Facebook ungefiltert

Facebook zeigt standardmäig nur Beiträge von Freunden und Seiten an, mit denen man “am meisten” interagiert. Um die Nachrichten aller Kontakte zu sehen, muss man ein Häkchen setzen … man muss nur wissen, wo.

Facebook – eigentlich mag ich es nicht, trotzdem schaue ich immer wieder rein. Manche planen ja sogar schon ganze Familienfeiern oder Massenproteste über diese Internetseite. Dabei ist sie doch so unheimlich – und unübersichtlich. Haben Sie schon mal versucht, ihre persönlichen Einstellungen schnell zu ändern? Sehen Sie.

Und dann fragt man sich außerdem, warum auf der eigenen Facebook-Startseite von manchen “Freunden” ständig neue  Nachrichten erscheinen, während andere überhaupt nicht auftauchen. Tja, das liegt an den Optionen für diesen “Newsfeed”.

Ausschnitt aus dem OPtionsmenü für den Facebook-Newsfeed
Ein Häkchen macht den Unterschied

Ganz unten, am Ende der langen Liste mit Mitteilungen, wer nun gerade sein Profilbild geändert hat oder wer nun mit wem befreundet ist, da gibt es rechts den Link zu den “Optionen”. Standardmäßig zeigt Facebook nur Neuigkeiten von Kontakten, mit denen man “am meisten” interagiert. Wer das schon als Bevormundung empfindet oder es schlicht für unpraktisch hält, kann mit einem Klick “Alles von deinen Freunden und Seiten” anzeigen lassen. Facebook ungefiltert sozusagen. Ich probiere das jetzt mal aus. Und ganz sicher: Irgendwann werde ich es auch mal ausprobieren, wie es ist, sein Facebook-Konto zu deaktivieren.

Ganz besondere An-Striche

Diesen Film kann man so zusammenfassen: 150 Liter Farbe sorgen in einem stillgelegten Kasernengebäude für den einen oder anderen optischen Akzent – und geben den kahlen, weißen Wänden ganz besondere An-Striche. Die gut 5000 Bilder, aus denen dieser fünf Minuten dauernde Stop-Motion-Streifen besteht, sind eine Diplomarbeit. Feder… pardon pinselführend war Student Tomislav Topic, der an der “Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim Holzminden Göttingen” (HAWK) studiert hat. Optisch ein Genuss, die Musik habe ich aber runtergeregelt.

Natürlich gibt es auch ein “Making-of” zu “True Colors”. Auf der Internetseite zum Filmprojekt unter true-colors.info.

Mubarak-Tweets

Gerade eben erklärt Herr Mubarak, dass er einen geregelten Übergang für Ägypten möchte. Das ist wohl nicht der erwartete sofortige Rücktritt – allerdings ist das alles auch etwas schwer zu verstehen, weil der Dolmetscher auf Phoenix genau so laut ist wie Mubarak. Außerdem hat eben noch das Handy des atemlosen Übersetzers geklingelt.

Twitter-Nachrichten über Mubarak
Twitter scheint überzulaufen - zehntausende Kurznachrichten im Sekundentakt zu Mubaraks Rede, in der er nicht wie erwartet seinen sofortigen Rücktritt angekündigt hat.

Ich habe vor gut zwei Minuten mal bei Twitter nach “Mubarak” gesucht. Jetzt, gut 120 Sekunden später sind laut twitter.com schon 19.235 neue Tweets dazugekommen. Ein Ereignis bewegt die digitale Welt. Wenn es tatsächlich nicht sein eigener Rücktritt ist, über den Herr Mubarakl da jetzt gerade redet, dann kann man wohl nur recht hoffen, dass die Lage in Ägypten nicht explodiert.

Bild.de war kurz nach dem Ende der Mubarak-Rede noch nicht auf dem neuesten Stand.
Bild.de war kurz nach dem Ende der Mubarak-Rede noch nicht auf dem neuesten Stand.
tagesschau.de macht es kurz und knapp
tagesschau.de macht es kurz und knapp - rechts daneben gab es noch einen ausführlichen Newsticker (wie schon seit mehreren Tagen)
Stichprobe: Vergleichsweise besonders ausführlich in der Kürze der Zeit - die Eilmeldung auf faz.net
Stichprobe: Vergleichsweise besonders ausführlich in der Kürze der Zeit - die Eilmeldung auf faz.net

ARD-Hörfunk-Reporterin Esther Saoub berichtet gerade telefonisch auf Phoenix, dass sie die Lage in Kairo grundsätzlich nach der Rede nicht so einschätzt, dass es jetzt Ausschreitungen geben könnte. Sie hat betont, wie friedlich die Protestierenden in den vergangenen Tagen ihre Forderungen artikuliert haben.

