Neulich auf der Autobahn

Rückfahrt mitten in der Nacht von Berlin: Man sollte dann mit derartigen Dingen rechnen, kuckt aber wohl doch ein wenig dämlich, wenns dann passiert. Ich habe jedenfalls irgendwo auf der Autobahn ziwschen Berlin und Rostock eine Straßenbahn überholt. Jawohl. Einen ganzen Zug. Laut Logo war das ein Fahrzeug, das zur Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn-AG “Bogestra” gehört. Es stand auf einem von orange zuckenden Blinklichtern umgebenen Schwerlasttransporter und rollte so gen Norden.

Vielleicht war das ja die Kulisse für eine Szene aus “Ein Mann, ein Fjord“. Der Fernsehfilm nach dem Hörbuch von Hape Kerkeling war gestern Abend im ZDF zu sehen. Und mein Blickauf den Monitor wird ähnlich von Überraschung geprägt gewesen sein wie vorgestern auf der Autobahn: Denn eine Szene des Films wurde in einer Bogestra-Bahn gedreht.

Der Film an sich war, wie soll ich sagen, ganz in Ordnung – aber nun nicht so überragend was Witz, schauspielerische Leistung, Drehbuch und Umsetzung angeht. Mich hat er jedenfalls nicht überzeugt, zumal ich die neuen Figuren von Hape Kerkeling nicht so toll finde. Hort Schlämmer war gut in der VW-Werbeaktion als Fahrschüler, aber bei Schlagersängerin Uschi Blum (“Sklavin der Liebe”) fehlen mir die Highlights. Oder ich habe den hintergründigen schelmischen Witz in dieser Milva-Auferstehung noch nicht entdeckt…

Wenn Sie gestern auch “Ein Mann, ein Fjord” gesehen haben, waren Sie jedenfalls nicht allein. 7,17 Millionen Zuschauer haben den ZDF-Film gesehen, das sind gut 21 Prozent aller Zuschauer in der gestirgen Primetime gewesen (Quelle: Quotenmeter-Zusammenfassung).

PS: In der ZDF-Mediathek kann man sich den Film weiterhin ansehen.

Beweisfoto

In der Post lag jetzt ein großer Umschlag aus Berlin. Die Kollegen aus dem Hauptstadtstudio, bei denen ich in der vergangenen Woche zu Gast sein durfte, haben ein Beweisfoto entedeckt, das mich bei der Arbeit zeigt. Vielen Dank für dieses Erinnerungsstück!

Zeitungsausschnitt Empfang Bundespräsident
Dezent im Hintergrund, Mikrofon in der Hand. Ein DPA-Foto im Tagesspiegel vom 14. Januar zeigt, was ich am Tag zuvor unter anderem getan habe. Kollegen aus Berlin haben mich entdeckt, meine winzige Erscheinung eindeutig markiert und mir das alles zugeschickt. Repro: Christian Kohlhof

Nicht mal “Danke für Nichts”

20 Minuten, nachdem in Hessen die Wahllokale zur Landtagswahl geschlossen hatten, war für SPD-Chefin Andrea Ypsilanti die politische Karriere erst einmal vorbei. Sie ist von den Ämtern der Parteichefin und Fraktionschefin der hessischen SPD zurückgereten. So sagte sie es vor eine Gewimmel aus Jouralisten und Sozialdemokraten gegen 18:20 Uhr.
Die SPD hatte ersten Hochrechungen zufolge rund 23 Prozent der Stimmen erhalten und damit gut 13 Punkte verloren im Vergleich zur Abstimmung vor einem Jahr.
Thorsten Schäfer-Gümbel (von seiner Partei mit einem niedlichen Kürzel den Wählern auch als TSG vorgestellt), der SPD-Spitzenkandidat, der sozusagen mit dem Mut des Aussichtslosen Wahlkampf geführt hatte, übernahm kurz nach Ypsilanti das Mikrofon. Ein paar allgemeine Worte an Presse und Partei, die Niederlage eigestanden, was auch sonst.
Ein “Danke” an die zurückgetretene Parteichefin gabs nicht. Nicht mal eine Floskel. Kein Händedruck, nichts. Warum auch. Ypsilanti hat mit ihrem legendären Wortbruch, trotz anderer Vesprechen vor der Wahl doch mit der Linkspartei koaliere zu wollen, die Sozialemokraten in eine gravierende Krise gestürzt. Und selbst als die längst da war, wollte sie noch Partei- und Fraktionschefin bleiben – da kann man als Außenstehender nur den Kopf schütteln.
Die SPD hat in Hessen binnen eines Jahres alles verloren und nichts gewonnen. Da hätte sich TSG doch zu einer passenden Forumlierung durchringen können: “Danke für Nichts” – Aber selbst dafür ist Frau Ypsilanti bei ihren Parteifreunden derzeit wohl zu unbeliebt.

