Glücksvögel

Einen entscheidenden Vorteil hat die tägliche Reiserei quer durchs Land ja: Jeden Morgen sehe ich derzeit Kraniche in großen und kleinen Gruppen majestätisch am Frühlingshimmel von Mecklenburg-Vorpommern schweben. Ein paar Artgenossen im grauen Federkleid stehen derweil auf den schon saftig grünen Feldern, wo die ersten zarten Pflänzchen sprießen und picken mit ihren langen Schnäbeln seelenruhig, wie es scheint, nach Futter. Ich staune immer wieder, wie groß diese Vögel doch wirken. Daneben sehen selbst manche Rehe, die jetzt im Frühling besonders gut zu entdecken sind, eher winzig aus. Mecklenburg-Vorpommern, Naturland Nummer eins. Und dann meldet der Müritz-Nationalparkauch noch, dass die ersten Fischadler aus ihren Winterquartieren im Süden zurückgekehrt sind. Die Abwanderung scheint vorerst also gestoppt – in einigen Bereichen. Bird-Drain ist das Stichwort …

Nandus

Eben auf der Fahrt von Lübeck nach Rostock am Rande der A20 gesehen: Nandus. Kurz vor dem Rastplatz Schönberger Land. Eine Gruppe von bestimmt fünf Tieren stand in einem Kornfeld. Die grau gefiederten Laufvögel sind seit einigen Jahren im Wakenitztal heimisch geworden, nachdem sie wohl von einem Bauernhof ausgebüxt waren. (Für ein Foto von der Überholspur aus war allerdings keine Gelegenheit, ich hoffe auf Verständnis der Leserschaft…)

Präsidenten-Treter

Neulich habe ich an jener Stelle gefragt, wer wohl welche Schuhe anhatte beim Besuch des Bundespräsidenten in Mecklenburg-Vorpommern. Hier ist die Auflösung:

Von links: Bundespräsident Horst Köhler, Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling und Ministerpräsident Harald Ringstorff in Warnemünde

Am Rätsel haben drei kohlhof.de-Leser teilgenommen, und sie alle waren sich sicher, dass die ausgetretenen, etwas schmutzigen Schuhe wohl nur dem Bundespräsidenten gehören könnten, weil der sich das am ehesten erlauben dürfte. Tatsächlich trug Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling in der Mitte die modischsten Treter, während Ministerpräsident Ringstorff auf schwarze, bequeme, aber vergleichsweise neue Schuhe setzte.

Diese Reihenfolge hatt arlehm als einziger richtig zugeordnet, was ihm ein kühles Bier auf Kosten von kohlhof.de bei nächster Gelegenheit einbringt.

Minutiöse Sommerreise

Immer dort, wo sich der Bundespräsident gerade aufhält, weht diese Flagge:

Stander des Bundespräsidenten an Bord eines Hafenrundfahrtschiffes in Rostock

Der Stander, wie diese quadratische Dienstflagge mit Bundesadler ganz genau genannt wird, flattert immer dort im Wind, wo Amtsinhaber Horst Köhler gerade ist. Aus diesem Grund wurde der Stander heute in Mecklenburg-Vorpommern gehisst – am Nachmittag am Mast des Fahrgastschiffes “Käptn Brass” in Warnemünde. Dort an Bord war Köhler heute, und die kurze Fahrt durch den Rostocker Hafen war Teil seiner zwei Tage währenden Sommerreise durch Mecklenburg-Vorpommern.

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Durst

Das hatte ich mir verdient:

Vergleich volles und leeres Alsterwasser-Glas

Vorher, nachher. Dieses Alsterwasser jedenfalls blieb nicht mal fünf Minuten im Glas. Kein Zweifel, ich hatte Durst! Mein Reportereinsatz beim Mecklenburg-Vorpommern-Tag in Ribnitz-Damgarten ist beendet. Gemeinsam mit einer Kollegin habe ich von den Feiern berichtet. Grob geschätzt waren das 15 Beiträge, davon 8 längere Beiträge, vieles davon live. „Durst“ weiterlesen

Mecklenburg-Vorpommern-Tag

Trubel heute in Ribnitz-Damgarten: Mecklenburg-Vorpommern-Tag. Verwaltung, Firmen und Vereine stellen sich an diesem Wochenende bunt und vielfältig vor und wollen den Nordosten als weltoffenes, sehenswertes Land präsentieren. Gemeinsam mit einer Kollegn berichte ich von den Feiern, über Aussteller, Aktionen und Besucher. Dazu gehört auch ein Interview mit Ministerräsident Harald Ringstorff. Zu hören am Sonntag, 6.Juli, gegen 12:15 Uhr bei ndr1 Radio MV über die Bedeutung des Landestages, die Rolle der Landesregierung und die Zukunft als Regierungschef.

