Sicheres Internet

Heute ist Safer Internet Day, also der Tag des sicherern Internets. Zum fünften Mal soll es dazu heute weltweit Aktionen geben. Damit sollen Computernutzer nicht nur aufgefordert werden, ihre eigenen Daten im Internet zu schützen, sondern auch den eigenen Rechner abzusichern.

Die Gefahren im Netz der Netze sind schließlich vielfältig. Spam ist lästig, in Kombination mit Phishing-Versuchen besonders gefährlich, Windows-Rechner, die mit Admin-Rechten laufen bieten bösen Buben sozusagen Tür und Tot, wahlloses Klicken auf dubiose Downloadangebote kann den eigenen Rechner außer Gefecht setzen. Und dann das freiwilligee Umherwerfen mit persönlichen Daten: Telefonnummer, Vorlieben, Abneigungen, Hass-Tiraden, Fotos von der letzten Party in irgendwelchen Communities weltweit abrufbar. Das ist natürlich freakig und Web 2.0 total – und jeder soll selbst entscheiden, wie viel er von sich preisgibt. Man sollte allerdings bedenken, dass Informationen auch Jahre später noch abrufbar sein können – das kann irgendwann auch mal gegen einen verwendet werden.

So halten sich ja Legenden und Berichte hartnäckig, dass Personalchefs die Namen von Bewerbern gern mal googlen und unter anderem anhand der Suchergebnisse entscheiden, ob jemand eingestellt wird oder nicht. Das kann man als sinnvoll erachten, man kann es aber auch infragge stellen. Wenn irgendein Eintrag bei SchülerVZ von vor 5 Jahren über die berufliche Karriere entscheiden soll, muss man den Personaler fast schon zwangsläufig fragen, ob da die Verhältnismäßigkeit noch stimmt.

Fazit ist aber: Jeder sollte sich genau überlegen, was er von sich und über sich im Internet preisgibt. Grundsätzlich gilt aber auch, dass jeder Computernutzer die Verantwortung hat, den eigenen Rechner abzusichern, damit er nicht zur Virenschleuder oder was auch immer und damit zur Belastung auch für andere wird.

Jede Menge Tipps, Hinweise, Strategien und Hintergründe gibt es unter anderem auf diesen Internetseiten:

http://www.klicksafe.de/ – die offizielle Seite zum Safer-Internet-Day

http://www.bsi-fuer-buerger.de/ – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

http://www.bsi-fuer-buerger.de/schuetzen/07_01.htm – Welche Schutzvorkehrungen jeder Computer-Nutzer treffen sollte

http://www.microsoft.com/germany/athome/
security/default.mspx
– Sicherheitsportal bei Microsoft

https://www.sicher-im-netz.de/privatnutzer/201.aspx – Sicherheitscheck-Startseite der Initiative “Deutschland sicher im Netz”.
Und darüber erzähle ich auch im Radio, heute, zwischen 10 und 11 bei NDR1 Radio MV.

Sitzladungsquote

Sitzladungsquote – ein Wort aus der bunten Welt der Wirtschaft und für mich der Begriff der Woche. Mehrfach habe ich es hören dürfen auf einer Pressekonferenz am Freitag auf dem Flughafen Rostock-Laage. Die Fluggesellschaft, die dort ihre neue Linie vorstellte, erwartet eine Sitzladungsquote von 80. Das ist schön. Viel Glück.

Schnelle Nachfragen ergaben, dass damit die durchschnittliche prozentuale Auslastung der Flugzeuge gemeint ist, die ab Mai in Rostock starten und landen. Und nicht etwas die durchschnittliche Belastung jedes Sitzes in Prozent während eines Fluges. Oder dass auf 80 Sitzen auch Handgepäck und andere Ladungen deponiert werden dürfen. Oder dass das Gewicht aller Sitzgelegenheiten in der Maschine bereits 80 Prozent ihrer Masse ausmacht. Nein, es ist schlicht die Auslastung gemeint. Klingt wohl nicht spektakulär genug für Menschen aus dem Luftfahrtbusiness. Alle anderen lernen daraus: Anders ist nicht automatisch besser (oder in diesem Fall: eindeutiger).

