Null Problemo

Das ist wohl so etwas wie eine Hardware-Firewall: Eigentlich könnte ich heute auch den ganzen Abend alte Alf-Folgen ansehen, Videos finden sich an vielen Ecken. Der Anlass: Morgen, 5. Januar, ist Jahrestag. Vor 22 Jahren hatte der pelzige Außerirdische seinen ersten Auftritt im deutschen Fernsehen. 1988 krachte Alf mit seinem Raumschiff im ZDF ins Garagendach der Tanners. Was habe ich die Dienstage und später die Freitage herbeigesehnt, um Gordon Shumways Abenteuer miterleben zu können…

Zum Jahrestag haben wir für die Frühshow morgen mal was vorbereitet. Und das Stöbern in alten Folgen macht Lust, sich die dummen Sprüche des Katzenfressers noch mal anzuhören und anzusehen.

Das geht hier aber eben nur eigentlich, denn auf meinem Monitor sehe ich vor allem eines: hellblaue und weiße Rechtecke in filligranem Muster. Dahinter erkenne ich schemenhaft das Textfeld, in das ich gerade tippe. Mit anderen Worten: Die Grafikkarte im Laptop hat ne Macke – endgültig. Aus dem vereinzelten divenhaften digitalen Rumgezicke ist nun ein chronisches Speicher-Leiden geworden. Ausgerechnet heute, wo doch heute früh schon die Öllampe im Auto leuchtete, die Tankleuchte mahnend flackerte und die Scheibenwaschanlage eingefroren war…

Aber bei Alf war ja Null Problemo auch nur ein Euphemismus für “ganz große Katastrophe”….

Eintrag im Fernsehlexikon

Zeitplan

Das letzte Stück der Autobahn 14 zwischen Jesendorf und Cambs soll am 21. Dezember 2009 eröffnet werden. Das möchte man gern glauben. Allerdings habe ich den Eindruck… also, ich formuliers mal positiv: Die Arbeiter scheinen in den letzten Tagen wohl noch besonders viel zu tun zu haben.

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Bau der Autobahn 14 zwischen Wismar und Schwerin. Das Foto entstand am Dienstag. Foto: Christian Kohlhof

Auf den 14 Kilometern, auf denen Bagger, Lastwagen und Maschinen seit 2007 Fahrbahnen, Brücken und Wälle zusammensetzen, fehlt gut vier Wochen vor der geplanten Eröffnung noch einiges: Markierungen, Leitplanken, Zäune, Begrünung – stattdessen stehen überall noch Baustellenfahrzeuge, Bagger schaufeln hier und da am Rand.

Ich sehne die Eröffnung geradezu herbei, weil sie die letzte Autobahnlücke zwischen Rostock/Wismar und Schwerin schließen wird – die Fahrtzeit dürfte sich um eine Viertelstunde verringern – aber ich habe in meinem inzwischen schon recht langen Leben schon die eine oder andere Autobahnbaustelle einen Monat vor deren Eröffnung gesehen. Da standen meiner Erinnerung nach keine Lastwagen mehr rum, Bagger waren auch längst abgerückt. Eigentlich erweckten andere neue Autobahnen eher den Eindruck, als könnte man sie auch schon vier Wochen früher eröffnen, weil sowieso schon alles fertig war. Nun, das ist hier anders, aber das muss ja nichts heißen, wenn der Zeitplan stimmt. Schließlich kenne ich mich mit dem Ablauf eines Autobahnbaus auch nicht im Detail aus – und drücke mit diesem Beitrag einfach nur meine Hoffnung aus, dass derjenige, der neulich behauptet hat, der 21. Dezember 2009 sei Freigabetermin, auch recht behalten möge.

Das Foto entsand an jener Stelle:

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Pressekonferenz

Ja, und wenn Sie in den vergangenen Tagen und Wochen die legendäre Wende-Pressekonferenz mit Günter Schabowski noch nicht oft genug gesehen haben: Beim Deutschen Rundfunkarchiv können Sie sich die entscheidende Passage ansehen, immer wieder.