Total abweisend

Es gibt viele sinnlose Dinge. Geschirrhandtücher zu imprägnieren gehört eindeutig dazu. Wo bitte ist der tiefere Nutzen, ein Stück Webstoff in einen wasserabweisenden Zustand zu versetzen – obwohl man damit doch möglichst schnell möglichst viel Wasser von Messern, Gabeln, Töpfen und Pfannen aufnehmen will? Oder anders gefragt: Was genau habe ich am Konzept eines Geschirrhandtuchs vollkommen falsch verstanden? Geht es gar nicht darum, die Tropfen aufzusaugen, sondern vielmehr darum, durch Reibungshitze die Wasserrückstände aus Geschirr und Besteck verdampfen zu lassen?

Bei mir in der Küche stapeln sich nun schon einige Fetzen schmutz- und wasserabweisende Tücher, die der Einzelhandel als Geschirrtücher verkauft. Mit ihnen kann man einen Tropfen mikroskopisch fein zum Beispiel außen auf der Teekanne verteilen. Oder im Topf den Rest vom Abwasch-Wasser hin und her schieben.

Oder wasche ich nicht richtig ab? Oder wasche ich gar die Tücher nicht richtig? Bitte helfen Sie mir. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Vielen Dank

Blabla messen

Das Blablameter ermittelt den Bullshit-Index für beliebige Texte. Ein Test mit eigenen Texten und mit zwei Artikeln von CDU und SPD zu den gescheiterten Hartz-Vier-Verhandlungen

Wieviel heiße Luft steckt in einem Text? In diesem zum Beispiel? Oder in der Pressemitteilung der Deutschen Bank? Das alles soll man messen können – auf der Internetseite www.blablameter.de. Dort kann man beliebigen Text einkopieren, lässt ihn checken und bekommt einen Wert zurück. Je höher, umso mehr “Bullshit” enthält der Text angeblich. Nun denn: Versuchen wir es mit folgendem Absatz:

kohlhof.de hat sich in den vergangenen Stunden überdurchschnittlich verbessert. Das Blog erscheint jetzt in einem moderneren Layout, das den Besuchern die Übersicht erleichtern soll. Dazu hat Christian Kohlhof ein eigenes Design entwickelt, das durch zahlreiche einzigartige, hochwertige Grafiken optimiert wird. kohlhof.de bietet weiterhin brilliante Texte, Analysen und Stellungnahmen zu einer besonders vielfältigen Anzahl von Themen. Top-aktuell, schnell, genauestens und regelmäßig.

Und das ist das Ergebnis der automatischen Analyse:

Bullshit Index :0.49. Ihr Text riecht schon deutlich nach heisser Luft – Sie wollen hier wohl offensichtlich etwas verkaufen oder jemanden tief beeindrucken. Für wissenschaftliche Arbeiten wäre dies aber noch ein akzeptabler Wert (leider).

Tja nun. Mal sehen, was das Script von meiner entschärften Variante hält: „Blabla messen“ weiterlesen

Gekritzel

kohlhof.de hat ein neues Layout: “kritzel” ist das Ergebnis nächtelanger Tipperei. Dazu gibts dann einen grundsätzlichen Exkurs, wie das neue CSS-Design entstanden ist. Unter anderem geht es um Inspirationen im CSSZenGarden.

Sie kennen das vielleicht: Irgendwann kann man die Tapeten im Wohnzimmer nicht mehr sehen. Man macht sich dann Gedanken und plant ein Wochenende für Malerarbeiten ein – damit man später wieder mit Wohlbehagen auf der Couch sitzen kann um den Wandbehang anzustarren. Manchmal ist eben ein Tapetenwechsel notwendig – auch in meinem digitalen Wohnzimmer. Mein Blog sieht seit heute anders aus. Das bisherige Erscheinungsbild mochte ich einfach nicht mehr sehen. Ich habe deshalb tagelang digital herumgekritzelt – und hoffe, dass die neue Optik weiterhin Lust aufs Lesen macht (und mir

Echte  kohlhof.de-Kritzelei
Eine echte kohlhof.de-Kritzelei

wieder mehr Ansporn gibt, neue Texte zu schreiben).