Der ESC soll gerechter werden

“Balkan-Connection, befreundete Länder schanzen sich die Punkte zu, gute Musik hat keine Chance – und wir bezahlen dieses Theater auch noch.” Der Eurovision Song Contest (ESC) ist bei den Fans in Deutschland in den vergangenen Jahren etwas in Verruf geraten. Sie hatten den Eindruck, dass sich befreundete Länder immer, und unabhängig von der Qualität musikalischer Darbietungen, die Punkte schenken und dadurch andere Länder wie zum Beispiel Deutschland keine Chance auf die vorderen Plätze hatten. Kritik dieser Art gab es auch in anderen Ländern. Zwar verweisen Fachleute solche Mutmaßungen ins Reich der Mythen, trotzdem soll sich ab diesem Jahr und mit der Endrunde in Belgrad was ändern beim guten alten Grand Prix.

Jedenfalls hat die European Broadcasting Union (EBU) die Regeln für den ESC ans moderne Europa angepasst, wie es EBU-Generalsekretär Svante Stockselius in einem Interview auf den Grand-Prix Seiten des NDR erläutert: “Das neue Europa verlangt das ganz offensichtlich: Es ist eben nicht wie früher, als die Geschichte des ESC begann.”

Nichts ist mehr so, wie es mal war, sondern nunmehr eine “Mischung aus Bestimmung und Zufall”. Ergebnis einer langen Analyse der Punktevergabe der vergangenen Jahre ist jedenfalls ein kompliziertes System. Die EBU hat mehrere Töpfe gebildet. Darin sind die Länder zusammengefassst, von denen man annimmt, dass sie sich mit hohen Punktzahlen gegenseitig begünstigen und so genannte Nachbarschaftswertungen abgeben.

So sind in Topf 1 Albanien, Bosnien & Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Montenegro sowie Slowenien zusammengefasst, in Topf 5 Armenien, Weißrussland, Georgien, Israel, Moldau, Russland und die Ukraine. Diese insgesamt sechs Töpfe sind wichtig fürs Halbfinale, oder besser: Für die beiden Halbfinale. Weil es in diesem Jahr 43 Teilnehmer sind, finden aus Zeitrgünden diesmal zwei Vorrunden statt. Aus jedem Topf wurden nun jeweils die Hälfte der Länder in die erste Halbfinalausgabe gelost, der Rest in die zweite.

Bei den beiden Vorrunden dürfen zudem nur die Zuschauer abstimmen, deren Länder teilnehmen. Auf diese Weise soll die Wahrscheinlichkeit verringert werden, dass Nachbarschaftswertungen, fernab von jeglichen ästhetischen bzw. musikalischen Kriterien dem Abstimmungsergebnis einen faden Beigeschmack verleihen. Ganz ausschließen lässt sich das aber auch mit der neuen Regel nicht.

Aus diesem Grund wird diesmal deshalb auch eine Jury die Lieder beurteilen. Ein Lied aus jedem Semifinale, das die Experten zwar gut finden, welches aber von den Zuschauern nicht gewählt wurde, kann dann trotzdem mit Hilfe dieses Jokers ins Finale rutschen.

Das klingt kompliziert und fast so kompliziert wie die Reform der EU und ihrer Institutionen, aber es geht ja schließlich auch um Europa. Ob der ESC tatsächlich gerechter* wird, kann man dann am späten Abend des 24. Mai entscheiden, wenn die letzten 12 Punkte vergeben sein werden.

*Ja, ich weiß, gerecht kann man nicht steigern. Ich mache es trotzdem

Herzensangelegenheit

Ich verstehe ja, dass in einer freien Marktwirtschaft die Nachfrage den Preis mitbestimmt – ich habe auch gar nichts dagegen, ich finde das System ja gut. Aber manchmal staune ich doch über die Preisvorstellungen, die Unternehmen bei ihren Kalkulationen an den Tag legen – noch mehr staune ich dann aber meistens darüber, dass Kunden auch bereit sind, diese Preise zu bezahlen. Grund für mein heutiges Empfinden von Abscheu und Entsetzen war folgendes Angebot an einer Bäckertheke :

Bäcker-Angebot zum Valentinstag: Eine Handvoll Gebäck für 2,90

Wertvolles Gebäck: Angebot zum Valentinstag für 2,90 Euro.

Ein Teigkringel in Herzform, mit einem Creme-Tupf in der Mitte und drei Erdbeerschnitzen für liebevolle 2,90 Euro – das ganze natürlich zum Valentinstag – was für eine nette Idee, um mit diesem seltsamen Konsum-Feiertag noch die eine oder andere Mark extra zu verdienen. Im Februar gilt jedenfalls bei dieser Bäcker-Filial-Kette: Von Floristen lernen, heißt Verdienen lernen. Und ja, Mark, denn zurückgerechnet in D-Mark kostet dieses herzige Backwerk 5,67 DM. Das bietet natürlich einzigartige Möglichkeiten, dem oder der Liebsten zu verdeutlichen, welche Wertschätzung man ihm bzw. ihr entgegenbringt. “Da, kuck. Ein Klecks Teig mit Obst und Tunke. Für Dich. Das bist Du mir wert.”

