Wunderbird

Thunderbird ist das Mail-Programm meiner bevorzugten Wahl. Ich komme mit dem Ding gut klar, auch weil man einen Kalender integrieren, kann, Feeds und Newsgroups lesen kann. Es wird von der Mozilla-Foundation sozusagen ehrenamtlich betreut, wenn neben dem Vorantreiben von Firefox noch Zeit bleibt. Letzteres ist wohl auch ein Grund, warum der Versionssprung von 2 auf 3 seit mindestens eineinhalb Jahren auf sich warten lässt. Egal. Jedenfalls ist die ehrenamtliche Entwicklungsarbeit der vielen Thunderbird-Unterstützer uneingeschränkt anzuerkennen. So gibt es ja seit langem auch schon eine deutsche Rechtschreibkontrolle in Form einer Erweiterung… aber hätte man diesem schlauen Wörterbuch, das auf Wunsch jedes Wort gleich schon beim Tippen checkt, nicht wenigstens auch schon standardmäßig beibringen können, wie das segensreiche Programm heißt, in das es integriert wurde?

Fenster der Rechtschreibprüfung thunderbirdwunderbild
Thunderbird ist sich nicht ganz sicher

Neuer Mist im Postfach

Schon wieder! Ich habe schon wieder das große Glück, dass man mich ins Vertrauen zieht, um ein ganz großes Ding zu drehen und um mich noch reicher zu machen. Gerade eben kams per Post.

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Muhahahaaa!

Hallo, ich möchte gern ihre Zugangsdaten für ein Online-Bezahlsystem klauen. Deshalb schicke ich Ihnen diese Nachricht mit der Warnung, dass jemand angeblich bereits versucht hat, Ihr Konto zu knacken und einem gefakten Link auf meine Seite, die der echten Bezahlsystemseite täuschend ähnlich sieht, und wo sie dann bitte ihre echten Daten eingeben, damit ich diese dann tatsächlich klauen kann. Ich warne Sie hiermit also vor mir selbst. Damit Sie das auch erkennen, habe ich noch den einen oder anderen Fehler wie zufällig im Text versteckt. Viel Spaß beim Suchen. Sie werden jetzt wahrscheinlich wünschen, dass mir das Gemächt schrumpelt als Strafe für meine Dreistigkeit – hätte nicht gedacht, dass wenigstens das funktioniert.

Mit freundlichem Gruß,

Ihr Spammer vom anderen Ende der Welt.

Oder was genau soll man zwischen Zeilen lesen, wenn man eine Mail wie die hier nun zitierte – und was den Link angeht entschärfte – im Postfach findet?

Hallo Gast paypal,

Ihr Online-Konto wird ausgesetzt, weil wir ein Problem fest mit Ihrem Konto.

Wir stellten fest, dass jemand versucht, Ihr PayPal-Konto ohne Ihre Erlaubnis zugreifen darf. Zu Ihrem eigenen Schutz, beschr?nken wir den Zugriff auf Ihr Konto. Zur ?berwindung dieser Einschr?nkung, klicken Sie unten und folgen Sie den Anweisungen geben Ihr PayPal-Konto zu ?berpr?fen:

https://www.fieserlink.auf/falsche_Seite&?=muhahahaaa

Hinweis: Wenn Sie auf unsere Forderung ignorieren, lassen Sie uns keine andere Wahl als eure Accounts vorr?bergehend gesperrt.

Wir schatzen Ihre Zusammenarbeit in dieser Angelegenheit.

Danke,

PayPal


Ja, man könnte das auch einfach ignorieren, aber ich habe gerade was zum Aufregen gesucht, und da kam mir diese Grmblfjx-Mail gerade recht.

Jubiläum: Mail an Zorn

Kinder, wie die Zeit vergeht, also, nee! Heute vor 24 Jahren, am 2. August 1984, kam zum ersten Mal eine E-Mail aus Übersee in Deutschland an. Sie ging an das Mail-Postfach “zorn@germany”, eine speziell für Deutschland doch recht brachial anmutende Adresse. Allerdings ist der Hintergrund in diesem Fall ein vollkommen harmloser gewesen. Besitzer des Postfachs war Werner Zorn, Dozent an der Uni Karlsruhe. Heute ist er Professor.

Und was stand drin? Irgendwas zur Vergrößerung von Geschlechtsteilen? Angebote von Casinos in zwielichtigen Inselstaaten? Offerten für angeblich ganz legale bunte Pillen für dieses und gegen jenes? Nein! Der Betreff der Mail war “Wilkomen in CSNET”. Es war sozusagen eine Begrüßungsmail, weil Herr Zorn nun Mitglied im Rechnernetzwerk CSNET war.

Lange ist’s her: Das World-Wide-Web gab es noch nicht, das entwickelte sich erst ab 1993. Selbst die heutigen Top-Level-Domains wie “.de” oder “.net” waren noch nicht gebräuchlich, das Internet war noch ein kleiner überschaubarer Haufen.

Die erste E-Mail überhaupt ist freilich noch vieeeel älter: Irgendwann Ende 1971 wird sie wohl verschickt worden sein. Daran kann sich der Erfinder Ray Tomlinson aber nicht mehr genau erinnern. Auch nicht daran, was denn drinstand in der elektronischen Botschaft. 37 Jahre später kann man das nur vermuten. Wahrscheinlich ist “QWERTYUIOP”, das sind die Buchstaben in der obersten Reihe auf einer US-amerikanischen Computertastatur.  Und das ist ja in etwa so aussagekräftig wie 99 Prozent der Mails, die man heutzutage bekommt. Manche Dinge ändern sich eben nie.

