Layer-Seuche

Sie sind eine Seuche, ja, sprechen wir es ruhig einmal offen aus: Seuche. Die Nachfolger der Werbepopups im Internet. Wenn die aufklickenden Browserfenster mit Casinowerbung die Schuppenflechte des Internets sind, dann sind Layer online-Lippenherpes. Und das kam so: Weil immer mehr Browser von Haus aus gut funktionierende Werbeblocker mitbringen, bleiben die Werbepopus zu. Die kaufmännisch vollkommen richtige Entscheidung der Werbetreibenden: Neue Mittel und Wege finden, die bunten Botschaften an den Mann zu bringen. So wie die Zettel-Boys, die nahezu täglich bunte Schnipsel mit Telefonnummern an Autotüren und Scheibenwischer klemmen in der Annahme, man wolle ausgerechnet ihrem Boss das eigene Auto für den Export verkaufen, haben die Online-Boys eine derzeit recht hartnäckige Variante entwickelt: Für die Werbebilder geht kein eigenes Fenster auf, sondern das Bild legt sich, gewissermaßen als Teil der eigentlichen Seite, wie eine Folie darüber. Bildschirmfüllend wie sonstwas. Für gewöhnlich sucht man dann ein kleines X irgendwo in der Grafik, mit der man sie abschalten kann. Das dauert, man muss das Ding doch genauer ansehen – es kostet Zeit, und es ist lästig. Wie schön, wenn es tatsächlich ein x gibt. Offensichtlich ist diese Layer-Terror-Seuche aber noch nicht mit allen Browsern oder Auflösungen oder was weiß ich denn kompatibel. Wie neulich schon ein E-Plus-Layer, ist es diesmal ein orangenes Quadrat von Easy-Jet, das den Blick auf handelsblatt.de nachhaltig verwehrt. Kein X, nix.

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Riesensauerei. Wenn irgendwelche Konzerne schon so nett sind, durch Werbegeld Internetauftritte zu finanzieren, dann können sie es doch bitte so anstellen, dass man es nach gnädiger Lektüre von vielleicht 13 Millisekunden einfach weg-xen kann. Aber nein.

Autor: Christian

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