Gmrblfjx!-LaTex

Eigentlich weiß ich nur eine Sache über LaTex: Dass man es “Latech” ausspricht – ach ja: und dass es sich dabei um eine Art Satzsystem, besonders für naturwissenschaftliche Texte handelt. Tex ist eine Seitenbeschreibungssprache, ansatzweise vergleichbar mit HTML zum Beispiel. LaTex wiederum ist sozusagen ein Paket mit Makros und Befehlen. Der Vorteil soll sein, dass man damit besonders präzise Texte, vor allem aber Formeln setzen kann. Das tut man, indem man im Quelltext herumfuhrwerkt. Einen Klickibunti-Editor à la Word oder Dreamweaver oder was auch immer gibt es nicht. Ich kenne jedenfalls keinen. Ist ja auch egal.

Die Marmeladeurin meines besonderen Vertrauens jedenfalls hat sich bereit erklärt, eine in der Peergroup entstandene Dissertation zu korrigieren – und die liegt in Form von tex.-Dateien vor. Seit Stunden beschäftige ich mich nun damit, geeignete Software auszuprobieren, Zusatzpakete herunterzuladen und LaTex zu verstehen. Und ja, am besten sollte die korrigierte Version des mehrere hundert Seiten starken Textes gestern wieder beim Autor sein. Es ist ja nicht so, dass ich auf solche Herausforderungen bloß gewartet hätte. Und ich kann mir kaum vorstellen, dass es noch eine angenehmere Art geben kann, das Wochenende zu verbringen. Sobald ich den Nutzen und Frommen dieses Latech-Dingens einigermaßen durchschaut habe, werde ich gern ein Exzerpt meines Erkenntnisgewinns hier preisgeben. Zu irgendetwas muss das alles ja gut sein.

An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen und ein Werk zitieren, dessen Lektüre mich in meiner Jugend stark geprägt hat: Es sind die Comic-Abenteuer von Clever&Smart und der darin mannigfaltig verwendete Fluch “Grmblfjx!”. Ich finde, der passt.

PS: Immerhin wird mir dieser Eintrag ein par Suchmaschinentreffer von Leuten liefern, die nach irgendwelchem Latex-Zeugs für quietschende Stunden zu zweit suchen. Schließlich beschert mir auch der Eintrag Ultra-Porno in steter Regelmäßigkeit Besucher aus allen Schichten, Milieus, Gruppen und Ecken dieser Welt…

Autor: Christian

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9 Gedanken zu „Gmrblfjx!-LaTex“

  1. Ein Beispiel für diese Anwendung (TEX oder LaTEX) hast du vor einiger Zeit von mir bekommen, du erinnerst dich? Das benutzen die Mathematiker, um sich über viele Dinge, die ein Nichtmathematiker nun partout nicht versteht, auszutauschen. Mein neuestes Beispiel ist ein Bericht über die Finanzkrise mit unzähligen Formeln und ich bin fasziniert, wie Mathematiker sich über Formeln zu diesem Thema austauschen, was noch nicht mal die ganz normalen Leute alle verstehen. Tex und Latex ist spannend und wenn man es setzen kann, ganz einfach, verstehen muss man es dafür nicht …

  2. Ich erinnere mich. Das Setzen scheint auch nicht das Problem zu sein. Es geht eher ums Bearbeiten, wenn man davon noch nie was gehört hat – und es dann auch noch ganz schnell gehen muss.
    Übrigens weiß ich von Fotosatz B., dass man es im deutschen Sprachraum “Tech” ausspricht…

  3. Für Windows-Jüger empfehle ich immer das Paket MikTex[1] und als Editor das TeXnicCenter[2]. Damit ist man auf der richtigen Seite. LaTeX in die Ecke der Wissenschaft und Mathematik zu schieben, ist nicht gerecht. Es ist zwar hier sehr mächtig, aber auch für alle anderen Dinge sehr gut. Der Vorteil ist, dass man sich nicht um solche unwichtigen Dinge kümmern muss, wie das Aussehen von Texten und Briefen, wozu uns so grauenvolle Programme wie Word und Works zwingen, sonder sich um den Inhalt kümmern kann. Wenn ich einen Brief schreibe, will ich mich nicht darum kümmern, wo die Adresse hin komme und wie viele Zeile zwischen Betreff und Text stehen müssen. LaTeX sei dank brauche ich das nicht. Und wer schon mal graue Haare bekommen hat, beim Versuch einen Text mit mehr als 50 Seiten in Word zu schreiben, der sollte sich auch mal damit beschäftigen. Frag Dich selbst mal, wie viel Zeit Du beim schreiben eines Textes mit der Formatierung verschwendest? ;)

