Sortiert

Urlaub ist Blogtuning-Zeit, schrieb ich in einem meiner jüngsten Kommentare zu meinem eigenen Artikel. Deshalb habe ich heute die Zeit genutzt und ein wenig sortiert:

  • Ein Plugin, das entgegen seiner Versprechen den Seitenaufbau ausbremste, habe ich nun seinerseits ausgebremst
  • Die Liste der Schlagwörter, mit denen alle Artikel eingeordnet werden, war schon fast 600 Einträge stark. Das nützt niemandem. Ich habe die Tags zusammengefasst und viele weggeschmissen. Übrig sind jetzt noch immer genug: Gut 320 Schlagwörter. Dazu auch gleich die Schlagwort-Wolke rechts neu eingerichtet: Sie gibt jetzt mit jedem Seitenaufruf zufällig ein paar andere Tags an
  • In den beiden Sidebars habe ich einige Features abgeschaltet oder verkleinert: Die Liste der neuesten Beiträge ist verschwunden, weil man die neuesten Beiträge ja sowieso auf der Startseite sieht. Im Rückblick “anno dazumal” sind jetzt Texte zu sehen, die drei Jahre alte sind (bisher waren Artikel aus drei verschiedenen Jahren zu sehen). Die Liste der am meisten gelesenen Artikel zeigt jetzt die Tages-Charts und nicht mehr die Ergebnisse der zurückliegenden sieben Tage an
  • In der Link-Liste einen neuen Blog eingetragen: The Big Picture. Die Unterseite des Boston Globe präsentiert täglich thematisch geordnet Fotos von Nachrichtenagenturen. Beeindruckende Aufnahmen von Profi-Fotografen aus allen Ecken der Welt. Aktuell sind gerade Fotos von einer Feier in Tibet und von den Buschfeuern in Australien zu sehen
  • Und dann noch dies: Weil Mit-Autor Carsten Schmidt auf absehbare Zeit nicht wieder nach China fahren kann – und deshalb jetzt wieder in Deutschland arbeitet –  gibt es leider vorerst auch keine neuen Beiträge von ihm.

Viel Spaß auf kohlhof.de!

Veränderungen

Heute ist mein letzter Arbeitstag als Radioreporter im NDR-Ostseestudio in Rostock. Nach 11 Tagen Resturlaub werde ich ab 2. März für die Magazinredaktion von ndr1 Radio MV in Schwerin arbeiten.

Ich habe fast sechs Jahre lang im Studio in Rostock gearbeitet, hauptsächlich für ndr1 Radio MV, aber auch für andere NDR-Wellen und öffentlich-rechtliche Anstalten. Da kommt einiges an Themen zusammen. Hier eine kleine Auswahl an Beiträgen, die mir in Erinnerung geblieben sind, weil die Themen entweder besonders bewegend, beeindruckend, weitreichend, wichtig, erschütternd oder unterhaltend waren. „Veränderungen“ weiterlesen

Unprofessionelles Amtsgericht

Gestern hat am Amtsgericht Güstrow der Prozess gegen eine Mitarbeiterin des Jugendamtes im Kreis begonnen. Die Berichterstattung über den erschütternden Fall war aber nicht ganz einfach.

Die Anklage wirft der Frau vor, die konkrete telefonische Warnung einer Ärztin über ein misshandeltes Mädchen aus Teterow nicht ordnungsgemäß an eine zuständige Kollegin weitergeleitet zu haben. Die Frau hatte die Notiz auf einem Zettel auf den Schreibtisch ihrer Kollegin gelegt, das Blatt verschwand, niemand ging noch einmal dem Hinweis nach.

Im Laufe des ersten Prozesstages wurde deutlich, dass es im Jugendamt des Kreises Güstrow offenbar keine klaren Regeln gab, wie mit einem Hinweis auf misshandelte Kinder überhaupt umzugehen sei.