Dieses Layout gibt es tatsächlich nur hier – ich bitte die Leserschaft schon jetzt um Hinweise und Meinungen, wie das neue Template gefällt – und ob es irgendwo noch fehlerhafte Darstellungen gibt. Vielen Dank! „Gekritzel“ weiterlesen

Weitere Apfel-Erfahrungen

Erfahrungsbericht mit iTunes und iPod: Beim Playlisten-Management fehlen praktische Funktionen – und iTunes verschluckt den Maus-Pfeil. Von diesen Problemen kann man sich aber wunderbar mit einer Flipper-App ablenken.

Vor gut einem Monat habe ich öffentlich zugegeben, dass ich jetzt auch ein Produkt aus dem Hause Apple besitze. Meine ersten euphorischen Einschätzungen des iPod-Touch kann ich nun etwas relativieren. Apple kocht auch nur mit Wasser. Aber es ist doch sehr edles Wasser. Beim Playlisten-Management fehlen meiner Meinung nach praktische Funktionen – und iTunes verschluckt den Maus-Pfeil. Von diesen Problemen kann man sich aber wunderbar mit einer Flipper-App ablenken. „Weitere Apfel-Erfahrungen“ weiterlesen

Rasur-Memo

Notiz an mich für später: Künftig nur noch im absoluten im Notfall unter der Dusche rasieren. Man erspart sich die Peinlichkeit, dass man in der Morgensituation die irritierten Blicke der Kollegen ertragen muss, wenn sie einem verwundert ans Kinn starren – weil irgendwie so unten links noch ein Bart-Büschel überlebt hat.

Plünderungen

Aus Ägypten kommen seit Tagen beunruhigende und verstörende Bilder. Die Wut auf Mubarak entlädt sich in Straßenschlachten, Prügeleien – Menschen sterben, Häuser brennen. Die Schilderungen der Reporterkollegen in Kairo sind professionell und bewegend – wie ihnen inmitten dieses Revolutionschaos zumute ist, kann man wohl höchstens ahnen. Hier im Nordosten haben ich in den vergangenen Tagen schon öfter den Ausspruch gehört: “Mensch, was können wir froh sein, dass bei uns vor 21 Jahren alles friedlich abgelaufen ist – ohne Blutvergießen” (ja, auch bei einigen Montagsdemos gab es nach Volkspolizei-Einsätzen Verletzte  – aber deren Anzahl ist mit den vielen Todesopfern in Ägypten nicht zu vergleichen).

Was mich bei den Bildern aus Kairo – wie auch bei Berichten aus anderen Regionen, in denen sich Revolutionen ereignen oder die von Naturkatastrophen heimgesucht worden sind – verwundert: plötzlich gibt es Horden von Plünderern. Da ziehen marodierende Banden raubend und brandschatzend durch die Straßen. In der Tagesschau sah ich zum Beispiel einen jungen Mann, der mit einer Stehlampe unterm Arm durch die Trümmer von Ladeneinrichtungen auf einem Fußweg stapfte. Vermutlich sagt es nichts über die Not und die Unterdrückung der Menschen in Ägypten aus, dass nun einer von ihnen im größten Chaos ausgerechnet eine Stehlampe klaut – andere haben versucht, das Nationalmuseum auszuräumen oder wenigstens möglichst viel kaputt zu machen.

Was für ein Gemüt muss man haben, dass man gerade dann, wenn das eigene Volk versucht, die politischen Verhältnisse in absolutem Maße zu verändern, andere, also Mitmenschen um ihr Hab und Gut zu bringen, Angst und Schrecken zu verbreiten? Was geht in einem vor, wenn man nachts Schaufensterscheiben eintritt, Lebensmittelläden verwüstet, fremde Wohnungen heimsucht – bloß weil gerade keine Ordnungsmacht vorhanden ist? Gegen was oder für wen soll das gut sein? Warum kommt man auf die Idee, das man ausgerechnet in der Zeit der größten Not noch mehr Leid verbreitet. Und was sind das für Menschen, die Straßensperren errichten, die Türen aufbrechen, die alles klauen? Da brechen sich die niedrigsten Instinkte Bahn – oder ist das alles berechnend.

Ich bin sicher: Das hätte hier genauso passieren können. Wenn die Geschichte der Wende – möglicherweise nur durch einen dummen Zufall – hierzulande anders verlaufen wäre, dann hätte das alles 1989 hier vielleicht auch gegeben. Was für eine schreckliche Vorstellung.