Tropenfrucht vermisst

Es ist ein wenig unheimlich: Ich bin mir ziemlich sicher, nein, sogar sehr sicher, dass ich eine Banane bei mir hatte, als ich am Mittwoch gegen 5:30 Uhr aus dem Haus zur Arbeit eilte. Nur: Das Obst ist verschwunden, ohne dass ich es gegessen habe. Es ist weg. Schon als ich am Ü-Wagen ankam, der an jenem Morgen am Rostocker Zoo auf mich wartete, um eine Eisbärin in Empfang zu nehmen, habe ich sie zum ersten Mal vermisst. Ich tastete noch im Gehen mit gespreizten Fingern sämtlichen Taschen meiner Jacke ab, aber eine Tropenfrucht konnte ich dabei schon nicht mehr erfühlen.

“Werde ich sie wohl zu Hause vergessen haben”, dachte ich noch so bei mir. Gleich nach meiner Rückkehr warf ich einen Blick auf den Obstkorb in der Küche: Äpfel, Mandarinen, Orangen, aber keine einzige Banane. “Hah, dann wohl doch auf dem Regal im Flur”, sagte ich zu mir selbst. Doch auch auf dem Gestell nahe der Wohnungstür keine Spur vom vermissten Früchtchen.

“Ich werde sie doch wohl nicht in einem der vielen Fächer meines Rucksacks…”, begann ich in vorwurfsvollem Ton, ohne den Satz zu vollenden. Aber nein, weder im Dokumenten-Fach, in der Computer-Tasche, auch nicht im Zusatzfach noch in der Schlüssel-Tasche fand sich Obst. Kein Apfel, keine Kirschen und vor allem – das frustrierte mich zusehends – auch keine Banane.

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, versuchte ich die Selbstzweifel zu ignorieren und ging noch mal zum Auto. Man liest ja schließlich immer wieder von Bananen, die unter Autositze rutschen. Aber auch energisches Vor- und  Zurückschieben von Autositzen brachte mich nicht weiter.

Die Banane bleibt verschwunden. Nun frage ich mich, wo sie jetzt wohl sein könnte. Naja, vielleicht bringt mich ja ihr Geruch in zwei, drei Woche auf ihre Spur. Ich glaube, ich werde alt.

Frühlingsstimmung

Nun sitze ich schon seit drei Stunden bei offener Balkontür am Rechner. Die Sonne scheint vom fast wolkenlosen Himmel, das Thermometer zeigt 10 Grad Celsius – und es kribbelt schon in der Nase. Scheint schon Frühling zu werden.

26 Millionen-Euro-Pudding

Hat jemand “Krieg und Frieden” Anfang des Monats im ZDF gesehen? Wers nicht getan hat, der hat womöglich nichts verpasst. Bei Deutschland-Radio Kultur gabs dazu jedenfalls damals einen 1a-Verriss zu hören (mp3-Datei bei dradio.de). Rezensent war Peter Claus.

Medienlese.com fasst die vielen vernichtenden Kritiken zu dem Vierteiler zusammen.

Manchmal Sport

“Ja, und dann musste ich ja noch zum Sport”, sagte die Kollegin, um im Pausenplausch auf ihre Wochenendaktivitäten hinzuweisen. “Was? Du machst Sport”, fragte ich mit gespielter Entgeisterung. Aber ein weiterer Kollege setzte die wirklich passende Anmerkung oben drauf: “Aber wohl nicht sehr oft, nä?”

Gebundene Ausgabe

Ein paar Ecken weiter wird ja professionell über Buchläden und deren zuweilen seltsame Kunden gebloggt. Aber auch ich kenne eine Buchhändlerin ja, hüstel, recht gut. Und eben jene berichtete mir vorhin von einem ganz besonders qualifizierten Kunden, der einen Rabatt rausschlagen wollte. Hat aber nicht geklappt.

Kunde: “Dieses Buch hier von Scholl-Latour, das ist ja schon aus dem letzten Jahrhundert.” (erwartungsvoller Blick)

Buchhändlerin meines besonderen Vertrauens: “Ja, das ist richtig. Der Titel ist 1998 erschienen.”

Kunde: “Und, kann man da nichts machen. Zusammen mit dem anderen hier 20 Euro?”

BmbV: “Das hat doch mit dem Buch nichts zu tun. Wenn sie Dostojewski kaufen, dann ist das schließlich noch viel älter.” (Natürlich durfte auch ein Hinweis auf die Buchpreisbindung nicht fehlen)

(Rüdiger-Hoffmann-Modus AN)

Er hat das dann auch gleich eingesehen…

(Rüdiger-Hoffmann-Modus AUS)

… und hat das Buch gekauft. Zum vollen Preis. Ist ja schließlich ne (preis-)gebundene Ausgabe.

Traum-Trümmerlandschaft

Was mir mein Unterbewusstsein wohl mitteilen wollte… Vergangene Nacht habe ich geträumt, dass ich in Nordkorea in einem heruntergekommenn Plattenbau zu Gast war. Bei einer auffallend wohlgenährten Nordkoreanerin, aber insgesamt in einer Trümmerlandschaft. Ich weiß ja nicht…

Jubiläum

Auf die Sekunde genau vor zwei Jahren, am 28. Dezember 2005, um 22:09 wurde hier der erste Beitrag im Blog von kohlhof.de veröffentlicht. Zwei Jahre. Mann, mann. Vielen Dank an alle, die das hier lesen und vor allem an die, die die Beiträge durch Kommentare ergänzen!