Einschalt-Tipp: Heute, 25.1.2010, 21:05: NDR-Info Intensiv-Station, der Januar-Rückblick – Aufzeichnung aus Rostock
Einschalt-Impuls an die werte Leserschaft für heute Abend: Die “Intensiv-Station“, die Satire-Sendung von NDR Info, die endlich mal die Dinge beim Namen nennt, kommt heute Abend aus Rostock. Also, eigentlich war sie gestern in Rostock und knapp 200 Zuhörer waren bei der Aufzeichnung dabei – aber heute Abend wird das alles zu hören sein, ab 21:05 Uhr. Denn auf der Bühne ist mehr passiert als in eine Radiostunde reinpasst. Und das muss nun heute noch einer rausfrickeln.
Die ganze Schow ist selbstverständlich trotzdem ein einziger Höhepunkt mit der Kanzlerin, die endlich wieder aufgetaucht ist und nun die Steuerschätzung im Mai abwartet, mit Musiker Stefan Gwildis in einer Gastrolle beim Live-Hörspiel (als Lobbyist, der Margot Käßmann auf den fundamental-religiösen Pfad zurückführen lassen will) und Kabarettistin Lisa Fitz aus Bayern. Dazu spitze Texte von Thomas C. Breuer über Winterberichterstattung und andere Katastrophen. Im Live-Hörspiel zeigt die Geräuschemacherin, dass sie nicht nur kläffende Köter, sondern auch den Rostocker Hafen fast wie in echt nachmachen kann. Dieser fast-ganz-wie-live-Rückblick auf den bisher besten Monat des Jahres lässt ganz bestimmt keine Fragen offen.
Wenn einem der Bundespräsident auf dem Weg zum WC begegnet – und ein Zusammenstoß mit Hans-Olaf Henkel droht.
Begegnungen mit Prominenten, vielleicht sogar gemeinsame Erlebnisse mit berühmten und bekannten Herrschaften, zählen für manche Menschen ja zu den herausragenden und besonders erwähnenswerten Ereignissen in ihrer Biographie. Derartige Bedeutungen maßen die Teilnehmer der abendlichen Runde ihren ganz persönlichen Erlebnissen zwar nicht bei, trotzdem gab es gestern viel zu erzählen.
AL berichtete, dass er vor ein paar Tagen in der Buchhandlung beinahe Hans-Olaf Henkel über den Haufen gerannt hätte, immerhin auch ein “Commandeur” der Französischen Ehrenlegion. Herr Henkel sei wohl spät dran gewesen auf dem Weg zur Lesung, AL wiederum hatte es eilig, noch rechtzeitig aus dem Laden herauszukommen – und so hörte man kurz darauf an der Eingangstür Schuhsohlen quietschen. Wenns ganz blöd gelaufen wäre, hätte a) die Lesung wohl nicht mehr stattfinden und b) AL nur vom Krankenlager aus über dieses Missgeschick berichten können. Aber es ist ja nichts passiert.
Mir fiel daraufhin ein, dass ich mal den Bundespräsidenten getroffen habe , als ich in der Hochschule für Musik und Theater in Rostock auf dem Weg zu den Sanitäranlagen war. Ich wollte gerade die Tür aufdrücken, als von innen jemand den Griff herunterdrückte und die Tür aufstieß. Dort stand Horst Köhler, der gerade da her kam, wo auch Bundespräsidenten und Reporter zu Fuß hingehen. Wir wussten beide nicht, was wir sagen sollten, sahen uns für den Bruchteil einer Sekunde an, lächelten scheu und gingen dann unserer Wege.
AL erinnerte sich daraufhin, dass ihm Walter Momper mal auf den Fuß getreten sei. Wie schmerzhaft das war, darüber haben wir nicht mehr gesprochen.
“Es ändert sich im Prinzip nichts“, steht fettgedruckt im Anschreiben meines neuen Internet-Providers. Sein Firmenname ergibt, mathematisch interpretiert, die Summe 2, und ich habe ihn mir nicht ausgesucht. Er hat mein bisheriges Tor zum Netz gekauft und dann zum 1. Dezmeber 2009 die Macht an sich gerissen. Wenn Internetdienstanbieter Briefe verschicken, in denen steht, dass “im Prinzip” alles so bleibe, wie es ist, dann kann man wohl schon mal vom Gegenteil ausgehen. Das Drama hat bislang zwei Akte und passt damit ja zum Firmennamen.
Als ich Anfang Dezember wieder mal nach mehreren Tagen nach Hause kam, warf ich arglos den Rechner an und musste feststellen, dass sich im Prinzip nichts geändert hatte: Mails, Surfen und Pingen waren allerdings nicht mehr über meinen Router hinaus möglich. „Das Summe-2-Prinzip“ weiterlesen
Die Berichterstattung über das verheerende Erdbeben in Haiti bestimmt seit einer Woche die Aktuell-Sendungen der meisten Radio-Stationen. Wie kommen die Berichte aus dem und über das Erdbebengebiet ins Radio?
