Sofa, so good?

In Rostock hat heute ein schwedischer Möbemarkt seine Filiale eröffnet. Man befürchtete angesichts dieser Sensation allgemeinen Ausnahmezustand. Jener blieb zwar aus, es kamen weniger Kunden als erwartet – allerdings setzte bei einigen etwas ganz anderes aus. Das Aktionssofa für 79, später 49 Euro hatten einige vor lauter Vorfreude wohl nicht mit eingeplant. Egal, Schnäppchen ist Schnäppchen, da spielen Verluste keine Rolle. Und so hat dieser Autofahrer sein neues Sofa einfach mit ein paar dünnen Tampen auf dem Dach seines Wagens festgezurrt. Wird schon nix passieren. Sicherlich ein Fall für die Damen und Herren vom Königsberger Ladungssicherungskreis. Mann, mann.

Ikea-Sofa auf dem Autodach

Fotos fürs Radio

Also, wenn mir das einer vorhergesagt hätte vor ein paar Jahren, ich hätte es nicht geglaubt. Heute habe ich es dann allerdings getan: Ich habe Fotos fürs Radio gemacht. Sie werden mir zustimmen, dass das bei einem akustischen Medium sinnlos ist. Insofern muss ich diese Nachricht relativieren: Die Fotos sind für die zum Programm passende Internetseite entstanden. Es geht um Laster mit Werbeaufdruck.

Update bei kohlhof.de11.10.2008 – Und mal wieder ein Bild fürs Radio. In diesem Fall von einer Buchhändlerin. Und das alles war für ndr info.

Würstchen im Prüflabor

Die vielfältige Resonanz in der akademischen Welt auf das hier vorgestellte Ei-in-der-Kaffee-Maschine-Experiment hat mich dazu angespornt, die Forschung auszuweiten. So wurde hier ja in den Kommentaren unter anderem die Behauptung aufgestellt, dass sich auch Bockwürste in Kaffeemaschinen zubereiten lassen müssen. Schließlich ist für das Erhitzen von kleingrequirltem Fleischrest in Kunstdärmen auch kein kochendes, sondern lediglich heißes Wasser nötig. So ging ih also der Frage nach, ob man mit Kaffeemaschinen Bockwürste zubereiten kann.

Für die Versuchsreihe im kohlhof.de-Prüflabor habe ich “5 Ja!-Bockwürstchen in zarter Eigenhaut” gewählt. Schon beim Befüllen des Filters ergaben sich erste Probleme. Die Länge des Würstchens übertrifft mit 13,5 Zentimetern die Kantenlänge des Filters.

Wurst in der Kaffeemaschine

Würstchen im Kaffeefilter: Zu lang für handelsübliche Kaffeemaschinen

Zwangsläufig musste der Fleischschlauch gebogen werden. Um ihn im Filter zu verkeilen, war wiederum eine Filtertüte nötig, deren rauhe Oberfläche verhinderte, dass das umgebogene Ende des Würstchens wieder nach oben rutschte.
Die Kaffeemmaschine wurde mit Wasser für zehn Tassen, also voll befüllt. Weil der Ausgang des Experiments äußerst ungewiss war, wurde eine Referenzwurst in der Glaskanne platziert, auch um vergleichen zu können, welches Würstchen heißer wird.

Referenzwurst in der Glaskanne

Referenzwurst in der Glaskanne

Nach wenigen Minuten Tuckern und Blubbern war das Wasser bereits durchgelaufen. Das Aufklappen des Filterdeckels offenbarte ein dampfendes, nicht geplatztes Würstchen. Es wurde auf einem Teller in der Mitte geteilt und einem subjektiv eingefärbten Temperatur-Empfindungstest an meinen Lippen zugeführt. Der Eindruck: Das Würstchen dampft außen und ist auch innen noch ganz schön warm, könnte aber ein bisschen heißer sein.

Wurst, erhitzt in einer Kaffeemaschine

Außen heiß, innen warm: Das Würstchen aus dem Filter.

