Vorbei

18:00 Uhr. Die Wahllokale sind geschlossen. Ich bin im Funkhaus und verkünde Prozentzahlen. Prognosen, Hochrechnungen und andere Ergebnisse gibt es unter anderem hier, hier und hier.

Wählen gehen!

Mecklenburg-Vorpommern* wählt am Sonntag, 17. September, einen neuen Landtag. Bitte, gehen Sie hin, wählen Sie mit, entmündigen Sie sich nicht selbst.

Aber bedenken Sie: Es gibt keine einfachen Lösungen. Wer behauptet, einfache Lösungen für politische Herausforderungen unserer Zeit zu haben, der lügt. Wählen Sie Parteien und Kandidaten, die Ihrer Meinung nach Ihre Anliegen am ehesten vertreten können. Und wählen Sie eine Partei, die nicht gleich die gesamte Demokratie in Frage stellt und abschaffen will.

Nutzen Sie Ihr Wahlrecht. Die Aussage stimmt nämlich nicht, dass sich nichts ändert, ob man nun wählt oder nicht. Politik ist aber nun mal das Machbare und die Kunst des Kompromisses – Parteien vergessen allerdings zuweilen, das zu betonen. Aber sie handeln jeden Tag danach. Wählen Sie und prüfen Sie auch danach, ob Parteien und Politiker Ihren Erwartungen wirklich gerecht geworden sind. Nutzen Sie Sprechstunden der Abgeordneten, Hotlines der Ministerien, Fragen Sie nach. Demokratie bedeutet nämlich nicht nur eine Informationspflicht von Regierung und Opposition, sie beinhaltet auch eine Pflicht der Wähler, sich um diese Informationen zu bemühen.
Auch wer wegen jahrelanger Arbeitslosigkeit enttäuscht und verzweifelt ist, sollte sein Wahlrecht nutzen: Dieses Privileg kann Ihnen niemand nehmen, der nach demokratischen Grundsätzen handelt. Nutzen Sie Ihre Chance, wählen Sie eine Partei, der sie es am ehesten zutrauen, dass sie auf dem Boden des Grundgesetzes vernünftig und nachhaltig etwas verändern kann – und wenn es nur viele kleine Schritte sind anstelle des einen, großen.
Nutzen Sie die Demokratie, am Wahltag und danach. Sonst könnte es nämlich passieren, dass Parteien Einfluss gewinnen, die Ihnen Ihre Freihheiten nehmen wollen. Die Freiheit, Ihre Meinung zu sagen, oder auch die Freiheit zu wählen.

* Auch in Berlin wird ein neues Landesparlament gewählt.

Frau Mustermanns Ehrentag

“Wer hat denn heut Geburtstag, trallalallalaaaa?!” Frau Mustermann wird heute 61 – die Frau vom Personalausweis. Erika, geborene Gabler, kam ihrem amtlichen Musterdokument zufolge am 12. September 1945 zur Welt.

Der amtliche Beweis: Erika Mustermann wird 61. Allerdings ist zumindest dieser Ausweis inzwischen abgelaufen

Herzlichen Grlückwunsch zu dieser anonymen und mustergültigen Karriere.
Und siehe da: Auch andere Länder haben ihre Mustermenschen: Kroatien kennt Ivan Horta, Frankreich Michel Dupont, Irland A.N. Other und Portugal José Ninguém. Wann die Geburtstag haben, weiß ich aber nicht.

eine liebevolle Würdigung
Frau Mustermann im Wandel der Zeit
Fotos von Frau Mustermann
Internationale Liechen Müllers
Frau Mustermann bei Wikipedia

Fünf Jahre danach

Der 11. September 2001, als die Terroranschläge von New York und Washington tausende Todesopfer forderten, wird wohl für jeden mit ganz besonderen Erinnerungen verbunden sein und bleiben – und auch fünf Jahre danach mit der Frage “wo waren Sie, wo warst Du gerade, als die Flugzeuge in die Hochhäuser rasten?”

Ich jedenfalls habe geschlafen nach einer Frühschicht bei ndr2. So etwa am frühen Nachmittag haben mich meine Eltern dann geweckt. Bis zum Abend haben wir vor dem Fernseher gesessen – aber: die Kinokarten waren schon gekauft, weshalb es zum Schluss dieses Tages dann noch Bridget Jones auf der Leinwand gab. War aber ein setsames Gefühl, an so einem Tag ins Kino zu gehen.

Und, wo waren Sie?

Natascha Kampuschs Worte

Aktuell

Zwei Wochen nach ihrer Flucht aus acht Jahren Gefangenschaft hat die 18-Jährige Natascha Kampusch aus Österreich einigen Zeitungen und dem ORF Interviews gegeben. Das österreichische Fernsehen hat das Gespräch bereits gesendet, RTL will um 21:15 Uhr das aufgezeichnete Interview ausstrahlen. Die ARD will es nach Mitternacht zeigen.

Die junge Frau sitzt in einem lavendelfarbenen Oberteil und mit einem modischen Kopftuch vor der Kamera und sagt in dem Gespräch unter anderem: “Ich war stärker [als der Entführer]”.

Der ORF hat eine Abschrift des Interviews online gestellt. Das Skript ist hier zu finden.