Ich, die Gl&ckspilz von die Europa

Ach, herrlich: Die guten Nachrichten hören nicht auf! Soeben bekam ich Post

VOM SCHREIBTISCH
DIE LEITUNG INTERNATIONALEN BEFOERDERUNGEN
YAHOO INTERNATIONAL LOTTERY INC,
EUROPAEISCHE GEBIET GEB?UDE

Jawohl, und darin steht doch tatsächlich:

Die endg?ltigen Z?ge wurden auf dem 06 july 2008 gehalten.Ihr E-
Mailkonto ist als ein Gewinner f?r den Geldpreis vom
1,000,000.00 (EIN MILLION EUROS) gew?hlt worden. Dies Ergebnis ist jetzt
zu Ihnen heute 07 july 2008 freigegeben und Ihre E-Mail-
Adresse, die in der Einer Kategorie befestigt wird,hat
1,000,000.00 (EIN MILLION EUROS) gewonnen .
Alle E-Mail-Adressen wurden automatisch durch ein
Computerstimmzettelsystem ausgew?hlt, in den Ihre E-Mail-Adresse als
einer der DREI gl?cklichen Gewinner ausgew?hlt wurde.
Alle E-mail Adressen wurde von den Europa Einwohner und Internet
Benutzer Databanken aus das ganze Europa ausgew?hlt.
Ihre Gl?ckszahl lautet:-2476654 .und Bonusballzahl .8
Sie werden geraten, Ihre siegreichen Informationen vertraulich {SEHR
GEHEIM} zu behalten, bis Ihre Anspr?che und Ihr Geld bearbeitet worden
sind, das zu Ihnen ?berweisen werden wird.
Dies ist Teil von unseremSicherheitsprotokoll,um Doppelbeanspruchen und
ungerechtfertigten Missbrauch von diesem Programm durch Schwindel zu
vermeiden.
Sie m?ssen Ihr Gewinn nicht sp?ter als am 1 July 2008 beansprucht
werden. Nach diesem Datum, wird alle unbeanspruchten Fonds zu unserem
Zentraleb?ro (als nicht beansprucht) zur?ckgekehrt werden .
Bitte merken Sie, um unn?tige Versp?tungen und Komplikationen zu
vermeiden,erinnern Sie sich immer an Ihre REF NR.:EGS/475061736 in
allen von Ihren Korrespondenz mit uns zu zitieren.
Wir dr?ngen Sie daher,die Bundes Republik Deutschland
Bezahlungszentrum zu kontaktieren:

Oha, alles ganz geheim, verstehe. Dumm nur, dass die Gewinnbenachrichtigtung erst sechs Tage nach dem Ende der Anspruchsfrist verschikt wurde. Da habe ich wohl doch mal wieder Pech gehabt. Bin wohl “die gro&e Vogel-Pech von die Europa”. Den beigefügten Fragebogen zu meinen Kontodaten werde ich deshalb wohl doch nicht mehr ausfüllen müssen, oder? Ich frage gleich mal die Absenderin

PROFESSOR DR. SARAH McCULLOUGH,
CHEFIN, AUSLANDANGELEGENHEIT ABTEILUNG.
YAHOO INTERNATIONAL LOTTERY INC.

Ach, geht leider nicht, da steht wieder, ich soll nicht auf die Mail antworten. Mist, muss ich wohl doch weiter arbeiten gehen…

Chance nutzen?

Das klingt doch toll:

Aufmerksamkeit Weltpokal-2010-E-Mail-Lotterie Gewinner/Gewinnerin,

In die namen der lokalen Organisierens Committe der 2010 Fu?ballmeisterschaft wollen wir Sie informieren dass Sie einer der gl?cklichen Sieger der Weltpokal-2010-E-Mail-Lotterie sind. Diese Lotterie ist eine Initiative des lokalen Organisierens comitte der 2010 Fu?ballmeisterschaft, die in Afrika stattfinden wird.

Ja, herrlich! Es geht um 450.000 Euro, die “auf einer EC-Karte” gespeichert sind, die man mir unbedingt schicken will. Oder sind es doch nur 450? Oder gar nix, oder soll ich zahlen?

Um eine breitere Teilnahme zu bekommen, wurden E-Mail-Adressen von der E-Mail und den Internetbenutzern uberall die Welt ausgew?hlt. Sieger wurden durch ein Computerstimmzettel-System von mehr als 1 Milliarde E-Mail-Adressen ausgew?hlt. Ihre E-Mail-Adresse kam als einer der gl?cklichen Sieger der Summe von 450.000 Euro (vierhundertf?nfzig Euro) heraus.

Ich müsse mich nur melden. Ganz klar, das ist Spam. Blöder Spam obendrein. Selten doof genmacht. Ganz zum Schluss bittet man dann noch, bloß nicht auf die Mail zu antworten. Das hätte ich bestimmt gemacht, dann hätte ich ihnen mitgeteilt, wo genau in ihre kleinen Gangster-Hintern sie sich ihre FuRballlotteriedingenskirchen-Verarsche hinschieben können.