Gondel mit Aussicht

Ausblick vom Riesenrad in Kühlungsborn

Aus knapp 40 Metern Höhe auf die Ostsee kucken – damit wirbt derzeit Kühlungsborn. Auf dem Baltic-Platz im Ortsteil West steht ein Riesenrad mit 29 Gondeln. Für 5 Euro kann man zehn Minuten über der Promenade rotieren. Der Blick reichte am Pfingst-Sonntag bis weit in die Wismarbucht hinein. Das Sonnenwetter war schon gut, die Sicht allerdings nicht allerbestens. Bei idealen Bedingungen soll sich sogar die dänische Küste abzeichnen, auch Fehmarn soll sichtbar werden, heißt es auf der Internetseite zum Riesenrad. Aber auch so ist der Blick auf das blaue Wasser, die weißen Boote und das bunte Treiben am Strand beeindruckend.
Das Riesenrad ist ganz in Weiß gehalten und wohl die Luxusversion im Vergleich zu betagten Jahrmarkts-Riesenrädern. So sind die Gondeln klimatisiert. Außerdem gibt es eine schwarze Kabine mit getönten Scheiben, die man zum VIP-Tarif buchen kann. Für 75 Euro für vier Personen darf man länger drin bleiben, bekommt ein Glas Champagner serviert, sitzt über einem Glasboden und hat auch noch einen DVD-Player an Bord. Welchen tieferen Sinn aber Unterhaltungselektronik an Bord einer Aussichtsgondel hat, ist mir jedenfalls noch nicht ganz klar.”

Fotos fürs Radio

Also, wenn mir das einer vorhergesagt hätte vor ein paar Jahren, ich hätte es nicht geglaubt. Heute habe ich es dann allerdings getan: Ich habe Fotos fürs Radio gemacht. Sie werden mir zustimmen, dass das bei einem akustischen Medium sinnlos ist. Insofern muss ich diese Nachricht relativieren: Die Fotos sind für die zum Programm passende Internetseite entstanden. Es geht um Laster mit Werbeaufdruck.

Update bei kohlhof.de11.10.2008 – Und mal wieder ein Bild fürs Radio. In diesem Fall von einer Buchhändlerin. Und das alles war für ndr info.

Redaktionshektik

Die Allgemeinverfügung der Polizei zum Versammlungsverbot während des G8-Gipfels rund um Heiligendamm hat mich heute auf Trab gehalten. Das war mal wieder richtig schön zeitnah und auch ein bisschen hektisch. Manchmal brauche ich sowas.
Weil die Beiträge als ARD-Sammel-Angebote verbreitet wurden, achten Sie auf Berichte aus Heiligendamm auf allen denkbaren öffentlich-rechtlichen Frequenzen.

Hintergrund: Der Planungsstab der Polizei zum G8-Gipfel hat angekündigt, dass die Versammlungsfreiheit rund um den Tagungsort eingesschränkt wird. Dadurch sind Protestaktionen direkt am Absperrzaun verboten. Die Polizei begründet dies mit dem Schutzbedürfnis der Gipfelteilnehmer. Schließlich seien – auch wenn es keine konkreten Hinweise gibt – terroristische Anschläge denkbar. So will sich, umgangssprachlich und frei übersetzt, die Polizei am Zaun wohl nicht durch normale Demonstrationen ablenken lassen. Außerdem hatte sie schon mehrfach betont, dass sie Blockade-Aktionen auf den Zufahrten nach Heiligendamm nicht dulden werde. Genau das hatte wiederum einige Demonstrantengruppen angekündigt. Die Polizei begründet das Versammlungsverbot deshalb auch mit dem Hinweis, dass dadurch Blockaden verhindert werden sollen.
Die Organisatoren der Anti-G8-Proteste kritisierten das Versammlungsverbot und kündigten inzwischen an, vor Gericht gegen die Allgemeinverfügung vorgehen zu wollen. Sie kritisierten die Polizei, die das Versammlungsgebot erst kurz vor dem Gipfel ausgesprochen habe, so dass den Demonstranten eventuell nicht mehr genug Zeit bleibt, alle juristischen Instanzen zu nutzen.
Außerdem befürchteten Sprecher von Attac und auch Anwälte, die die Gipfelgenger beraten, dass das Versammlungsverbot die Stimmung unter einigen Demonstranten aufheizt.
Am 7. Juni war unter anderem ein Sternmarsch zum Absperrzaun geplant. Die Versammlungsverbote gelten rund um Heiligendamm in zwei Zonen, im Seegebiet vor der Küste und rund um den Flughafen Laage. Im Abstand von 200 Metern zum Absperrzaun sind ab 30. Mai alle Versammlungen verboten. Im weiteren Umkreis sind während der Gipfeltage ebenfalls alle Versammlungen verboten. Der G8-Gipfel, das Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben größten Industrienationen und Russlands, sowie der Europäischen Union und einiger weiterer Schwellen- und Entwicklungsländer findet vom 6. Juni bis 8. Juni 2007 in Heiligendamm statt.
Dagegen bereitet ein breites Bündnis aus Initiativen, Vereinen und anderen Organisatoren seit Monaten Proteste vor. Dazu zählen kirchliche Initiativen, gewerkschaftsnahe Gruppen, anarchistische Vereinigungen, Umweltschutzinitativen, sozialistische Aktivisten und viele mehr. Zu einer Großdemonstration am 2. Juni in Rostock erwarten die Organisatoren 100.000 Teilnehmer. Wie viele tatsächlich in die Stadt kommen, ist noch nicht abzusehen.
Am Polizei-Einsatz vor und während des Gipfels sind 16.000 Beamte aus allen Bundesländern beteiligt.