Jubel, Sektdusche, Konfettiregen. Diesen Blog gibt es heute seit 1000 Tagen. Der erste Beitrag hier erschien am 28. Dezember 2005.
Schlagwort: Tagebuch
Frohe Weihnachten
Komisch: Ich habe doch nur ein paar Kerzen angezündet, weil die Tage wieder kürzer werden. Aber aus Gründen, die ich mir nicht erklären kann, verursacht das warme Licht der Flammen im Wohnzimmer in mir so eine eigenartige Vorfreude auf Weihnachten. Unheimlich. Bin eben doch ein emotionaler Mensch, wa? Vielleicht liegts auch daran, dass es heute, 15. September, noch genau 100 Tage bis Weihnachten sind – oder daran, dass die Supermärkte schon vollgestellt wurden mit Lebkuchen und anderem Gedöns. Ach, wie auch immer – ich hoffe, ich werde diese Festtagsstimmung noch mal los. Mir ist die in der Adventszeit jedenfalls viel lieber.
Der kürzeste Interview-Termin
Also, das ist doch seltsam. Da verabredet man sich am Vormittag zu einen Interviewtermin mit der Urlaubsvertretung des Pressesprechers und radelt also vier Stunden später durch die sengende Hitze zum verabredeten Ort, nur um dort dann die Urlaubsvertretung zu treffen, die einem die private Telefonnummer des eigentlichen Pressesprechers in die Hand drückt, weil es besser sei, wenn dieser meine Fragen zu dieser und jener delikaten Angelegenheit selbst beantwortet (dass ich die Telefonnummer schon längst hatte, seit Jahren, um genau zu sein, setzt dem ganzen dann noch die Krone auf).
Aber mit den Radio-Fredis kann man’s ja machen… Bin ich eben wieder von dannen geradelt. Dieser Interviewtermin war nach zehn Sekunden beendet und geht als kürzester in meine bisherige berufliche Geschichte ein.
Wenigstens war der echte Sprecher dannn auch tatsächlich zu erreichen und mitteilungsfreudig.
Vorher, nachher
Es musste sein, ich konnte so nicht weiterleben. Ich musste mal ganz dringend aufräumen. Der geneigte Leser mag sich beim Betrachten dieses Bildes, entstanden direkt vor Beginn der, ahem, Abbruch-Arbeiten, einen Eindruck von der Notwendigkeit entschiedener Umstrukturierungen in meinem Arbeitszimmer überzeugen.

Wo war doch gleich…? Kreuz und quer im Büroregal. So konnte und durfte es nicht weitergehen. Jahrelang angestaute Unordnung sollte beseitigt werden.
Jahrelang hatte sich dieses Chaos angestaut. Hier ein Ordner, da eine Sammelmappe, hier ein Postkorb, dazwischen auch noch Bücher und viel Luft. Scheußlich. Und so sah es eigentlich im gesamten Raum aus. Sah, denn mit einem Stapel von über 30 großen und kleinen Kisten, dem Mut zum Wegschmeißen und Neusortieren und dem unbeugbaren Willen, es diesmal tatsächlich anzupacken, habe ich hier einiges verändert, wie der Vorher-Nachher-Vergelich beweist.

Ah, da ist ja…! Briefpapier, das Minidisc-Archiv, Fotoalben und so vieles mehr haben jetzt Platz in beschrifteten Kisten und Kartons.
Frühjahrsputz im Regal – das dauert, vor allem das Sortieren von so vielen Unterlagen. Ich habe drei Nächte bis 3 oder 4 Uhr morgens daran gesessen, um den Neustart des Regals einzuleiten. Und was ich dabei alles wiedergefunden habe! Meine Uni-Bibliothekskarte, heureka. Gleich morgen werde ich hinfahren und mich als Gastleser freischalten lassen. Herrlich!
Sprecherkabine
Für einen Beitrag über eine Razzia in der Drogenszene von Güstrow musste es gestern am Abend schnell gehen. Ich war nicht mehr im Studio und habe deshalb mit Hilfe von drei Sofakissen und einer alten Decke im Wohnzimmer eine Sprecherkabine aufgebaut. Da:
Gepolsterter Klang: Meine improvisierte Sprecherkabine rund ums Notebook. Ja, das sah bestimmt doof aus, als ich da hineingekrochen bin.
Es dürfte in etwa so ausgesehen haben wie bei Fotografen, die historische Apparate benutzen und ihren Kopf unter ein schwarzes Tuch stecken.
Dieses Abpolstern ist nötig, weil sonst schlicht viel zuviel Raumhall die Aufnahme versaut. Nicht umsonst sind ja auch Studios an den Wänden gut gepolstert. Beitrag schnell geschnitten und ans Funkhaus übermittelt, klang ganz gut.