Beflaggung

Na, das ist doch mal ne Suchanfrage – und der erste Treffer führt bei google gleich hierher zu kohlhof.de:  “Wie muss ich heute beflaggen” wollte jemand wissen – ein Antwortwie_beflaggen darauf gibt es hier zwar nicht, aber auch so kann deutlich werden, dass heute ein besonderer Tag ist. Allerdings dürfte klar sein, dass Privatleute heutzutage nicht mehr verpflichtet sind, an gewissen Jahrestagen Flaggen aufzuziehen. Diese Idee fand mit dem Ende der DDR ihr Ende – auch wenn an manchen Haustüren und Fensterrahmen noch die Halterungen für Fahnen und Flaggen zu erkennen sind. Und wenn man das unbedingt möchte: “wie” man eine Flagge aufhängt, und vor allem, welche, ist doch eigentlich klar, oder? Schwarz oben, Gold unten – und bitte die Flagge ohne Adventskranz in der Mitte nehmen…

Tag der Geschichten

Der 20. Jahrestag des Mauerfalls ist der Tag der Geschichte – und der Geschichten, von denen jeder seine ganz eigene erzählen kann. Hier sind einige meiner Erinnerungen an den Tag des Mauerfalls 1989 und an die Wochen danach. Zum Beispiel die kurze Geschichte von den drei Spaziergängern aus dem Osten, die am Gustav-Radbruch-Platz in Lübeck auf dem Radweg schlenderten in jener Novembernacht 1989. Und als ich da angeradelt kam und klingelte, sprangen diese drei Menschen zur Seite und die Frau rief mir entschuldigend hinterher: “Hach, wir müssen noch so viel lernen.” Ein bemerkenswerter Satz, der wohl nur gesagt wurde, weil in der Freude über das Unfassbare auch noch ein bisschen Verunsicherung mitschwang. Das war jedenfalls meine erste Begegnung mit Ossis auf Westbesuch.

Oder die Geschichte von der kurzen Brieffreundschaft mit Annette aus Wismar-Dargetzow: Der Kontakt ist nach ein paar Briefwechseln wieder eingeschlafen. Annette war mit ihrem Freund ein paar Tage nach der Grenzöffnung ins Katharineum gekommen, wo Schüler, Eltern und Lehrer an einigen Sonnabenden einen Basar mit gespendetem Spielzeug, Kleidung sowie Kaffee und Kuchen auf die Beine gestellt hatten. Sie haben sogar mal bei uns in der Hansestraße übernachtet, wenn mich nicht alles täuscht.

Dann gibt es auch noch die Geschichte von der jungen Familie aus Mecklenburg, die in der Lübecker Innenstadt Brigitte und Werner trafen. Deren Sohn war ein paar Monate zuvor gestorben – jetzt, mit der Zufallsbekanntschaft irgendwo im Trubel zwischen St. Jakobi und Dom, hatten die trauernden Eltern eine gute Möglichkeit gefunden, mit dem gesamten Spielzeug, das bis dahin immer noch im Kinderzimmer stand, anderen noch eine Freude machen zu können.

Und dann war da das kleine Mädchen im Vorgarten einer Mietskaserne zwischen Herrnburg und Utecht – auf jeden Fall im Sperrgebiet, also dort, wo bis zum 9. November 1989 niemand einfach so mal Gäste haben durfte, weil die fünf Kilometer vor der eigentlichen Grenze zum Westen ein isloierter Bereich waren.  Und dieses Mädchen hat uns eingeladen, als wir bei einer Radtour durchs Dorf fuhren: “Mutti, wir haben Besuch!” Wir haben also bei vollkommen Unbekannten im Wohnzimmer gesessen – und haben als Erinnerung zwei Packungen Würfelzucker bekommen. Die Zuckerstücke waren teilweise hellblau und hellrosa und hatten die Formen von Spielkartensysmbolen.

Und, welche ganz besonderen Erinnerungen haben Sie an die Wende?