Schon kurz nach den ersten Eil-Meldungen über die verheerenden Erdstöße am vergangenen Dienstag gab es das erste Sammel-Angebot des zuständigen Studios “Mittelamerika”: “Von Michael Castritius, ARD-Studio Mexiko, bieten wir an: Schweres Erdbeben in Haiti BoE (ca 01’00) bis 01:00 Uhr im File Transfer”. Sammelangebote sind Korrespondentenbeiträge von standardisierter Länge, die per ARD-Netzwerk an alle Redaktionen verteilt werden. Es gibt sie für gewöhnlich in der Kombination “kurz und lang”. Kurz bedeutet ein maximal einminütiges Stück, in der Regel ohne O-Töne für die Nachrichten-Sendungen. Lang bedeutet: Ein Bericht von gut 2:30 Minuten mit mehreren O-Tönen. Für den ersten Beitrag zum Erdbeben hat der für diese Region zuständige rbb allerding einen BoE angekündigt, einen Bericht ohne Einblendungen, also ohne O-Töne – in diesem Fall eine andere Umschriebung für ein kurzses Sammel. Schließlich gab es zu diesem Zueitpunkt noch keine Augenzeugenberichte, Aussagen von Hilfsorganisationen und dergleichen.
Bei Ereignissen von diesem Ausmaß wie jetzt in Haiti ist das öffentliche Interesse an aktuellen Berichten über Hilfe für die Opfer, Rettungsarbeiten und weitere Folgen besonders groß. Deshalb bieten die ARD-Korrespondentenbüros in der Regel dann nicht nur die Sammel-Beiträge an, sondern stehen den Sendern auch in Live-Schaltungen Rede und Antwort über ihre Eindrücke, Erlebnisse, Recherchen. Die Disposition, welche Station wann zum Korrespondenten schalten kann, übernimmt die zuständige ARD-Welle, die auch den Korrespondenten gestellt hat. Im aktuellen Fall plant dies das info-radio vom rbb.
ARD-Sammelangebot für Hörfunkredaktionen. Weitere Einträge in der Liste sind unter anderem Sendeprotokolle anderer ARD-Wellen.
Die Live-Schaltungen nach Mexiko-Stadt laufen im Zehn-Minuten-Takt. Also zum Beispiel: 7:00-7:10 WDR2, 7:10-7:20 hr3, 7:20-7:30 Radio Eins und so weiter. Die Zahl dieser Live-Slots ist begrenzt. Deshalb stellen die Korrespondenten für alle anderen Stationen mehrmals täglich auch noch drei oder vier standardisierte, aufgezeichnete Antworten zur Verfügung. Diese können die Redaktionen dann anstelle von Berichten als Korrespondentengespräch senden. Dies hat zwei Gründe: 1.) Die Reporter können auf diese Weise entlastet werden, 2.) die Redaktionen können sich unterschiedlicher Darstellungsformen bedienen. Außerdem hat der rbb inzwischen längst Verstärkung ins Studio in Mexiko geschickt. Zwei zusätzliche Kollegen berichten von dort, während Reporter Michael Castritius in Haiti unterwegs ist.
Ausschnitt aus intern.tagesschau.de - dort gibt es eine Übersicht aller Auslandsstudios der ARD.
Vor allem für die Opfer und Rettungsmannschaften bedeuten das Erdbeben und die Tage und Wochen danach eine für uns unvorstellbare Belastung. Aber auch viele Reporter – vor allem in der Trümmerlandschaft – gehen in diesen Tagen an ihre Grenzen, um zu berichten.
Tiefste Winter in Norddeutschland, Schnewehen, gesperrte Autobahnen, ausufernde Sondersendungen im Fernsehen. Schneeballschlacht, verschneite Tannenwipfel, Kälte… und so weiter. Bei den Kollegen von “ndr kultur” war wohl aber gestern Nachmittag in einem – sicherlich als absolute Ausnahme anzusehenden – Fall keine Zeit für einen Blick aus dem mit Eisblumen verhangenen Studiofenster. Jedenfalls habe ich gegen 15:30 etwas lauter gedreht, weil ich mir nicht sicher war, ob ich mich vielleicht verhört haben könnte. Jedenfalls stellte man dort das allumfassende Gesamtwerk des legendären Trompeters Miles Davis vor. Es geht um 70 CDs, ein Booklet mit 250 Seite und überhaupt eine unüberschaubare Menge an Jazz, Funk, Bebop und was weiß ich noch. Lesen Sie die ersten Zeilen gern noch einmal und versuchen Sie dann, die Frage zu beantworten: “Welche Interpretation von Miles Davis war gestern auf ndr-kultur zu hören?”