Der eine oder andere Überbringer wird sich von der besseren Hälfte allerdings wohl fragen lassen müssen, ob er denn noch ganz bei Trost ist, für einen Keks derartige Summen rauszuhauen:

“Schatz, wir müssen reden!” – “Gern, lass mich nur noch schnell das Backherz zurück in den Tresor legen.”

Kann natürlich auch anders laufen:

“Oh, ein Keksherz. Du bist sooo süüüß!” – “Ja, und pleite”.

Oder:

“Was, 2,90 kostet das Ding? Was versuchst Du jetzt wieder gutzumachen?”

Juristisches Weihnachten

Wer in diesen Tagen der Juristischen Fakultät der Universität Rostock einen Besuch abstattet, dem wird der aufwändige Schmuck im Eingangsbereich auffallen.

Tannenbaum in der Jura-Fakultät der Universität Rostock

Christbaum in vollem Ornat in der Jura-Fakultät in Rostock

Dort steht – zwischen Bistrotischen, Getränkeautomat und Sofa aus grauer Vorzeit – ein Weihnachtsbaum in vollem Ornat. Jetzt, im Februar, über 5 Wochen nach dem Heiligen Abend. Warum? Vielleicht ist ja der Dekorationsbeauftragte der Fakultät seit langer Zeit krank, und niemand fühlt sich zuständig, das inzwischen leicht verdörrte Gestrüpp mit den viel zu großen Christbaumkugeln seinem erlösenden Ende im Häcksler hinterm Haus zuzuführen.

Vielleicht fällt das Bäumchen den hunderten Studenten und Dozenten, die dort täglich vorbeihasten auch gar nicht mehr auf. Oder – und das ist am wahrscheinlichsten – niemand hält es mehr für nötig, noch mal in der Fakultät in Lichtenhagen aufzuräumen. Das Land hat schließlich nach langem Streit mit der Universität im vergangenen Jahr durchgesetzt, dass die juristische Ausbildung mit dem Abschluss Staatsexamen künftig nicht mehr angeboten wird. Von 15 Professoren bleiben maximal 6 übrig. Einschreibungen sind jetzt nicht mehr möglich. In etwa drei Jahren wird in weiten Teilen der Fakultät, die 1419 zu den drei Gründungsfakultäten der ältesten Universität im Ostseeraum gehörte, das Licht ausgehen.

Jahrelang hatten Uni und Land gestritten, über 15.000 Unterschriften gegen die Schließung hat eine Volksinitiative gesammelt, ein Verein hängte bitterböse Plakate am Uniplatz auf und prangerte die Landesregierung an, Studenten fuhren im hupenden Autokorso durch die Stadt, ein Rektor musste gehen, und viele Leserbriefe erschienen in den Tageszeitungen. Am Ende gab es ein offizielles Mediationsverfahren, bei dem sich der neue Rektor mit dem Land einigte. Jura wird es in Rostock künftig nur noch als Teil anderer Studiengänge geben, als Ausgleich bleibt der Studiengang Zahnmedizin erhalten.

Natürlich ging es dabei vor allem ums Geld. Zwei juristische Fakultäten, das sei einfach zu viel, hieß es im Bildungsministerium. Schließlich habe auch Greifswald eine rechtswissenschaftliche Fakultät. Die haben aber bestimmt nicht so einen standhaften Weihnachtsbaum.

Rauchfrei

Es ist an der Zeit, schon jetzt eine positive Bilanz des Nichtraucherschutzes in Mecklenburg-Vorpommern zu ziehen. Das Nichtraucherschutzgesetz gilt jetzt ja auch für Kneipen. Ich war nun schon mehrfach in Etablissements, die bis zum Ende vergangenen Jahres verräuchert und verqualmt waren. Dort wird jetzt nicht mehr graucht. Die Läden sind trotzdem voll. Wer rauchen muss, geht vor die Tür. Und meine Kleidung riecht nicht mehr nach Kippen. Herrlich, ich finds gut.