Besonders erschütternd in diesem Zusammenhang ist vor allem, dass das Mädchen drei Jahre lang von der eigenen Mutter gefoltert worden war und diese Quälerei so lange ohne Konsequenzen für die Mutter blieb. Laut Staatsanwaltschaft hätte das Leiden des Mädchens erheblich verkürzt werden können, wenn die Jugendamtsmitarbeiterin richtig gehandelt hätte. Das ist nicht passiert – Lea-Marie musste immer wieder Kalkreiniger und Essigessenz trinken. Die Mutter hatte unter anderem immer wieder andere Ärzte und Kliniken besucht, um wenig Misstrauen zu erwecken. Die Mediziner hatten immer wieder erhebliche und teilweise auch lebensgefährliche Verletzungen und Verätzungen im Mund und in der Speiseröhre entdeckt. Außerdem auch Verbrühungen auf den Oberschenkeln des Kindes. Die Mutter hatte ihre Tochter mit heißem Wasser übergossen – unter anderem, um Geld von einer Versicherung zu kassieren.

Lea-Marie lebt inzwischen wohlbehütet bei einer Pflegefamilie, sagte ihr Anwalt am Rande des Prozesses. Das Mädchen wird lebenslang immer wieder an der Speiseröhre operiert werden müssen. Die Mutter des Kindes wurde vor einiger Zeit bereits zu neun Jahren Gefängnis verurteilt.

Der Prozess damals am Landgericht hatte großes öffentliches Interesse erregt. Das Gericht in Rostock ging damit gewohnt professionell um: Mit einer Anmeldeliste für Journalisten, reservierten Sitzplätzen für Reporter und Presseinformationen über die Termine im Prozess.

Im Amtsgericht in Güstrow hat man von professioneller Vorbereitung auf Verhandlungstermine von größerem Interesse keine Ahnung und lässt auch in keiner Weise erkennen, dass man dies jemals ändern will. „Unprofessionelles Amtsgericht“ weiterlesen

Automatisch

Dies ist jetzt wieder so ein Beitrag aus der Rubrik: Hinter den Kulissen von kohlhof.de. Die Blogsoftware WordPress soll sich ab der jetzt laufenden Version 2.7 die Fähigkeit haben, sich selbst auf den neuesten Stand zu bringen. Dateien per FTP löschen, neues gezipptes Paket herunterladen, entpacken, hochladen… das soll nun nicht mehr nötig sein. „Automatisch“ weiterlesen

Freeware für Geld

Die Ostseezeitung meldet auf ihrer Intenetseite (der Artikel ist hier vorerst auch für Nicht-Abonnenten sichtbar) heute Abend vorab, dass sie morgen über eine dreiste Abzocke im Internet berichtet. Ein Mann aus dem Stadtteil Lütten Klein habe auf seiner Seite Software, die eigentlich kostenlos ist, gegen eine Anmelde-Gebühr von 34,95 Euro zum Download angeboten. Darunter unter anderem der Browser Firefox, der Mailclient Thunderbird und der CD-Ripper Audiograbber.

Die Internetseite gibt es noch – der auch in der Meldung erwähnte  Betreiber residiert jetzt laut Impressum in Güstrow. Tatsächlich bietet er auf seiner Seite Software an und gibt sogar an, dass es sich um Freeware handelt. So gibt es in der jeweiligen Beschreibung sogar einen Link auf die Definition von Freeware bei wikipedia, wo es unter anderem heißt:

“Typische Vertragsbedingungen vom Autor sind etwa, dass die Verbreitung gegen ein Entgelt untersagt ist oder die Nutzung nur für Privatpersonen kostenlos ist, d.h. der Einsatz im kommerziellen Umfeld bedarf einer Lizenzgebühr.”

Angeblich sind viele Internetnutzer in diese Freeware-Falle gegangen. Das ist kaum nachzuvollziehen. Nun gut, die Seite sieht professionell aus. Aber wie landet man auf so einer Seite? Selbst wenn man Audiograbber sucht, ist der dritte google-Treffer gleich die Homepage des Programms. Und wer zahlt 35 Euro, um Freeware downloaden zu können?

