Monthly Archive for Dezember, 2007

Hoffnungslos

Wie ich schon vor etwa einem Jahr bemerkte: Nervkram.

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Plünderungen

“Der freie Warenverkehr wird mit dem Ende des Jahres 2007 eingestellt. Ab dem neuen Jahr gibt es nichts mehr zu kaufen.” Ich hatte heute im Supermarkt genug Zeit darüber nachzudenken, ob ich vielleicht in den vergangenen Tagen irgendwelche Meldungen dieser Art verpasst haben könnte.  Es hatte nmämlich den Anschein, als sei der Laden zur Plünderung freigegeben. So war um kurz vor elf Uhr die Lautsprecherdurchsage zu vernehmen, dass Herr Wieauchimmer bitte neue Einkaufswagen bereitstellen möge. Diese Aufforderung wurde keine fünf Minuten später noch einmal mit erheblich mehr Nachdruck und wohl auch ein bisschen Panik in der Stimme wiederholt. Das alles war jedenfalls berechtigt, denn alle anderen gefühlt 396 Einkaufswagen standen ja schon im Supermarkt zwischen den Regalen rum: voll beladen, ratternd, quietschend. Manche so schwer, dass zierliche Kunden Mühen hatten, ihren Schwertransport zur Kasse zu bugsieren. Ich habe knapp 20 Minuten in der Warteschlange an der Kasse gestanden. Verrückt.

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Osterhasen und Panzerbücher

Kurze, nicht repräsentative Notizen nach meiner Rückkehr aus dem Westen über den Besuch des dortigen Weihnachtsmarktes:

1.) Einen Weihnachtsmarkt auch noch nach den Feiertagen zu öffnen, zum Beispiel bis zum 30. Dezember, halte ich für eine gute Idee. Schließlich ist es ja ein Weihnachtsmarkt – und kein Adventsmarkt. Jedenfalls kannte ich das bisher nur aus irgendwelchen Weihnachtsgeschichten, die bei uns traditionell vorgelesen werden. Vor allem der Lübecker Weihnachtsmarkt ist mit seinen engen, gemütlichen Gassen sehr angenehm.

2.) Bereits zwei Tage nach Weihnachten die Auslagen im Weihnachtsschmuckstand umzudekorieren, ist nur bedingt eine gute Idee. Es ist definitiv keine gute Idee, wenn man erzgebirgische Engel, Tannenbäume und Pyramiden bereits am 28.Dezember durch Osterhasen, -glocken und -lämmer ersetzt. Bislang boten einem ja nur Supermärkte gute Gründe, sich darüber aufzuregen, dass der Kommerz inzwischen alles diktiert, auch, wann christliche Feste oder überhaupt jahreszeitlich bedingte Ereignisse zu beginnen haben. Im September, dreieinhalb Monate vor Heiligabend können einen inzwischen ja auch Schokoweihnachtsmänner nicht mehr wirklich aufregen, man stumpft ja ab.

Jetzt legt die Schnickschnackindustrie also nach und bietet bereits zwei Tage nach den Weihnachtsfeiertagen Osterschmuck an. Selbsterverständlich gibt es irgendwelche Deppen, die das Zeug auch schon kaufen.

3.) Der dicke junge Mann im Kassenhäuschen am Kinderkarrussel hat sich die Wartezeit mit einem Buch über die Geschichte des Panzerbaus vertrieben. Während er also die grünen Plastikchips für eine neue Wahnsinnsfahrt im Feuerwehrauto, Abschleppwagen oder auf dem Plastikmotorrad verkaufte, studierte er selbst Detailzeichnungen von bewaffneten Kettenfahrzeugen diverser Epochen. Vielleicht denkt man ja beim Kinderkarrussel über neue Attraktionen nach, weil die junge Kundschaft, vom dauernden Werbebeschuss auch schon ganz aufgepeitscht, nach neuen Herausforderungen giert: “Neee, Papi. Aufs Polizeiauto will ich nicht. Ich will aufn Leo!”

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