Antiker Schnaps

“Jetzt trinken wir erstmal nen Lütten”, befahl der Gastgeber nach deftigem Grünkohl mit allerlei Kartoffeln, Braten und Würstchen. Die Gäste nahmen die Idee dankbar an. “Ganz was Feines” wurde angekündigt. Die Toten Hosen haben schon über diese Sorte Schnaps gesungen, und dass man ihn bitte eisgekühlt zu sich nehmen möge. Wie fein dieser Tropfen aber war, sollte sich erst im Laufe des Abends herausstellen.

Als sich das Gebräu gerade mit wohliger Wärme in meinem Magen ans wohltuende Werk machte, warf ich – unbedarft und ahnungslos – einen Blick aufs Etikett. Folgendes stand dort zu lesen:

“Sie erhalten Bommerlunder überall in der Bundesrepublik, in West-Berlin, ferner in folgenden Staaten: Belgien, Niederlande, Dänemark, Grönland, Schweden, Norwegen, Großbritannien, Irland, Frankreich, Österreich, Italien, Schweiz, Spanien, USA, Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Peru, Venezuela, Australien, Äthiopien, Japan, Thailand, Republik Kongo, Liberia, Republik Südafrika, Süd-West-Afrika, Kanarische Inseln, außerdem erhältlich auf fast allen deutschen und vielen Schiffen anderer Nationen und auf allen Routen der Deutschen Lufthansa.”

Diese kurze Reise um die Welt ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. West-Berlin gibt es seit dem 3. Oktober 1990 nicht mehr. Süd-West-Afrika hieß bis 1990 so, heute heißt der unabhängige Staat Namibia. Was mit Republik Kongo gemeint ist, ist nicht ganz klar. So gibt es sowohl die Demokratische Republik als auch die Republik Kongo. Die Demokratische Republik erhielt 1960 ihre Unabhängigkeit, hieß zwischen 1971 und 1997 allerdings Zaire, während die benachbarte Republik Kongo mit diesem Namen ab 196o zunächst Kongo-Brazzaville hieß. Das Land heißt seit 1991 Republik Kongo. Ein rascher Blick ins Internet brachte Klarheit.

Auf den Etiketten der Flasche finden sich keine Strichcodes, keine Embleme irgendwelcher Recycling- und Wertstoffketten, kein Mindesthaltbarkeitsdatum, keine Chargennummer, kein Marken- oder Gütesiegel, nichts. Allerdings ist dort zu lesen, dass der Schnaps einen Gehalt von 40 Volumenprozent hat. Laut Homepage hat Bommerlunder heute 38 Prozent. Und auf der Rückseite steht, dass der Fusel im Jahre 1760 zum ersten Mal hergestellt worden ist. Und weiter: “Das Rezept blieb, auch nach über 200 Jahren, so vollkommen und so unnachahmlich wie am ersten Tage.”

Das lässt folgende Schlüsse zu:

1.) Die Etiketten sind vor 1990 gedruckt worden

2.) Wenn tatsächlich “nur” die Republik Kongo gemeint ist, dann muss das Etikett vor 1971 gedruckt worden sein. Sonst würde da ja Zaire stehen.

3.) Wenn anzuhnehmen ist, dass Werbetexter immer das aktuellste Jubiläum erwähnen, dann hätten sie 1990 wohl eher formuliert: “Nach über 225 Jahren”. Es ist also zunächst anzunehmen, dass die Flasche zwischen 1960 und 1971 befüllt worden ist.

Antiker Aquavit. Wie es mit streng wissenschaftlichen Hypothesen so ist, gilt auch diese so lange als wahr, wie sie nicht widerlegt worden ist. Zur Erhärtung der Thesen werde ich demnächst mal eine Rechercheanfrage an Berentzen/Dethleffsen in Flensburg schicken, wann Etiketten mit diesem Text verwendet wurden, ob sich der Alkoholgehalt geändert hat (und wann) und was die Flasche wohl wert gewesen wäre, wenn sie der Gastgeber nicht in zuvorkommender Gastfreundschaft geöffnet und ihren historischen Inhalt mit Nachdruck an den Mann gebracht hätte.

Die Flasche stammt übrigens aus dem Bestand einer guten Bekannten, irgendwo, ganz hinten im Kellerregal hatte man sie einst entdeckt…

Über Nebenwirkungen ist bislang nichts beknnnnnnrlgfrtssssssssssssssss….