Auch die Referenzwurst wurde auf diese Weise getestet. Sie war auch innen richtig heiß. Ich komme zu folgenden Schlussfolgerungen samt Fazit: Weil die Bockwurst im Filter nicht dauerhaft im warmen Wasser schwimmt, sondern die Tropfen nur daran entlang rieseln, wird sie zwar auch außen heiß, innen aber nur ganz schön warm. Ein paar Grad fehlen, das wäre zur Not aber zu ertragen. Unten in der Glaskanne lassen sich Würstchen problemlos erhitzen und warm halten. Ob die Maschine nun alledings jedem Kaffee ein Würstchenaroma hinzufügt, wird sich erst noch herausstellen.

Der Erfolg auch dieses Versuchs spornt mich jedenfalls weiter an. So könnte ich mir vorstellen, schon bald mal die Tauglichkeit einer Kaffeemaschine zum Blanchieren von Gemüse zu prüfen oder Krabben zu kochen. Vorschläge in diese Richtung sind weiter gern gesehen.

Zusammen 172

Anhand der Suchbegriffe, die Besucher auf diese Seite führen (ich kann das ja sehen im Admin-Bereich), lassen sich manchmal auch gesellschaftlich relevante aktuelle Themen ablesen. Spätestens heute früh wüsste ich, dass es wohl einen hohen Lotto-Jackpot gibt. Schließlich sucht das halbe Internet nach “häufigste Superzahl”, “Lottozahlen” und so weiter. Da sucht offenbar jemand nach einem System oder einer Ankreuzhilfe im allein vom Zufall bestimmten Spiel. Nun denn. Hier ist die aktuelle Liste der sechs am häufigsten in Deutschland gezogenen Lottozahlen (Quelle: www.dielottozahlen.de):

38, 26, 25, 31, 49, 3 (Zusammen 172)

Alle Anaben sind ohne Gewähr. Und bitte: Das hier heißt auch nicht, dass sie in dieser Kombination so häufig gezogen werden, sondern bei fast 4600 Ziehungen wurden diese Zahlen in Kombination mit anderen am häufigsten aus der Trommel gekugelt.

Die Wahrscheinlichkeit, den Jackpot von 26 Millionen Euro zu knacken, beträgt 1 zu 140 Millionen. Und dieses ganze Lottostatistikzeug ist sowieso überflüssig, denn Zahlen haben kein Gedächtnis – Lottokugeln auch nicht.

Jim und Lukas

Es ist für Radioleute grundsätzlich ungewöhnlich, wenn man sein Publikum sieht, während man was erzählt und/oder vorliest. Auch wenn das Publikum in jeder Hinsicht klein ist. Gestern war Vorlesetag, initiiert von der Stiftung Lesen und der “Zeit“. Überall haben Erwachsene eine Stunde lang in Kitas und und Grundschulen vorgelesen – um die Lust am Lesen und Vorlesen zu wecken.

Ich habe gestern Morgen in der “Schmetterlingsklasse” der Werner-Lindemann-Grundschule in Rostock gesessen und aus “Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer” vorgelesen. In dieser Schule ist jede Klasse Pate für ein Tier, die 3a ist für Schmetterlinge zuständig (Das finde ich ja nicht schlecht).

45 Minten lang habe ich vorlegesen, wie Jim und Lukas mit Emma Herrn Ping Pong, Herrn Tur Tur und Nepomuk kennenlernen. Außerdem haben wir gemeinsam gerätselt, was es in Mandala (in früheren Ausgaben ist das China) für seltsame Schreibweisen gibt: Nämlich nicht von links nach rechts, sondern von oben nach unten. Fas-zi-nie-rend!

Jim Knopfs Abenteuern habe ich früher schon immer gebannt gelauscht. Deshalb musste es auch unbedingt dieses Buch sein.

21 Kinder hörten aufmerksam zu – zum Schluss gabs Applaus – auch das hört man als Radiomann ja eher selten. Aber ich hatte auch offene Ohren. In dieser Grundschule spielt Vorlesen eine besondere Rolle. Bereits ab der 2. Klasse stehen Buchvorstellungen der Kinder auf dem Stundenplan.

