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Das kann ja nun wirklich jeder: “Dreh eine Energiesparlampe rein”, ” Recycle dein Mobiltelefon” und “Dreh den Wasserhahn zu beim Zähneputzen” empfiehlt die Internetseite We Are What We do. Positives Denken und Handeln propagiert die aus Großbritannien stammende Bewegung, über die der Stern in dieser Woche in seiner Titelgeschichte berichtete. Hintergrund: Jeder kann durch kleine Taten, die keine große Anstrengung kosten, dafür sorgen, dass die Welt ein bisschen besser wird, behaupten die Initiatoren. Es sind charmante Aufforderungen mit einem dezenten “!”, den inneren Schweinehund zu überwinden.
We are what we do-Homepage

Die Homepage listet insgesamt 50 Taten auf, die einem selbst oder auch anderen Freude machen sollen und dadurch einen angenehmen Tag bescheren. “Fahr 30, wo 30 steht” lautet Tipp 46, “Kauf Fair Trade Produkte” ist Nummer 45. Nummer 47 allerdings empfiehlt “Verschenk dieses Buch” (in dem man die Liste der guten Taten nachlesen kann) – na, da freuen sich dann wenigstens die Initiatoren. Ich werde zunächst mal mit Nummer 41 anfangen.

7 Wochen ohne

Die ersten 24 Stunden Rumgefaste sind vorüber. Bislang keine Mangelerscheinungen. Wenns so weitergeht, wird das ganze ein Spaziergang.

Die Aktion “7 Wochen ohne”, so lange dauert es schließlich noch bis zum 16. April, also bis Ostern, gibt es bundesweit unter Federführung der evangelischen Kirchen. Da könnte man vermuten, dass es die Fasten-Aktion schon seit Ewigkeiten jedes Jahr gibt. Klar gibt es Fastenwochen vor Ostern bei Kirchens und ihren Schäfchen schon seit Jahrhunderten, aber speziell der Werbewirksame Titel “7 Wochen ohne” wurde erst 1983 entwickelt. Und natürlich gibt es dazu auch eine Internetseite.

Was meinst’n damit, Du?

“Zu so nem Blog gehört doch wohl, dass man da selbst was reinschreiben kann” war der hier nur sinngemäß wiedergegebene Inhalt einer Anfrage per Mail heute Nachmittag. Naja, ich teste es einfach mal und lass Euch machen. So gehts:

Um hier auf einen Beitrag mit einem Kommentar zu reagieren, muss man sich registrieren. Das geht mit einem Klick auf “registrieren” im Menü unter “meta”. Benutzername und Mail-Adresse angeben, schont schickt das System ein Password zurück. Mit diesen Daten einloggen und losschreiben.

Wer sich mit dem Benutzernamen angemeldet hat, sieht sozusagen auch einen Teil der Rückseite dieser Internetpräsenz. Dort kann man die Angaben zum eigenen Profil ändern. Alle anderen Links sind für registrierte Leser, also das normale Fußvolk, gesperrt.

Mit einem Klick auf “Site ansehen” oben links gelangt man wieder auf die Vorderseite und kann dort Anmerkungen zu Beirtägen hinterlassen. Das geht aber noch nicht überall, weil ich erst noch die bereits vorhandenen Beiträge freischalten muss. Aber hier funktioniert es schon. Na denn – ach ja:

Wer in dieses Büchlein schreibt, den bitte ich um Sauberkeit!

München-Rostock: 7:49

Gesten Morgen um 7:30 Uhr habe ich eine Mail erhalten: München-Ticket teilte mir mit, dass die Konzertkarten für einen Auftritt des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks soeben von einem Logistikunternehmen auf die Reise geschickt worden sind. Als ich um 16 Uhr am selben Tag nach Hause kam, steckte der Umschlag mit den Billets schon in meinem Briefkasten in Rostock. Das ist unglaublich guter Service. Laut Routenplaner map24.de benötig ein Fahrzeug von München nach Rostock genau 7 Stunden und 49 Minuten. Die Karten waren also vermutlich noch schneller, als das Internet erlaubt.

“Die Sendung der Steine” (1981)

Wer beim Deutschen Rundfunk-Archiv nach der “Sendung der Steine” sucht, wird nichts finden. Und das ist auch vollkommen in Ordnung. Selbige Sendung wurde 1981 schließlich nur einmal produziert und verschwand dann in den privaten Archiven der Familie, gespeichert auf einer BASF LH-SM-60-Cassette. Nur zu hohen Feiertagen (oder wenn es gerade opportun erschien, mir meine Vergangenheit vorzuhalten) wurde das Band wieder einmal eingelegt und abgespielt – zur allgemeinen Belustigung von Großmüttern, Onkeln sowie Cousinen und allen anderen Verwandten.

Der Tag, an dem die “Sendung der Steine” entstand, war – ohne dass es jemand bemerkte, am wenigsten ich selbst – der Moment, an dem ich mich wohl mit dem Radio-Virus infiziert habe. Das kleine Kerlchen schlummerte dann noch zehn Jahre irgendwo in mir, vermehrte sich fröhlich, um schließlich mit aller Macht aus mir herauszubrechen.