Ich dreh am Rad

Vor ein paar Wochen habe ich hier schon über meinen Notebook-Konfigurations-Einsatz berichtet. Heute war ich wieder am Ort des Geschehens, um nachzusehen, ob denn alles in Ordnung ist. Dabei bin ich zu dem Schluss gekommen, dass mit Computern grundsätzlich eigentlich immer irgendwas schiefläuft. Geahnt habe ich es schon seit 1989, aber nun bin ich geneigt, tatsächlich daran zu glauben. Mal eben schnell was ändern, hier kurz klicken, da nebenbei fummeln, schon läuft alles wieder… das ist in der Theorie milliardenschwerer Hard- und Soft- und sonstwelcher-Ware-Konzerne vielleicht möglich. Die jahrelange Praxis ergibt ein anderes Bild. Das möchte ich mit dieser Situationsschilderung untermauern. Die Geschichte gehört in die Reihe “Jahrelang haben die Konzerne allen überflüssigen Tand an einem technischen Gerät wegrationalisiert um in der globalisierten Welt wenigstens mit ein paar Cent Gewinn überleben zu können – und plötzlich gilt das alles nicht mehr”.

Zum Laptop. Grundsätzlich zeigte sich dessen Besitzer mit der Leistung seines Computers zufrieden. Alles lief glatt und rund. “Nur der Klang, also,  die Lautsprecher. Mit denen stimmt irgendwas nicht”, teilte man mir mit. Und tatsächlich, um überhaupt rgendwas zu hören, musste man das Ohr schon auf den Lautsprecher drücken. Und selbst dann hatten selbst geübte Gehörgänge noch Mühe, Musik aus dem Rauschen von Lüfter, Festplatte und/oder CD-Laufwerk herauszufiltern. Ganz leise wimmerte im Hintergrund Internetradio.

Ein Klacks, dachte ich bei mir und sagte siegesgewiss, den Triumph vor Augen und schon nach Lob und Anerkennung heischend: “Das haben wir gleich.” Hatten wir dann aber nicht. Die Sonderfunktionstaste in Kombination mit der F11-Taste brachte jedenfalls keinen höheren Pegel,obwohl genau das auf dem Knopf Weiß auf Schwarz angedeutet war. Ein Rechtsklick aufs Lautsprechersymbol offenbarte: Die Audiosoftware ist bis zum Anschlag aufgedreht. Ein Blick in die Systemsteuerung machte deutlich: Die Hardware funktioniert, die Treiber sind aktuell und die Komponenten sind auch nicht stummgeschaltet oder sonstwie vergriesgnaddelt. Der Start der speziellen Soundkarten-Konfigurationssoftware offebarte eine schier unerschöpfliche Fülle an Sound- und Equalizer-Varianten, aber leider kein Häkchen, mit dem man zum Beispiel eine Stummschaltung des Systems hätte aufheben können.

Es war inzwischen dunkel geworden und ich fasste den Entschluss, mal einen Blick ins Bios zu werfen, auch wenn ich mir nicht vorstellen konnte, dass man im Rückenmark des Rechners irgendwas mit den Lautsprechern einstellen kann. Konnte man auch nicht. Also, neu gestartet, Kopfhörer angestöpselt. Aber auch unter den Hörmuscheln war die Musik nicht zu vernehmen.

In solchen Fällen fragt man dann Onkel Google. “Lautsprecher Notebook Vista stumm” brachte die übliche Menge an Treffern, aber nur Blabla aus irgendwelchen Foren. Nachdem ich mich halb hindurchgekämpft hatte, stolperte ich über die Formulierung “Rädchen neben den Buchsen”. Und tatsächlich. Ein Blick neben die grüne Klinken-Buchse vorn am Rechner brachte es an den Tag: Dieses Laptop hat nicht nur Sondertasten zur Lautstärkeregulierung, eine Fernbedieung zur Lautstärkeregulierung und zwei Software-Anwendungen zur Lautstärke-Regulierung, nein, es gibt auch noch ein Rädchen (von der Größe her auf die Anatomie von Sechsjährigen ausgelegt), mit dem man die Lautstärke einstellen kann. Ich habe es bis zum Anschlag nach rechts aufgedreht, seitdem schallt Jürgen Markus durchs ganze Haus.

Das hat mich echt überrascht. Ich bin mit Computern groß geworden, bei denen die Knöpfe am Gehäuse mit dem Laufe der Jahre immer weniger wurden. Und plötzlich haben diese Computerfirmen wieder Geld, um kleine Rädchen einzubauen… das muss einem doch gesagt werden! Ich dreh am Rad, ehrlich.