.ungewohnt

Das sorgt noch für Irritationen. “.travel” ist eine Top-Level-Domain, also eine Adress-Endung im Internet, die es erst seit dreieinhalb Jahren gibt. Mit dieser Endung versehen sind Angebote von Unternehmen der Reisebranche. Erst langsam werden solche Endungen bekannt und eingerichtet. Jetzt gibt es auch in Rostock zwei Angebote: rostock.travel und warnemuende.travel. Sieht komisch aus, funktioniert aber.

Bei .travel handelt es sich um eine gesponserte Top-Level-Domain. Sie wird also nicht von einem unabhängigen Gremium verwaltet, sondern von einem Unternehmen, in diesem Fall von Tralliance. Verwaltet wird das alles auf travel.travel. Seiten mit dieser Endung sind, Hotels, Unternehmen, Campingplätzen, Restaurants und vergleichbaren Einrichtungen vorbehalten. Ähnlich Bedingungen für Webseiten mit Kontakinfos bzw. für Luftfahrtunternehmen gibt es bei Domain-Endungen wie .tel und .aero (englischsprachiger Wikipedia-Artikel).

Die beiden neuen Rostocker Adressen werden von der Tourismuszentrale der Stadt betrieben, sind also das offizielle Tourismusportal der Hansestadt Rostock. Die Seiten sollen komplett zweisprachig sein. Nun ja, fast: Der Link “Booking your Accomodation” führt zu einem ausschließlich deutschsprachigen Formular, auf dem man sich unter anderem zwischen “Übernachtungen” und “Finnhütten” entscheiden kann bzw. muss.

Immerhin sind sie viel aktueller als die bisherigen Seiten. Auf warnemuende.de gibt es zweifellos auch aktuelle Informationen über Rostocks Rathaus und wer dort etwas zu sagen hat, aber ein Klick auf “Warnemuende in Figures” ist gleichzeitig ein Zeitsprung zurück in die Geschichte. Es geht sage und schreibe 10 Jahre zurück. So lesen wir dort unter anderem:

Alte Unterseite

Es ist schon fast viereinhalb Jahre her, dass Herr Pöker zurückgetreten ist. Und Frau Jens und Herr Danke… ach, egal. Es ist ja nur eine kleine Unterseite. Eher witzig als skandalös.

Zeitgemäß ist das Internetangebot an anderer Stelle gewesen. Seit geraumer Zeit sind in Internetadressen auch Umlaute erlaubt. Moderne Browser finden sie auch. Und deshalb gibt es auch warnemÜnde.de. warnemünde.travel gibt es hingegen nicht, was allerdings an den Namen-Richtlinien für die Domain liegt. Umlaute sind laut tralliance nicht vorgesehen.

Blog zu verkaufen

Das Höchstgebot bei ebay liegt gerade bei 33.333,33 Euro. Der Betreiber eines der bekanntesten deutschen Weblogs verkauft seine Internetseite. Gegen 19:50 Uhr wechselt basicthinking den Besitzer. Autor Robert Basic will so ganz nebenbei herausfinden, wie hoch der Marktwert seines Projekts ist. Die Verkaufsabsicht hat ihm ein reges Interesse von Presse, Funk und Fernsehen eingebracht. Schließlich geht es um eines der bekanntesten deutschen Blogs.

Der neue Besitzer übernimmt nicht nur Domain und das Blogsystem, sondern auch über 12.000 Beiträge und 100.000 Kommentare der Nutzer. Die Mail-Adressen werden nach Angaben von Robert Basic im Auktionstext aber gelöscht. Interessant ist vor allem, dass ein Blog (zumindest wenn es zu den Top-Adressen zählt), auch Geld einbringen kann. Brutto rund 37.000 Euro an Werbeeinnahmen hat basicthinking den Angaben zufolge eingebracht. Abziehen muss man da dann aber noch unter anderem die Kosten für den Server, und das dürfte beim täglichen Zuspruch und gut 185.000 “Unique Visitors” imvergangenen Monat ein schöner Batzen Geld sein.

