So viele Wähler können doch nicht irren. Das Ergebnis der Parlamentswahl in Nordkorea liegt vor: Demnach haben alle 687 Kandidaten, die jetzt wieder in die Oberste Volksversammlung einziehen, jeweils 100 Prozent der Stimmen erhalten. Keine einzige Gegenstimme. Ist das nicht schön? Nein.
Verwarnt
Im Fall der jahrelang misshandelten Lea-Marie aus Teterow hat das Amtsgericht Güstrow heute eine ehemalige Mitarbeiterin des Jugendamtes zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt. Die Frau muss den Betrag von zusammen 5000 Euro nur dann zahlen, wenn sie sich innerhalb eines Jahres etwas zuschulden kommen lässt. Unabhängig davon muss die 56-Jährige dem Mädchen 2000 Euro zahlen. Die Frau habe eine fahrlässige Körperverletzung durch Unterlassen begangen, urteilte das Gericht und verwarnte die Angeklagte.
Die eigene Mutter hatte ihre Tochter Lea-Marie mit heißem Wasser übergossen und dem Kind immer wieder Essigessenz und Kalkreiniger eingeflößt. Sie habe auf diese Weise Geld von einer Versicherung kassieren wollen. Lea-Marie wird ihr Leben lang an den Folgen leiden. Sie lebt inzwischen bei einer Pflegefamilie. Die Mutter wurde bereits zu neun Jahren Gefängnis verurteilt.
In der Urteilsbegründung hieß es, die Jugendamtsmitarbeitern hätte das Leiden des Mädchens abkürzen können, wenn sie den Hinweis einer Ärztin auf die Verletzungen des Kindes ordnungsgemäß an ihre Kollegen weitergeleitet hätte oder wenn sie sich selbst für das Kind eingesetzt hätte. Allerdings treffe auch die Ärzte eine Mitschuld. Rund 30 Mal hatte die Mutter ihre Tochter mit Verätzungen in Mund, Rachen und Speiseröhre in Krankenhäuser gebracht. Die Ärzte hätten unter anderem viel zu spät Rechtsmediziner eingeschaltet.
Die Mutter war mit ihrem verletzten Kind immer wieder zu anderen Kliniken gefahren, um wenig Verdacht zu erregen.
PS: Ich selbst war nicht im Gericht – denn ich arbeite jetzt ja in Schwerin. Darüber berichte ich bald mal mehr.
Porträts aus dem Kongo
Vor ein paar Tagen habe ich schon mal in einem Nebensatz auf das Foto-Blog “The big picture” hingewiesen. Die Zeitung “The Boston Globe” veröffentlicht dort nahezu täglich Presseagentur-Bilder aus allen Ecken der Erde. Heute gibt es dort Bilder aus dem Kongo zu sehen, wo seit Jahren Bürgerkrieg herrscht. Truppen aus den Nachbarlandändern Uganda und Ruanda sind jetzt nach einem Hilferuf der kongolesischen Regierung in das Land eingerückt, um mehrere Rebellenarmeen zurückzudrängen und zu zerschlagen. Außerdem ist eine UN-Friedenstruppe im Kongo stationiert.
Unter dem bewaffneten Konlikt leidet vor allem die Bevölkerung. Fotograf Finbarr O’Reilly von der Agentur Reuters hat in der Demokratischen Republik (wie sie offiziell heißt) Kongo Fotos in Flüchtlingslagern, in einermWaisenhaus und von den dort kämpfenden Soldaten und Rebellen gemacht. The Big Picture hat daraus eine beeindruckende Foto-Reportage mit 38 Aufnahmen zusammengestellt: Porträts von Akteuren und Opfern.
“The Big Picture” habe ich vor einigen Tagen auch in meine Blogroll hier rechts aufgenommen
Bis Ostern
Auf gehts, beziehungsweise auf hörts: 7 Wochen lang Verzicht. Ich bin dabei. Viel zu hoher Konsum von süßem Backwerk und feinen “Chocoladen” haben mir die Wahl in diesem Jahr leicht gemacht: Bis Ostern gibts nix Süßes , dafür mehr Obst und Gemüse. Am Anfang steht natürlich der Ehrgeiz, auch ansonsten viel vernünftiger zu leben, Stichwort Bewegung und Ernährung. Mal sehen, was davon am 12. April noch übrig ist.
Lost & Found
Im Jahr 2002 habe ich mir einen USB-Stick gekauft. Zum ersten Mal in meinem Leben. 256 Megabyte in einem blauen Plastikriegel. Die Aufsteckhülle für den Stecker, ein blaues kleines Hütchen, hatte ich wenige Tage später verbummelt, verloren, vergessen. Bis gerade eben. Dazu muss man wissen, dass ich heute aus diversen Gründen, die hier nichts zur Sache tun, eine recht alte Jeans-Hose trage. Schwarz – und eine Nummer zu weit. Aber in der kleinen Extratasche rechts ertastete ich soeben: das kleine blaue Hütchen.
Wie lange mag es dort gesteckt haben, wie oft in der Waschmaschine im Schleudergang jämmerlich auf Erlösung gehofft haben – und warum habe ich es dort nicht schon längst mal entdeckt? Antworten wird es nie geben.
Verdammt. Wo soll ich bloß mit Belanglosigkeiten wie diesen hin? Ich muss wohl doch anfangen zu twittern.
Lübeck-Album
Lübeck mal wieder – das Wochenende bescherte mir einen abwechslungsreichen Besuch in der Heimat, in diesem Fall als Reiseleiter. Beweisfotos:


Buch-Haltung

Tuning-Messe
Es ist ein bisschen wie Lego, aber nur ein bisschen. Vielleicht doch eher wie ein Metallbaukasten: An allen Ecken und Enden kann man was Zusätzliches anschrauben oder einfach nur dazustecken: So entsteht aus einem simplen Auto mit zwei Achsen ein ferngesteuertes, motorisiertes Multitool mit Anhänger, Schaufeln, aufklappbarem Verdeck, Seilwinde, Servolenkung und Beleuchtung – in der digitalen Welt ist so ewtas dann ein Weblog mit Plugins.
Denn wie in der Welt der Baukästen ist es in etwa auch mit WordPress und anderen Blog- oder Content-Management-Systemen: Das Installationspaket besteht aus Chassis und zwei Achsen – und das darf man selbst ausbauen, je nachdem, auf welche Zusatzfunktionen man Wert legt. “Tunen” sozusagen, um ein weiteres, griffiges Bild zur Erläuterung zu benutzen. Dieses WordPress-Tunen geschieht mit Plugins, kleinen zusätzlichen Skripten, die sich in das System integrieren lassen.
Was im Fall von Neuwagen Sportpaket und Tempomat sind und bei klapprigen Modellen jugendlicher Autofahrer breite Puschen und verchromter Auspuff, heißt im Fall von WordPress zum Beispiel “Flexi Pages Widget” oder “Limit Login Attempts”. An der Nordsee hat man gerade eine aktuelle Liste der dort aktiven Plugins veröffentlicht – da veranstalte ich hier auch mal eine kleine Tuning-Messe – spärlich bekleidete Damen, die sich illustrierend auf hochglänzend polierten Links räkeln kommen leider nicht zum Einsatz. In krisengeschwängerten Zeiten wie diesen wäre das auch gar nicht möglich, nicht wahr… Ich schweife ab. „Tuning-Messe“ weiterlesen
Allein, allein

“Allein, allein”, der Song mit dem charakteristischen Laien-Chor-Gesang im Hintergrund, hat der Band zum Durchbruch verholfen. Das Lied läuft auf wirklich nahezu allen Radio-Stationen. Weil die Band “Polarkreis 18” so viele Platten von ihrem Album “The color of snow” verkauft hat, ist sie auch für den Echo, also den deutschen Musikpreis, nominiert – und zwar in der Kategorie “Bestes Video national”.
Die Band aus Dresden hat gerade ihre Deutschland-Tournee begonnen. Rostock war die zweite Station. In weißen Anzügen, „Allein, allein“ weiterlesen