Die Programm, die dort zum Download bereitstehen, sollen der OZ zufolge auch persönliche Daten abfragen. Der Browser sei außerdem derart manipuliert, dass er die online-Seiten von Verbraucherschutzorganisationen nicht abrufen kann.

Lübeck intensiv

Ein Wochenendbesuch in Lübeck, wie er besser nicht sein kann: Ein verspätetes Weihnachtsgeschenk bescherte mir die Gelegenheit, nunmehr sämtliche Langspielplatten und Singles im Familienbestand zu digitalisieren… bzw. damit zu beginnen. Was mit dem schlichten Anschließen eines silbernen Kästchens anfing, entpuppt sich nun als die sprichwörtliche Wissenschaft für sich. Musik des Tages in diesem Zusammenhang: Alles von Herb Alpert & the Tijuana Brass im Allgemeinen und im Besonderen “Walk Don’t Run“. „Lübeck intensiv“ weiterlesen

Klickibuntiwinkewinke

“Jetzt gehts weiter mit (Fügen-Sie-eine-beliebigen-Pop-Rock-Elektro-oder-sonstwas-Song-aus-den-Charts-oder-anderen-Listen-hier-ein).” Das macht der Moderator des Webradios, das ich gerade höre, nun schon seit einer halben Stunde. Es ist ein weiterer Beweis dafür, dass das gar nicht so einfach ist mit dem Radio machen. Ich versuche, das nicht so klingen zu lassen, als säße ich auf dem hohen Ross und hätte Vergnügen daran, mich über Hobby-Radio-Leute lustig zu machen. Viele Webradios kommen aber übers Musik-Spielen nicht hinaus. Und selbst das Ankündigen von Titeln wirkt unbeholfen. Das ist vielen Stammhörern aber egal. Denen sind andere Dinge wichtig. Ein hübscher Chat zum Beispiel, in dem man sich parallel zum Programm vor allem gegenseitig mit bunt blinkenden Grafiken bewerfen kann.

radiowebchat
Webchat eines Internetradios: Reizüberflutung mit Winke-Winke-Smileys

Für mich ist das nichts. Ich verstehe auch nicht, warum manches Webradio einen hochauflösenden Video-Stream bracht, in dem man der Person am Mikrofon beim Rauchen zusehen kann – und wie sie an einem viel zu kleinen unbequemen Baumarktschreibtisch sitzt, im Hintergrund ne blau geplosterte Couch und eine welke Topfpflanze auf dem gekachelten Tisch davor.

Während ich so den “Chat-verlassen”-Knopf suchte und in dem Gewimmel auch schließlich fand, fiel mir Radio Plusquamperfekt wieder ein. Kein Chat, keine Cam, kein blinkendes, quietschendes Layout. Aber auch kein einziges gesprochenes Wort. Damit kann man es eigentlich nicht mehr Radio nennen, wohl eher Musikabspielstation. Aber die Idee zur Musik-Auswahl ist gut: Musik von vorgestern. Das ist vor allem etwas vollkommen anderes als die dreitausendste Hitradio-Kopie und dabei noch gut eingestellter Klang.

Bunt

Bunte Quadrate
Um noch einmal über Weihnachten zu sprechen: Das hier ist Teil des besten Geschenks, das ich vor knapp einem Monat bekommen habe: 144 kleine bunte Holzquadrate, die mit einem Magnet-Plättchen versehen sind und so auf einer Quadratischen matt-schwarzen Metallplatte sitzen. Der glückliche Besitzer kann daraus farbenfrohe Muster basteln. Ich mags bunt, ich mag regelmäßig wiederkehrende Formen. Perfekt. Mehr Infos bei playart.de. Foto: Christian Kohlhof

Leck im Dach

Kuck an, wie doch die Zeit vergeht. Es ist schon zwei Jahre her, dass die Renovierungsarbeiten an dem Haus, in dem ich wohne, begonnen haben. Selbstverständlich sind die längst beendet, die Wäremdämmung rundherum ist auch ein Segen – ein neu eingebautes Dachfenster macht aber immer noch Sorgen. Oder ist es doch irgendeine Isolierungsfolie, die irgendwer irgendwann falsch verlegt hat? Jedenfalls: Die Handwerker sind wieder da. Das ist schön und war so zunächst mal wieder nicht zu erwarten. Denn die bisherige Hausverwaltung wollte gar nicht glauben, dass es in meinem Küchendach ein Leck gibt. Als es im Dezember anfing zu tröpfeln, schrieb ich dem guten Mann vom Verwaltungsbüro eine Mail.