Die Aktion in der Lindemann-Schule war eine Idee des Kollegen Carsten Klehn, er hatte 10 weitere Kollegen des Ostseestudios zum Vorlesen in allen Klassen der Schule aufgerufen. Also, ich mache das nächstes Jahr wieder.

Eichel hin, Eichel her

Kehre soeben vom O-Töne-Sammeln zurück. Thema: Aufbau des Weihnachtsmarktes, überall wird gehämmmert, gesägt, getackert und geschraubt. Auch am Bratwurststand war man eifrig dabei, die Hütte zu schmücken. Mit Tannenzweigen, Lichterketten und… tja, ääh.

Ich stehe also mit dem Mikrofon vor diesem Typen, der gerade einen weiteren gigantischen, faustgroßen Tannenzapfen in die Hand genommen hat, um ihn ans Gesims zu tackern. Ich: “Und erzähln Sie mal, womit schmücken sie denn gerade die Bude?” – Der Typ sieht mich an, dann den Tannenzapfen in seiner Hand, dann wieder mich, dann das Mikro,  dann wieder mich und sagt nach einer halben Ewigkeit: “Eicheln?!”

Innerlich bin ich zusammengebrochen, äußerlich habe ich die Fassung bewahrt, habe wohl noch gefragt “Sind sie sicher?” und bin dann nach einer hastig hinzugefügten Alibi-Frage schnell weggegangen.

Franzekanzler Vizefering

Franz Müntefering hat seinen Rücktritt vom Amt des Bundesarbeitsministers und von der Position des Vizekanzlers angekündigt. Persönliche Gründe, besonders die schwere Krankheit seiner Frau, hätten zu der Entscheidung geführt. Das ist ebenso erschütternd wie konsequent.

Bleibt die Frage, wie lange der Sozialdemokrat nun ALGI bekommt… ach nein, er behält ja sein Bundestagsmandat. Also doch keine Rente mit 67.  ;-)

“So eine Art Idiotenplage”

Auch betont seriöse Internetangebote wie dieses kommen zuweilen nicht umhin, auf Belangloses aus aller Welt hinzuweisen. So ist es mir nicht möglich, den Beginn der fünften Jahreszeit zu vermeiden. Aus diesem Anlass übernehmen die Narren in den Rathäusern die Macht – und viele Rostocker zum Beispiel fragen sich, ob das einen nennenswerten Unterschied zu vorher bedeutet.

Ich bin ein Karnevalsmuffel, ich finde verkleiden nicht gut und ich kann über diese alkoholgeschwängerte Extase von Cowboys, Clowns und Funkenmariechen nicht lachen. Aus diesem Anlass verweise ich gern auf die meiner Meinung nach beste Büttenrede der Welt. Sie wurde noch nie gehalten, auch wenn das Internet andere Legenden verbreitet. Der Text stammt vielmehr von Oliver Kalkofe. Aber lesen Sie selbst.

Für 100 Westmark

West-Jeans , Pendeluhren, ein scheußlicher Rucksack, ein Radiowecker – das sind Wende-Erinnerungen.
Ausschnitt www.100westmark.de

Ausschnitt der Internetseite Meine ersten 100 Westmark.

Das alles sind Dinge, die Menschen aus der DDR ab dem 9. Noevmber 1989 bei ihrem ersten Besuch im Westen unter anderem von ihrem Begrüßungsgeld gekauft haben. Bilder davon und kurze Anekdoten, warum es nun zum Beispiel ausgerechnet ein Buch übers Christentum sein musste, informiert die Seite Meine ersten 100 Westmark.. Die Künstlerin Peggy Meinfelder hat Bilder und Geschichten zusammengetragen.
Sehr interessant!
Schönen Tag der deutschen Einheit! Der 3. Oktober ist ein richtig guter Grund zum Feiern. In Schwerin, bei den zentralen Feierlichkeiten, wird deshalb heute wohl so viel Trubel sein wie schon sehr, sehr lange nicht mehr.