Neustart deluxe
Heute schon weiß icgh, was ich am Wochenende machen werde: Ich werde meinen Rechner neu aufsetzen dürfen. Aber ich bin gar nicht zornig, nein, nein. Denn diese Windows-XP-Installation hat fast vier Jahre durchgehalten. Ich habe sie gehegt und gepflegt, gehätschelt und getätschelt. Aber jetzt will das System einfach nicht mehr. Es ist alt, so scheint es mir. Innerlich verfallen und ausgehölt. Alles geht nur noch ganz langtsam. Auf das Runterfahren habe ich eben sieben Minuten gewartet. Software deinstallieren geht nicht mehr, Programmstarts dauern eine halbe Ewigkeit – Dateien verschieben dauert auch so lange. Manche Anwendungen lassen sich nicht nmehr starten. Und das alles fing gestern an, als plötzlich die Schriftarten durcheinander geschwurbelt wurden. Alles war auf einmal in Schreibschrift zu lesen. Sehr schick, zweifellos, aber kaum zu entziffern.. Systemwiederherstellung, Registry aufräumen, es hat alles nichts genützt.
Ich sitze an einem Pflegefall von einem PC, nachdem er seit tatsächlich fast vier Jahren klaglos gerechnet und geschuftet hat. Ich werde ihm mit einem gut geplanten Backup aller wichtigen Mail- und sonstigen Daten, einem gezielt zusammengetragenen Softwarestapel, allen notwendigen Passwörtern und Seriennummern, einem riesigen Becher Kaffee (oder besser: einer Bierflasche identischer Füllmenge) in der Hand ganz planmäßig nueues Lebeneinhauchen.
Das wird sicherlich alles ganz problemlos funktionieren. Falls nicht, kann ich ja mal wieder ein Buch lesen….
Die ungewöhlich vielen Tippfehler in diesem Text sind bitte zu entschuldigen. Es ist nämlich eine ZUmutung, sie verbessern zu wolen, denn der Cursor macht da nicht mehr so mit. Er hüpft immer nur mal ab und zu hinund her. Auch er kann nicht mehr. Was für ein Jammer.
Nun denn. Neustart deluxe – demnächst an diesem Schreibtisch. Es kann sich nur um Tage handeln.
Bitte klingeln
Warum klingelt eigentlich niemand? Heute ist wieder so ein Tag (die Handwerker sind da, in diesem Falle Maler), an dem sich der Klingelknopf neben meiner Wohnungstür wahrlich bezahlt machen würde. Sogar ein kleines Glöckchen ist in der Fabrik auf den Kipp-Schalter gestanztworden. Aber niemand benutzt ihn. Die Maler nicht, und auch die Nachbarin von unten nicht. Das war schon bei den vergangen Handwerkerbesuchen so. Alle klopfen gegen die Tür. Warum? Was ist besser an einem zarten Pochen im Vergleich zu einem markerschütternden Gejaule aus der vergilbten Quäke neben dem Sicherungskasten im Flur?
Der nächste, der hier klopft, der kann sich was anhören – und zwar dass und wie meine Türklingel funktioniert.
Abgekoppelt
Ich habe die schlimmsten Minuten meines noch so jungen Lebens hinter mir: Mein DSL-Modem-Router hatte den Geist aufgegeben – nach drei Jahren treuen Dienstes wollte keines der vielen grünen Lämpchen mehr leuchten. Heute, als ich beim Frühdienst im Studio weilte, muss es passiert sein. Vielleicht noch ein letztes Flackern und Flimmern, ein digitales Aufbäumen im Todeskampf sozusagen, und dann ist er für immer ausgegangen – vermutlich mit einem kaum zu vernehmenden Britzeln irgendwo da drin in seinem inzwischen kalten grauen Kasten.
Ich war abgekoppelt vom Netz der Netze und deshalb geschockt und trotzig. Ach, ich halte das auch mal ein paar Tage so aus, habe ich mir gedacht. So ganz ohne Internet. Wird schon gehen, lese ich eben mal ein Buch. Hat nicht geklappt. Nach drei Minuten wurde ich unruhig. Ich hatte schließlich schon seit Ewigkeiten kein Buch mehr in der Hand gehabt. Ich war total überfordert: Wo stellt man die Schrift größer, kann man denn gar keine Plugins installieren und vor allem: Wo klickt man, um umzublättern.
Das war mir dann zu doof. Ich bin in die nächstebeste Elektronik-Klitsche gelaufen und habe mir einen neuen grauen Kasten gekauft. Und noch einen. Denn Modem und Router in einem, das gabs da nicht. Und siehe da: Es funktioniert alles – nach nur zehn Minuten Fummelei und ein bisschen Netzwerk-Konfiguration. Herrlich. Happy End. Viel schneller als in diesen altmodischen Büchern.
Ächz, jammer, stöhn
Wie kann es eigentlich angehen, dass man im linken Oberschenkel, hinten, Muskelkater hat, nachdem man am Abend vorher als Rechtshänder Bowling gespielt hat?