Blog zu verkaufen. Basic hofft, dass ein Nebenprodukt auch sein kann, dass mit der Berichterstattung über die Auktion die Bekanntheit dieser Form von Internetseiten und die Akzeptanz der dort behandelten Themen und der Verfasser erhöht wird. Schließlich will er auch selbst weiterbloggen. Gleich an zwei Stellen: Einmal über vielfältige Web- und IT-Themen, und einmal über alles andere.

So kurz vor Auktionsende bleibt allerdings noch abzuwarten, ob das alles wirklich ernst gemeint ist, ob der Verkauf wirklich zustande kommt oder ob das
a) entweder ein Test der Medien- und Blogszene ist, wie die auf diese Verkaufsabsichten reagiert oder
b) Projekt scheitert, weil der Käufer ein Pornoseiten- oder sonstwie Schmuddelzeug-Höker ist. Diese sollten eigentlich von der Auktion ausgeschlossen werden. Jeder Teilnehmer musste vorher schriftlich zusichern, dass er mit der Domain und dem Blog keine unseriösen Absichten verfolgt.

Update bei kohlhof.de

Der Blog “Basic Thinking” war heute Abend, um 19:50 Uhr 46.902 Euro wert. Er hat damit zum Auktionsende binnen Sekunden durch drei Gebote noch einmal rund um 13.000 Euro zugenommen. Die Auktion ist beendet. Der Name des Käufers ist noch nicht bekannt.

Ehrenamtliches Engagement

Die Tatsache, dass ich weiterhin im Besitz meines
Aufnahmegerätes bin, ist allein dem Umstand zu
verdanken, dass es diese Internetseite gibt.
Das ist eine Erkenntnis eines abwechslungsreichen
Arbeitstages, der mich heute nach Berlin führte,
zum Neujahrsempfang des Bundespräsidenten.

jahresempfang_bundespraesident
Einer nach dem anderen: Beim Neujahrsempfang des Bundespräsidenten (r.) wird jeder Gast persönlich begrüßt. Fotos: Christian Kohlhof

Zum neuen Jahr empfängt der Bundespräsident traditionell nicht nur Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, sondern auch Bürger aus allen Bundesländern, die sich ehrenamtlich engagieren. 57 Männer und Frauen waren es dieses Jahr, die am Defilee im Schloss Bellevue eingeladen waren. „Ehrenamtliches Engagement“ weiterlesen

Pohpupps

Im blog der tagesschau-Redaktion gibt es testweise ein neues Feauture. Man kann sich die Beiträge nun auch vorlesen lassen. Das erledigt eine weibliche Computertsimme mit erstaunlich guter Betonung, Akzentuierung und Aussprache. Nur beim Posting, das diese Funktion vorstellt, sind dann doch ein paar kleine Wörter drin, die die Dame überrascht haben. Sie hat versucht, das Beste draus zu machen…

Legografie

Das Foto ist weltbekannt: Bauarbeiter bei der Mittagspause auf einem Stahlträger – hoch oben im Gerippe eines Wolkenkratzers. Unter ihnen gähnendes Nichts.
Auch mit Legosteinen wird viel gebaut. Da ist es nur logisch, das auch mal im Foto festzuhalten.
lego_wolkenkratzer_bauarbeiter
Nachgestellte Szene: Plastik-Männchen in berühmter Foto-Pose. Foto: Flickr-User Balakov.
Der flickr-User Balakov hat berühmte Fotografien mit Legofiguren und -steinen nachgestellt. So sieht man unter anderem Szenen vom Broadway vom Tag, als das Ende des Zweiten Weltkriegs gefeiert wurde, den Demonstranten vor einer Panzerkolonne auf dem Platz des Himmlischen Friedens und vieles mehr – alles detailliert und möglichst originalgetreu nachgestellt mit Legomännchen. Schöne Idee, schön gemacht. Dumm nur, dass Lego-Menschen immer lächeln…
[via]

Halten und greifen

Werbefilm für Winterreifen, wohl aus den 50er Jahren

Altes Werbefilmchen mit Matsch, Schnee und Frost in den Hauptrollen bei ihrem schandhaften Treiben (und wie man angeblich trotzdem auch bei widrigsten Straßenverhältnissen schwungvoll um jede Kurven fahren können soll):

[via]