Und das kam so. Nach einem Wanderurlaub mit meinen Eltern kehrte ich mit reicher Beute aus dem Harz zurück. Diverse Felsbrocken unterschiedlicher Form und Farbe hatte ich zwischen Braunlage und Maaßener Geipel am Wegesrand zusammengeklaubt. Nach eingehender geologischer, vor allem aber phänomenologischer Analyse entschloss ich mich im Alter von gerade Mal sechs Jahren, mit den Ergebnissen meiner Forschung an die Öffentlichkeit zu treten.

Papi als gehobener Produktionsingenieur an der Grundig-Kompaktanlage mit wunderbaren LED-Radio-Tasten sorgte für Verkabelung und Technik. Durch meine seit Jahren guten Beziehungen zu meinem Privat-Zoo gelang es mir, keinen geringeren als Teddy Kohlhof als Partner für die Sendung zu gewinnen. Von Geburt an trägt der kuschelige Gefährte einen Knopf im Ohr und ist damit der perfekte Studio-Kollege. Wir waren unserer Zeit weit voraus. Während im Äther noch ganz behäbig aus Beamtenstuben gefunkt wurde, übernahm Teddy die Rolle der Stationvoice, des Sidekicks, der Jinglemaschine und des O-Ton-Gebers gleichzeitig. Ich konnte mich also vollkommen auf meinen Job als Redakteur am Mikrofon konzentrieren. Wie sicher wir waren, dass unsere Sendung den Durchbruch beschert, wird auch daran deutlich, dass wir uns als Mitarbeiter von NDR 2 ausgaben.

Hier stelle ich nun also meine allererste “redaktionelle” “Radio”-Produktion online. Ich hätte mir damals vielleicht wenigstens ein paar Stichworte als Manuskript bereitlegen sollen, schließlich stockt der Redefluss zuweilen beträchtlich – mal ganz abgesehen von dem Gestammel an sich. Genützt hätte es wohl trotzdem wenig: Ich konnte damals schließlich weder lesen noch schreiben.

[audio:sendung_der_steine_1981.mp3]

Es gibt weitere Tondokumente. So ist auf derselben Kassette auch noch ein Mitschnitt zu finden, auf dem ich vorgebe, als Roland Kaiser bei NDR 1 aufzutreten. Wer das hören möchte, schreibt mir eine Mail. Wenn die Nachfrage groß genug ist, stelle ich das historische Tondokument dazu.

Schmäh-licher Notruf

Eine Tüte Erdnussflips, mehr wollte ich gar nicht. Auf dem Weg in den Feierabend fuhr ich deshalb noch schnell ins Supermarkt-Parkhaus. Unwillkürlich fand ich mich mit einer Roboter-Version von Peter Alexander konfrontiert.

Wer ins Parkhaus fährt, bekommt ein Kärtchen, das die Mädels an der Kasse entwerten und dann der Kassenautomat draußen neben der Kaufhaus-Tür auch noch wohlwollend für gültig befinden muss. So läuft es Tag für Tag nach alter Väter Sitte. “Karte in Ordnung. Bitte zur Ausfahrt” schrieb der türkise Kasten gütig auf sein Display. Ich wäre sehr gern gegangen, nur dazu hätte ich gern die Karte mitgenommen – und die rückte die Blechbox nicht raus. Stattdessen surrte der Apparat jämmerlich aus seinem “Karte-oder-Wertbon-bitte-hier-einführen”-Schlitz.

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-13 Grad

So kalt wars lange nicht. Ein Hauch russischer Kälte über dem Nordosten Deutschlands. Eisblumen an den Fenstern und ganz klare Winterluft bei -13 Grad in Rostock. Es geht noch kälter. Knapp 100 Kilometer weiter östlich in Ueckermünde waren es heute schon -23 Grad Celsius.

Ich klaue E-R-N-S-T-L

Just-Letters: Digitale Kühlschranktür

Aus seligen Glücksradzeiten wissen auch alle Halbgebildeten: E, R, N, S, T und L sind die Buchstaben, die am häufigsten in der deutschen Sprache verwendet zu werden scheinen. Die bunte Gewinnsendung ist schon längst fast in Vergessenheit geraten -wer aber die Internetseite “Just Letters” besucht, wird feststellen, dass eben jene Buchstaben sehr schnell knapp werden können.

Just-Letters: Digitale Kühlschranktür

Auf digitalen Kühlschranktüren kann man dort Magnetbuchstaben zu kleinen Botschaften anordnen. Die Texte haben aber kaum eine Minute Bestand, denn bis zu 50 User gleichzeitig streiten um die farbigen Lettern und klauen sich gegenseitig W, D und was sonst gerade benötigt wird. Das ist ein netter Zeitvertreib für die kurze Kaffee-Pause.

Klick zurück

Das Internet, welch vergänglich’ Medium! Diese Behauptung mag ja stimmen angesichts von sich ständig ändernden Internetseiten, aktualisierten Feeds und dergleichen. Aber dennoch gibt es eine stille Ecke im Netz der Netze, in der die Zeit stehen zu bleiben scheint: Das Web-Archiv mit seiner Way-Back-Machine. Das System stromert durchs Internet und speichert den Inhalt und die Optik von Internetseiten. Auch im Falle von kohlhof.de ist da schon einiges zusammengekommen.