    [1] http://miktex.org/
    [2] http://www.texniccenter.org/

  4. Ich verstehe allerdings nicht, warum es unwichtig ist, wie Texte aussehen. ;-) Das Auge liest mit.
    Außerdem hängen Nutzen und Effizienz von Word auch davon ab, wie gut sich deren Nutzer damit auskennen. Mit einer einmal eingerichteten Dokumentvorlage inklusive hinterlegter Absatzformate (die man sogar per Tastenkombination zuweisen kann) kann man sich auch ganz auf den Inhalt konzentrieren. Bei meiner Examensarbeit hat das jedenfalls wunderbar geklappt. Die Magisterarbeit war zudem auch mächtiger als 50 Seiten – kann mich an keine Probleme erinnern.
    Ich frage mich in diesem Zusammenhang, ob man bei Latex gar keine Zeit mit dem Formatieren verwendet – und ob deshalb alle Latex-Dokumente gleich aussehen, wiel irgendwo auf einem sturmumtosten Gipfel das graubärtige Latex-Triumphirat die Ur-Layout-Definitionen für sämtliche Schriftstücke notfalls bis aufs Blut verteidigt… ;-)
    Zumindest regt Latex die Phantasie an.

  5. Genau! Und Tex (Tech – richtig angemerkt) und LaTex sind hauptsächlich für Mathematiker und deren Berichte von Herrn Donald Knuth erfunden worden und eine herrlich einfache Sprache zum Formelsetzen. Wollte man nur Text setzen, muss man wirklich kein Latex benutzen. Und damit nicht alle Texte gleich aussehen, sondern auch ein typografisches Gesicht bekommen, bedient man sich auch meistens noch eines richtigen Satzprogramms, das über einen Tex-Import verfügt. Und dabei kommen dann richtig gute Texte und ein vom Verlag gewünschtes Layout heraus.

  6. Es ist schon wichtig, dass Texte gut aussehen, aber darum will ich mich nicht kümmern müssen. Ich will mich auf den Inhalt konzentrieren und nicht auf das Formatieren. Und genau das ist der Vorteil von LaTeX. Schriftbild, Formate, Größen usw. sind von Leuten festgelegt, die von sowas Ahnung haben. Ich bekomm’ sowas nie so gut hin. Und wenn man das Ergebnis aus LaTeX mit dem einer “herkömmlichen” Textverarbeitung vergleicht, ist die Einarbeitung in LaTeX das wert. Ich hab früher auch mal mit Word ect. geschrieben, hab den Umstieg aber nie bereut. Im Gegenteil, ich weiß nicht, wie ich früher vernünftig Texte schreiben konnte. Zum Thema Word sei mir ein Beispiel erlaubt, das mir selbst so passiert ist. Ich hab vor einigen Jahren mal etwas in Word geschrieben, mit ca. 250 Seiten. Alles soweit gut. Irgendwann jedoch ist mein Drucker ausgetauscht worden, gegen einen neuen, der eine andere Drucklänge hatte. Ergebnis war, dass nicht mehr das gleiche raus kam. Absätze waren auseinander gerissen, Überschriften waren auf der Vorseite usw.

  7. Ja, das ist doch mal ein Hinweis ;-)
    Aber das scheint mir nur ein Export-Filter zu sein, also OO zu Tex. Wenns jetzt noch einen Übersetzer gäbe, der Tex-Dokumente in OO verwandelt…. Ja, ich könnte Onkel google fragen, ob er was weiß. Leider reicht die Zeit gerade nicht…
    Gruß!

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