktionen – und iTunes verschluckt den Maus-Pfeil. Von diesen Problemen kann man sich aber wunderbar mit einer Flipper-App ablenken.

Was mir gefällt: Das Ding funktioniert weiterhin einfach und klaglos – und lässt sich weitgehend ohne Missverständnisse über den Touch-Screen bedienen. Surfen, Mailen, Musik hören – alles kein Problem. Der Touch liegt eigentlich immer in greifbarer Nähe, um schnell mal was nachzuschlagen oder die Mails zu checken. Und dann die Apps! Auf meinem iPod finden sich jetzt unter anderem die Audiowerkzeuge “Record-Pad” zum Aufnehmen und “Pocket Wave-Pad” zum Schneiden. Das Resultat ist – wie bereits erwähnt – notfalls sogar sendefähig.

Logo PitchPerfet
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Für komfortables Schneiden ist der Bildschirm dann aber doch viel zu klein. Mit “PitchPerfect” kann man außerdem Instrumente stimmen. Wer weiß, wozu man es mal braucht.

Die kostenlose Wasserwaage dient vor allem dazu, Mitmenschen vornehmlich älteren Generationen von den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieses Klein-Computers zu überzeugen. Wenn man diese mit der Wasserwaagenfunktion konfrontiert ziehen Sie in der Regel anerkennend die Mundwinkel nach unten. Die Information, dass im Flashspeicher jetzt Musik für 20 Tage schlummert, sprengt hingegen wohl die Vorstellungskraft und sorgt höchstens für ein emotionsloses “Aha”.

Ach ja, die Post hat mir mit Ihrem kleinen Porto-Programm auch schon geholfen. Richtige Kurzweil kam aber erst mit “TheDeep” auf.

Benutzeroberfläche von "Pocket Wave-Pad"
Benutzeroberfläche von "Pocket Wave-Pad"

Dabei handelt es sich um einen kostenlosen digitalen Flipper-Tisch. Besonderes Gimmick: Er kann die Spielfläche, eine Unterwasserlandschaft mit Schatztruhen, Haien und Strudeln auch in besonderen Farbkombinationen darstellen, sodass sie durch verschiedene spezielle Folien betrachten dreidimensional erscheinen.Das habe ich aber noch nicht ausprobiert – mit einer bunten Pappbrille auf der Nase auf eine Glasscheibe hacken… also nee. Einen letzten Rest Würde möchte man sich ja noch bewahren.Trotzdem, der Flipper macht auch in zwei Dimensionen viel Spaß.

Aber eigentlich ist der iPod ja ein Musik-Spieler. Diesen Job erledigt er auch ganz wunderbar – zum Beispiel auch mit “Genius”-Wiedergabelisten. Ein Feature, das man in iTunes erst zusätzlich freischalten muss. Auf Grundlage eines Songs suchen iPod oder iTunes dann ähnliche Musiken raus und stellen auch nach Genre sortierte Programme zusammen. Schön.

Wenn man selbst eine Playliste zusammenstellen möchte, muss man sich mit dem grundsätzlichen Bedienkonzept schon anfreunden. Es ist kein Problem, in iTunes zwei Fenster zu öffnen, in einem alle Songs, im anderen eine Playliste und dann fröhlic

h hin und her zu copypasten. Aber mir fehlt eine Funktion, die ich im ebenfalls kostenlosen Medienmanagerprogramm “Mediamonkey” und anderen zu schätzen gelernt habe: jederzeit einfach ein Lied in die aktuelle Wiedergabe einsortieren zu können – als einen Eintrag im Kontextmenü, der in etwa “Diesen Song als nächsten wiedergeben”. iTunes verfolgt da wohl ein anderes Konzept. Zwar gibt es ja auch die Wiedergabelisten, aber man muss sich jeweils für eine spezielle entscheiden. Spielt man einfach so einen Song aus der langen Liste der Alben und Titel an, dann wird dazu meinem Eindruck nach keine Liste angelegt. Schade.

Auch das Playlisten-Management auf dem iPod verzichtet auf grundlegende Funktionen. Zwar kann man auch auf dem Player neue Listen anlegen und Titel hinzufügen. In diesem Moment kann man sich die Songs aber nicht anhören. Gleichzeitig kann man ein Musikstück das gerade wiedergegeben wird, nicht einer Playliste hinzufügen. Schade, die Benutzeroberfläche des iPod-Touch ist so schön übersichtlich – Platz für dieses Feature wäre sicherlich noch gewesen. Aber wer weiß, vielleicht gibt’s ja auch eine App, die diese Funktionen nachrüstet. Für Hinweise wäre ich jedenfalls dankbar.

Für ein kleines Problem mit iTunes (Version 10.1.1.4) unter Windows7 gibt es aber wohl keine Lösung. Jedenfalls gibt es in diversen Mac-Apple-und-oder-iTunes-Foren diverse Anfragen aber keine Lösungen zu diesem Phänomen: Plötzlich verschwindet der Mauszeiger auf der iTunes-Benutzer-Oberfläche. Das ist besonders häufig nach dem Importieren einer CD passiert. Nichts hilft: Das Bewegen der Mouse bringt den Zeiger nicht wieder hervor, auch Klicken ins Unbekannte hilft nichts. Workarounds, aber keine Lösungen sind: Einmal alle Programmfenster minimieren (Windows+d), einmal in eine anderen Anwendung wechseln (Alt+Tab, Shift+Alt+Tab), oder den unsichtbaren Mauszeiger Richtung Task-Leiste ziehen, bis er dort wieder auftaucht. Wenn ich die Foreneinträge dazu richtig verstehe, betrifft dieses Problem sowohl die Mac-, als auch die Windows-Versionen.

Bin ja mal gespannt, wann Apple dafür einen Bugfix anbietet.

Trotzdem, der iPod macht Spaß. Erst recht, wenn er online ist.

Autor: Christian

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