Es hat ja ein bisschen geschneit in den vergangenen Tagen in Mecklenburg-Vorpommern – vor allem aber der Wind hat im Nordosten den Schnee an einigen Stellen zu bis zu 3 Meter hohen Wehen aufgetürmt. Zahlreiche Autos, teilweise auch Wagen vom Winterdienst und vom THW, stecken immer noch im Schnee fest, zum Beispiel in der Nähe von Christinenfeld.
Die Kollegen im Funkhaus hatten jede Menge zu tun, Beiträge von Reportern einzuplanen, die Nachrichten und vor allem die Verkehrsmeldungen immer auf dem aktuellen Stand zu halten und die vielen Anrufe der Hörerinnen und Hörer zu beantworten.
Insofern habe ich heute als Redakteur vom Dienst fürs Tagesprogramm nur die Nach-Schneewehen miterlebt – heute war der Tag, Danke zu sagen. Heute Vormittag hatten wir besonders viele Anrufer-O-Töne von Menschen aus allen Ecken des Landes im Programm, die sich bei Winter- und Rettungsdienst, beim Nachbarn mit Schneepflug, bei Feuerwehr, Polizei und THW für deren Sondereinsätze im Kampf gegen die Schneemassen bedankt haben. Abhören, schneiden, einplanen, mit Hörern Interviews aufzeichen – mann, da war ganz schön was zu tun. Und es ist jetzt erst kurz vor 12.
“Wo ist eigentlich mein USB-Stick?” fragte die Buchhändlerin meines besonderen Vertrauens vor einigen Tagen und fügte klagend hinzu: “Ich habe schon überall gesucht!” Dazu muss man wissen, dass der Speicherstift zuletzt an meinem Rechner gesehen wurde, als wir gerade eine Hausarbeit darauf speicherten. Dann gab es noch eine kurze Sichtung am Kassentresen im Buchladen. Seitdem fehlte von dem kleinen, schwarzen Riegel jede Spur. Damals hatte ich den Stick seiner Eigentümerin zurückgegeben, als ich sie kurz mitten im Verkaufstrubel aufgesucht hatte.
“Ich habe schon alle Rucksäche durchwühlt. Und Taschen. Und Jacken. Und Jackentaschen!”, zählte die Buchhändlerin auf. Selbstverständlich habe ich keinen blassen Schimmer, wo Buchhändlerinnen, und ganz besonders diese, ihre Speichermedien so zu verwahren pflegen. Ich ahnte allerdings, dass es dafür – wenn überhaupt – nur eine höchst unpraktische Systematik gibt. Wir arbeiten seit Jahren an einem ganz ähnlichen Problem mit Haustür- und Wohnungsschlüsseln… Sie verstehen.
So sagte ich also, einfach nur, weil mir nichts besseres einfiel: “Und hast du auch in dem kleinen Lederrucksack nachgesehen, den du manchmal benutzt?” – “Also da ist der USB-Stick nun wirklich ganz bestimmt nicht drin”, gab man mir barsch zurück. An dieser Stelle ist klar, wie die Geschichte ausgeht. Ich möchte trotzdem noch ein bisschen weiter erzählen, weil dies eine wunderbare Möglichkeit ist, meinen wenn auch späten Triumph auszukosten. „Stick-matisiert“ weiterlesen
Das ist wohl so etwas wie eine Hardware-Firewall: Eigentlich könnte ich heute auch den ganzen Abend alte Alf-Folgen ansehen, Videos finden sich an vielen Ecken. Der Anlass: Morgen, 5. Januar, ist Jahrestag. Vor 22 Jahren hatte der pelzige Außerirdische seinen ersten Auftritt im deutschen Fernsehen. 1988 krachte Alf mit seinem Raumschiff im ZDF ins Garagendach der Tanners. Was habe ich die Dienstage und später die Freitage herbeigesehnt, um Gordon Shumways Abenteuer miterleben zu können…
Zum Jahrestag haben wir für die Frühshow morgen mal was vorbereitet. Und das Stöbern in alten Folgen macht Lust, sich die dummen Sprüche des Katzenfressers noch mal anzuhören und anzusehen.
Das geht hier aber eben nur eigentlich, denn auf meinem Monitor sehe ich vor allem eines: hellblaue und weiße Rechtecke in filligranem Muster. Dahinter erkenne ich schemenhaft das Textfeld, in das ich gerade tippe. Mit anderen Worten: Die Grafikkarte im Laptop hat ne Macke – endgültig. Aus dem vereinzelten divenhaften digitalen Rumgezicke ist nun ein chronisches Speicher-Leiden geworden. Ausgerechnet heute, wo doch heute früh schon die Öllampe im Auto leuchtete, die Tankleuchte mahnend flackerte und die Scheibenwaschanlage eingefroren war…
Aber bei Alf war ja Null Problemo auch nur ein Euphemismus für “ganz große Katastrophe”….