Als Antwort auf die Nachricht vom tropfenden Dach bekam ich den Ratschlag, mir im Büro zu den üblichen Öffnungszeiten Hinweise über richtiges Heizen und Lüften abzuholen, da es sich nur um Kondenswasser handeln könne, was da aus der Decke in meine Küche rinnt. Das war eine bemerkenswerte Analyse, ohne die Leckage in Augenschein genommen zu haben. Tatsächlich überrascht eine Antwort wie diese auch nicht, schließlich fiel das Verwaltungsbüro bislang vor allem dadurch auf, dass es Briefe an die Mieter verschickte, die nicht unterschrieben waren. Stattdessen las man dort den Hinweis, dass das Schriftstück maschinell erstellt worden sei und deshalb keine Unterschrift trage.

Da stellt man sich selbstverständlich sofort die apokalyptische Menge an Briefverkehr vor, die in einer Hausverwaltung täglich anfällt. Vor allem aber auch die gigantische Druckerei, in der Nebenkostenabrechnungen und Fernanalysen über Dachleckagen im Akkord gedruckt, gefaltet, eingetütet, versiegelt und auch noch versendet werden. Was für ein gigantisches Unternehmen muss das sein. Beeindruckend, nicht wahr? Ja. Und die viele Arbeit, die man als Verwalter sonst noch so hat, jedenfalls so viel, dass man nicht mal genug Zeit hat, Briefe zu unterschreiben. Man muss ja schon die ganze Zeit am Schreibtisch sitzen und Ferndiagnosen stellen. Dafür hat der gute Mann nun noch ein bisschen mehr Zeit. Dieses Haus jedenfalls wird seit Anfang des Jahres von einem anderen Unternehmen betreut.

Vielleicht ist das auch der Grund, dass in der vergangenen Woche doch mal der Bauleiter Küche, Leck und Stockflecken in Augenschein nahm. Seine Diagnose: Da sammelt sich Kondenswasser, allerdings irgendwo in der Isolierung – und deshalb muss nun also genau gesucht werden, wo denn der Fehler zwischen Dach und Küche liegt.

Was heute früh um kurz nach 7:30 Uhr mit einem sozusagen chirurgischen Schnitt in eine Rigipsplatte begonnen hat, hat inzwischen die Ausmaße einer fachgerechten Amputation. Mit einer Hand-Kreissäge hat der freundliche Mann vom Bauunternehmen lange Streifen aus der Rigipsdecke herausgeschnitten auf der Suche nach dem Leck. Irgendwo an einem der Holzbalken oder an der Naht entlang der Außenwand muss das Loch in der Isolation doch zu finden sein.

Ein Ende ist bislang nicht abzusehen, aber der Mann vom Bau hat schon mal geflucht, wie ärgerlich es doch sei, die “Scheiße von anderen Leuten ausbessern” zu müssen. Ich versuche, die Laune mit frischem Kaffee aufrecht zu erhalten. Inzwischen staune ich wieder über die Menge feinsten Gips-Staubes, die zwangsläufig entsteht, wenn die Scheiße von anderen Leuten augebessert werden muss. Bis 16:15 Uhr, zum Feierabend, soll das Problem gelöst sein. Mir ist jetzt schon klar, dass ein weiterer Termin nötig sein wird. Schließlich muss ja auch noch ein Maler die Narben in der Decke wieder kaschieren.

Disclaimer: Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich bin froh, dass der Mann da ist und sich so gewissenhaft auf die Suche nach dem Leck macht.