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Edit: Besonnen, überlegt, die Augen oft geschlossen, so schildert die junge Frau ihre ersten Tage in Freiheit – über den Kontakt zu ihren Eltern und über ihren ersten Besuch in einer Eisdiele, ganz incognito. Sie habe auch schon Freundschaften geschlossen, berichtet Natascha – zu anderen Patienten in dem Krankenhaus, in dem sie untergebracht sind. Darunter sind nach ihren Worten einige Kinder im Alter von etwa zehn Jahren.

Dann macht RTL erst mal Werbung. Der erste Spot zeigt ein Shampoo. Die Sprecherin preist es mit den Worten an: “Es gibt nichts Schöneres als schuppenfreies, natürlich glänzendes Haar.” Naja…

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Im weiteren Verlauf des Interviews ist der jungen Frau die Anstrengung, die Belastung anzumerken, die nicht nur das Gespräch selbst, sondern auch die Berichte über ihre Gefühle und ihre Erlebnisse, ihr Leben für Natascha bedeuten.

“Ich finde, ich war stärker als er”, sagt sie über ihren Entführer. Als sie ihrem Peiniger zum ersten Mal auf dem Schulweg an seinem Auto sah, habe sie noch gedacht, ob sie nicht die Straßenseite wechseln solle. Sie tat es nicht: “Er packte mich, ich versuchte zu schreien, aber es kam kein Laut raus.”

Das Mädchen war im Alter von zehn Jahren im März 1998 entführt, verschleppt und versteckt worden. Viele ihrer Schilderungen aus ihrer Gefangenschaft waren sehr ergreifend, am berührendsten war aber wohl der Bericht über einen “Ausflug” mit ihrem Entführer zum Einkaufen in einem Baumarkt. Die Verkäufer hätten gefragt: “Kann ich ihnen vielleicht helfen?” Das Mädchen musste hilflos zusehen, wie ihr Entführer die Mitarbeiter abwimmelte. Er hatte zuvor gedroht, beim kleinsten Versuch Nataschas, auf ihre Entführung aufmerksam zu machen, Menschen umzbringen.

In dem Fernsehinterview macht Natascha Kampusch einen tapferen, gefassten Eindruck, atmet manchmal schwer, antwortet aber auch manchmal mit brüchiger Stimme und spricht auch über ihre Pläne: Eine Stiftung gründen um Menschen zu helfen, die in ähnliche Notlagen geraten sind wie sie selbst.

Allerdings bleibt trotzdem die Frage, warum es nötig ist, dass die junge Frau sich den Strapazen aussetzen muss, über ihre Gefangenschaft öffentlich im Fernsehen zu berichten. Der Druck, die Nachfrage von Redaktionen, mit Natascha Kampusch zu sprechen, muss unvorstellbar groß sein.
Natascha Kampusch hofft, dass sie mit diesem Interview diese Neugier befriedigt zu haben. Es ist schon paradox: Um endlich Ruhe zu haben, muss Natascha Kampusch zunächst fast ihr ganzes Leben preisgeben.

Brief von Natascha Kampusch an die Öffentlichkeit

Wikipedia-Artikel

Gehwegkunst

Asphaltgemälde

Ausgrabungsstelle: Illusion mit Kreidestrichen.

Julian Beever braucht nur selten eine Leinwand. Ein paar Pflastersteine reichen ihm aus als Untergrund. Der Straßenmaler schafft es sogar, bei einigen Bildern einen 3D-Effekt auf den Asphalt zu zaubern. Und auf seiner Internetseite stellt er einige seiner äußerst vergänglichen Kunstwerke aus.

Gelber Sonntag

Ab heute beginnt für Simpsons-Fans eine neue Zeit. Pro 7 zeigt ab heute jeweils Sonntag die Folgen der neuen 17. Staffel – und zwar um 18 Uhr. Ich bin aber bereits ab 13 Uhr für niemanden zu sprechen: Der Sender sendet heute auch die zehn beliebtesten oder besten oder was auch immer Folgen. Was für ein Tag!

Kiss and Ride

Preisfrage bei kohlhof.de: In welcher norddeutschen Stadt ist dieses Foto entstanden?

Kiss-and-Ride-Schild

Preisrätsel bei kohlhof.de: In welcher norddeutschen Stadt steht dieses Verkehrsschild?

Außerdem dürfen alle Teilnehmer gern Erklärungsversuche anfügen, was denn bitte eine Kiss-and-Ride-Spur genau ist. Besonders blumige und kreative Wortmeldungen sind ebenso gern gesehen. Derjenige, der als erster die richtige Stadt nennt, gewinnt eine Postkarte, die ich dem Gewinner oder der Gewinnerin mit der guten alten Schneckenpost und den dazugehörigen herzlichen, warmen Worten auf der Rückseite zuschicken werde. Antworten bitte als Kommentar hier unter diesem Beitrag. Der Rechtsweg ist selbstverständlich ausgeschlossen.

English für Fortgeschrittene

Google, naja. Was es nicht alles kann und macht, dieses Ding. Es kann auch übersetzen. Webseiten zum Beispiel. Bei kohlhof.de sieht das dann so aus:

Goes Down Like Oil

“So far it nevertheless always meant – The Pampe remains longer fresh” – Der Übersetzungsdienst von google ist noch nicht perfekt.

Ganz automatisch geht das – es scheint nur noch nicht perfekt zu sein, es ist wohl eher als Grundlage gedacht, damit sich die geneigten International Readers from Ohloväsewölt so etwas wie einen Reim machen können, worum es hier geht. Pampe gehört übrigens noch nicht zum Wortschatz von Fremdsprachenassistent google.

Die derzeitige Version von kohlhof.de live übersetzt

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